Autor -Martina

Matratzenjagd

Ich bin Bauchschläfer. Manchmal  auch Seitenschläfer. Unter Umständen grunze ich aber auch in Rückenlage.

Lange hatte ich eine weiche Matratze. Doch dann kamen die Rückenschmerzen.  Als ich eines morgens erwachte und mich nicht von der Stelle rühren konnte, wusste ich den Grund. Wie ein Hängebauchschwein lag ich sicher gebettet in der Mulde meiner schon in die Jahre gekommenen Matratze. Um die tief hängende Brustwirbelsäule wieder in den Rest meines Rückens einzugliedern, bedurfte es einige Mühe. Bauchmuskeln anspannen und mit Schwung aus der Furche rausrollen… Ergonomisch inakzeptabel!

Also musste eine neue Matratze her.

Der Härtegrad war für mich klar. Ich will die härteste, eine H3! Damit ich ja nicht einsinke! Kurz mich draufgeworfen und mit mir zufrieden, dass der Einkauf so schnell ging. Da hatte ich den Verkäufer noch nicht eingerechnet und die üblichen  Entscheidungen im Minutentakt kamen nun auf mich zu.

Verkäufer:

“ Der Matratzenkern aus Schaumstoff, Latex, Naturprodukten oder Federkern?

Und der Bezug?  Lieber Schafwolle, Vlies, Baumwolle oder doch Seide?

Und Sie wissen ja schon, dass sie eigentlich ein neues Lattenrost dazu benötigen? (Weiss ich, will ich aber nicht)

Falls Sie Kaffee im Bett trinken (woher weiss der das ???) sollten sie noch ein wasserdichtes Moltex nehmen.“ (Sicher nicht!)

 

Fix und fertig packte ich meine Neue ein und freue mich auf einen erholsamen Schlaf ohne Rückenschmerzen. Zum Eingewöhnen gab ich mir 6 Wochen. Die Erkenntnis war ernüchternd. Meine Rückenschmerzen bildeten sich zurück, doch nun  hatte ich Schulter- und Hüftschmerzen. Na toll. Der Härtegrad war eindeutig zu hoch ausgesucht. Also das ganze Procedere von vorn…

Aber es hat sich gelohnt. Zwischenzeitlich gehöre ich wieder zu den selig Träumenden, die morgens zwar noch immer nicht aufstehen möchten, was aber nicht an körperlichen Einschränkungen liegt. Schade, dass es nur bei wenigen Händlern möglich ist, über Wochen eine Matratze probeliegen zu dürfen. Nur so kann man nachkorrigieren.

Braucht eigentlich noch jemand eine fast neue Matratze? H3….

 

 

In diesem Sinne: Gute Nacht und schlaft gut!

 

 

PMS- ein natürliches Übel

„Och nö. Bekommst Du Deine Tage?

Diese Frage bekommt Frau  dann gestellt, wenn sie, dezent ausgedrückt, auffällig wird.

Nach einigen Jahren der Selbstbeobachtung und das Erleben dieser Zeit vor der Periode (PMS= prämenstruelle Symptom) auch  bei anderen Frauen, kann ich nur bestätigen, dass es unglaublich ist, was Hormone mit einem anstellen können.

 

Die möglichen Veränderungen am Körper:

  • Die Haare hängen lustlos um den Kopf und sind nicht in Form zu bringen. Auch Friseure können hier verzweifeln.
  • Die Haut braucht plötzlich mehr Aufmerksamkeit und lenkt die Blicke mit rot-leuchtenden Superpickel auf sich.
  • Die Brust schwillt an und kann schmerzen. Gut, wenn man verschiedene Grössen an BHs im Schrank hat.
  • Dazu kommen Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder/und Rückenschmerzen. Nerv!
  • Ein Blähbauch, als ob man tonnenweise Bohnensalat verdrück hätte, ist schon fast Nebensache (ausser der Liebste teilt ein Bett mit Dir)
  • Trotz dem Völlegefühl kann man Heisshunger verspüren.
  • Jetzt kann man Kreativität zeigen und dank der Wassereinlagerungen ein Muster in den Unterschenkel pressen. Ganz sexy.

Falls diese Veränderungen unbemerkt bleiben sollten, dann gibt es ja noch die psychischen Variablen, die nicht zu unterschätzen sind:

  • Grundloses Heulen. Da wird sogar “ Bernd das Brot“ zur tiefgründigen Tragödie.
  • Zicken! Das geht ohne Probleme. Leg Dich nicht mit mir an. Und wehe das Clopapier ist ausgegangen…

 

Die Tage vor den Tagen sind demnach gut erkennbar. Komisch, ich habe dafür Jaaaahhhre gebraucht.

Immerhin werfe ich nicht mehr wütend mit Wattebäuschchen, wenn wieder die Frage kommt:

Schaaatz..Hast Du wieder bald Deine Tage?

 

 

Von den Wing Girls habe ich etwas treffendes bei YouTube gefunden:

 

 

 

 

 

 

Schwester und Doktor

 

Warum ist im Krankenhaus die veraltete Beruf-Geschlechter-Verteilung  noch so stark in den Köpfen der Patienten verankert?

 

Untersuche ich einen Patienten, heisst es: “  Schwester! Schwester!

Kommt mein  Schüler (einfach nur männlich  mit einem Noch-Milchbubengesicht) vorbeigeschlendert, hauchen sie  ein ehrfurchtvolles: „Herr Doktor, Herr Doktor!

 

Hallo?

 

 

 

Elbsandsteingebirge…ab in die wilde Hölle

Auch wenn wir nur bedingt erfolgreich den Forststeig gelaufen sind, hat es uns die Landschaft so richtig angetan, dass wir noch einen Tag im Elbsandsteingebirge verbringen möchten.

Nach einer erholsamen Nacht auf dem Campingplatz Ostrauer Mühle (bei Altendorf) strotzen wir vor Energie und starten bei purem Sonnenschein (!YES!) . Wie so viele andere stürzen wir uns auf den Malerweg. Als Kletterer ist ein Abstecher zum Falkenstein Pflicht. Hier ist es wesentlich ruhiger und doch soo schön! Einige Wände werden eifrig bezwungen  und wir gesellen uns einige Zeit  dazu. Im Elbsandstein ist das Benutzen von Friends, Klemmkeile, Magnesia etc. verboten. Hier wird noch mit Seilen und Knoten geklettert. Der Sandstein dankt`s.

Der Schrammstein ist überlaufen, aber das hat seinen Grund. Eine grandiose Aussicht! An den schmalen Wegen ist Staugefahr. Dies ist auf dem darauf folgenden Gratweg immer wieder ein Thema. Vor dem Zurückesteig ist es zwar schon ruhiger, dennoch biegen wir zu den Affensteig ab.

Unterhalb des Carolafelsen geht es dann in die Hölle, oder wilde Hölle. Das ist unklar, da der schmale Weg plötzlich weg ist. Wir freuen uns über jeglichen Pfad, der an irgendwelchen Kletterfelsen vorbeiführt. Also eher zwischen den Höllen gewandert. Pff. Oha, mein Puls steigt und ich mecker nicht mehr. Ein untrügliches  Zeichen, dass mir das Herz in die Hose rutscht. Die Pfädchen verlaufen zum Teil spektakulär steil über Wurzeln und durch Gestrüpp. Jetzt ist uns die Namensgebung klar.

 

Ich freue mich wie verrückt, als wir endlich wieder einen breiten, ausgelatschten Weg finden. Der Malerweg. Es wird Zeit für den Rückweg zum Flösser Campingplatz. Wir möchten an dem Flüsschen Kinitzsch entlang laufen und stellen uns auf ein gemütliches Auslaufen ein. Doch dieser Teil des  Flössersteig ist stellenweise  anspruchsvoll für die müden Beine. Nochmals konzentrieren und dann…. endlich…..am Ziel  die Beine hochlegen und bei einem Bierchen alles nachwirken lassen.

Traumhafte Tour:

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…5.Tag

Das Frühstück und die sich so langsam öffnende Wolkendecke lassen unsere Stimmung steigen. Nach dem gestrigen Tag ist das auch dringend notwendig!  Wir überlegen hin und her, wie wir das Erlebnis, den Forststeig, weiterführen wollen. Nach ewigem Hin und Her entscheiden wir uns den Weg von Königstein weiter zu gehen. Denn hier schneidet, bzw. verläuft der Forstweg den Malerweg. Damit sind die Wege , was die Wassertiefe angeht, vermutlich auch ohne Gummistiefel begehbar.

Mit trockenen Klamotten und feuchten Schuhe stiefeln wir uns gleich warm, denn der Weg führt immer leicht steigend zum Quirl. Hier biegen wir zu früh ab, was aber gut ist, denn es sind viele Touristen und Tageswanderer unterwegs.  Tiefenentspannt laufen wir am Kamm entlang und fühlen uns pudelwohl. Eine kleine Klettereinlage und wir gelangen wieder zum Malerweg. Wie immer begleiten uns leichte Orientierungsprobleme, die uns aber nicht belasten. Irgendwo geht es immer weiter.  Dann geht es zum Pfaffenstein. Eine traumhafte Kulisse. Diese Felsformationen begeistern uns. Zudem lässt sich wieder die Sonne blicken.  Bei einem Käsekuchen, den wir auf der Terrasse des Berggasthofes futtern, popeln wir heimlich auch die zweite blutschlürfende Zecke raus. Ein Abstecher auf die Barbarine ist Pflicht! Die Pfade sind eng und schlängeln sich zeitweise durch die Felsen. Hach. Der Gohrischstein  und Papststein sind ebenfalls nicht zu verachten. Leider wird es wieder neblig/regnerisch und die Aussicht entsprechend eingeschränkt.

Im Kurort Gohrisch rasten wir. Meine Fres…geballte Ladung unfreundlicher Menschen dort. Sooo einen abschreckenden Moschusgeruch haben wir noch nicht! Das Bäh-Wetter lässt uns den Forststeig ignorieren und wir laufen um die Folgen (=Gebiet) auf einem schmalen Waldpfad, um dann in Bad Schandau ins Auto zu steigen. Die Wetterprognose verspricht pure Sonne für den morgigen Tag. So entschliessen wir uns den Campingplatz Ostrauer Mühle aufzusuchen.

 

Hier die Strecke:


Der Bürgerbus

..findet immer mehr Anklang. Er gibt allen Menschen die Möglichkeit mobiler zu sein. Vor allem in ländlichen Gebieten ist er ein Segen. So gelangt man für einen Obulus (meist 1 Euro) an viele relevante Orte. So ist der Arzt, die Kirche, der Einkaufsladen, der Friedhof o.ä. erreichbar. Zudem sind meist Niederflurbusse im Einsatz, so dass ein Rollstuhl oder ein Kinderwagen problemlos mitfahren kann. Diese Projekte sind nur mit ehrenamtlichen Helfern und vielen Freiwilligen zu verwirklichen.  Die oft jahrelange Planungen und Gespräche im voraus kosten den Befürwortern Nerven und Durchhaltevermögen ist gefragt.

Wie sowas aussehen kann, seht ihr hier: z.B. Gemeinde Arlen /  Ostrach 

Ich freue mich über jeden  Bürgerbus dem ich begegne und hoffe, dass dieser auch weiterhin  rege genutzt wird.

 

 

 

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…4.Tag

Nach dem 3.Tag auf dem Forststeig starten wir ohne grosse Motivation um 9.30 Uhr. Die Wolken am Himmel beinhalten alle nur möglichen Grautönen und der Dauerregen von gestern hat sich etabliert. Die Füsse in die klammen Schuhe gesteckt und los geht es. Wir schaffen es tatsächlich schon zu Beginn den Norden mit Süden zu verwechseln und stapfen prompt in die falsche Richtung. So gelangen wir auf dem bequemen Mühlweg und bemerken erst in Rosenthal unseren Fehler. Etwas planlos suchen wir den Sommerhübelweg und finden ihn.  Hier kreuzt der Forststeig immer wieder den Weg. Oft sind die Wege nur Trampelwege oder auch Forstwege, die durch Vollernter vorgegeben werden.  Da der Dauerregen jedoch diese tiefen Furchen zu kleinen Flüssen verändert hat, und ich KEINE Lust auf Flusswaten habe, ignorieren wir einfach den Forststeig und wandern bei 13 Grad vor uns her. Wir gelangen zu der genialen  Rotsteinhütte. Diese Holzhütte ist mit viel Liebe gebaut. Sogar ein biologisches, überdachtes WC gibt es.  Ich wünsche den Betreibern wirklich, dass sich die Gäste an die Regeln halten und auch alles in gutem Zustand hinterlassen. Hier trockne ich kurz mein Merino-Shirt, dass schon völlig durchnässt ist. Dank meiner undichten Regenjacke finde ich das Wandern bei Regen doof. Während der Trockenzeit schmöker ich im Gästebuch und finde auch einen Eintrag des Kartographen R. Böhm, einer der ersten Tester des Forststeiges.

 

Anschliessend fnden wir den regulären Weg wieder mal nicht und wursteln uns  durch.  Erst der Neuteich verrät uns unseren Standort.

Aufgrund der Kälte und der Nässe und meinem MIMMIMI-Gejammer biegen wir nach Bielatal ein und suchen dort  ein Zimmer. Nichts! Keine Übernachtungsmöglichkeit weit und breit. Jetzt bleibt nur noch der Bus als Rettung. Wir erwischen den letzten Bus, der durch`s Bielatal fährt und lassen uns nach Königstein bringen. Die Touristenhochburg im Elbsandsteingebirge schlechthin. Im Gasthof „Schrägers“ werden wir nett empfangen und geniessen auch hier die heisse Dusche und das leckere Essen, was uns der Wirt präsentiert.

Hier die Strecke:

 

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…3.Tag

Nach den doch ordentlich kühlen Nächten wird jeder morgendlicher Sonnenstrahl mit einem Juchzen aufgenommen. Der Forststeig verläuft gleich vom Campingplatz aus mit einem gut ausgeschilderten Wanderweg zu den Tyssner Wände um dann einen Knick wieder nach Norden zu machen. Dann stosst er wieder auf die deutsch-tschechische Grenze. Hier kann man sich immer des Weges sicher sein, da die Grenzsteine und -pfähle gegenwertig sind. Nun bloss wieder die Augen offen halten. Denn die Wahrscheinlichkeit den Trampelpfad bei den Fichtenwände zu verpassen ist hoch. Ich platze vor Stolz, als wir die Abzweigung finden. Doch schon nach einigen Meter kann der Weg nicht mehr stimmen. Und dummerweise wimmelt es hier von  Markierungspunkten, denn die Forstbetriebe nutzen ebenfalls einen orangen Punkt..tatata). Oft ist das Gras zwischenzeitlich hoch gewachsen und macht einen Weg unerkenntlich. Leider ziehen nun auch Wolken auf. Zwischen den Felsen der Fichtenwände laufen wir etwas orientierungslos umher.  Zudem tröpfelt es nun auch und wir beginnen das Spiel: Zieh Dich an, zieh Dich aus kleine Maus…Schade.

Spätestens als  wir auf dem Mehlsteig landen, wissen wir, dass wir wohl eine weitere Abzweigung verpasst haben. Aber wir kennen immerhin nun unseren Standortund und  können ohne weiteren Verirrungen zum nächsten Aussichtspunkt Zeisigsteig wandern. Die Regenkleidung können wir nun anlassen, denn es regnet nun dauerhaft.  Jetzt wieder ab durch das Gestrüpp und zum Kachenmoor. Der Weg ist sumpfig und die eigentlich wasserdichten Wanderschuhe werden  unangenehm feucht. Nach dem Zauschengrund  erscheint eine Kreuzung mit mehreren Pfaden. Die orangene Forstwegmarkierung würde rechts am Fels vorbeiführen. Hier ist eine Schneise erkennbar, die allerdings mit mannshohen Farn bewachsen ist. Wir nehmen die linke Variante der Böhm`schen Karte und wuchten uns auf den Kamm. Hier empfängt uns wieder mal Gestrüpp ohne Ende und wir sind an unseren langen Hosen froh. Nun gelangen wir auf den Diebesgrund und der Forstweg führt  uns zur Johanneswacht.  Ein toller Ausblick trotz Regenwolken auf unzählige Felsnadeln, die sich um das Tal platziert haben. Unser Ziel ist die Biwakhütte Beutewaldhütte. Leider ist sie noch geschlossen und erst ab 2018 nutzbar. So trotten wir, zwischenzeitlich durchnässt (meine Regenjacke macht schlapp) im Regen nach Ottomühle. Hier finden wir in der gleichnamigen Herberge ein frisch renoviertes Zimmer. Trotz der nassen Dreckspur, die wir mit unseren Sachen legen, sind die Betreiber freundlich und kochen uns noch schnell eine leckere Soljanka.

Ahh…In einem Bett schlafen und nicht zu frieren hat was !

 

Hier die Strecke:

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…2.Tag

Endlich ist die endlos lange Nacht ( 1.Tag hier klick) vorbei. Sobald wir unsere Körperteile irgendwie bewegen können steigen wir etwa 7.30 Uhr miefend und schlotternd aus den Schlafsäcken. Erst der heisse Fertigkaffee (unglaublich, wie lecker ein Tütchenkaffee schmecken kann), bringt die gute Laune zurück. Über den Baumwipfeln sieht man bereits die  Sonne. Allerdings dauert es, bis diese wärmende Strahlen uns erreichen werden. Am nahen Bächlein gibt es eine sehr flüchtige Katzenwäsche. Zusätzlich kommt der Wasserfilter zum Einsatz und wir füllen hier unsere Wasservorräte.  Nach einem warmen Müsli packen wir gemütlich ein und brechen gegen 9 Uhr auf.

Schon die ersten Meter sind traumhaft schön. Eine kleine Kletterpartie am Bächlein und am Fels entlang. Dann geht es noch etwas an der Grenze entlang. Neben uns wieder eine Vielzahl von Pilzen. Wir halten nun Ausschau auf ein Zeichen, wann es nun links abgeht. Lt. Karte sind es dann nur einige Meter auf einem Forstweg, der auf die Strasse  Stezka Labska Piskovce übergeht. Vorbei führend an Chirstianenburg, einem Gasthof, wo wir unser Frühstück geplant haben. Naja. Wir finden tatsächlich ein Schild mit der Aufschrift Stezka Labska Piskovce (was vermutlich nur Naturschutzgebiet Labske heisst) und folgen dem Trampelpfad, der tatsächlich in eine Strasse übergeht. Und prompt sind wir  falsch. (Tja Herr Böhm…die böhmische Karte sollten Sie aktualisieren ..) Unser Kaffee in einem Gasthof bekommen wir nie. Stattdessen gelangen wir zum Jägerkreuz und laufen im Anschluss auf dem bequemen Daumkamm zum Hoher Schneeberg. Hier begegnen uns einige Pilzsammler, die bombastisch gefüllte Körbe mit sich tragen. Auf dem 723 m hohen Berg angelangt, verbringen wir hier unsere wohlverdiente Mittagspause. Ich bin begeistert! Eine hausgemachte Hühnersuppe, wie ich es nur noch aus Oma s Kochbuch kenne. Schwimmende Fettaugen auf einer gut mit Einlagen gefüllter Suppe. Boah! Das gibt Kraft eine frisch angedockte Zecke zu entfernen.  Mein Herz steht kurzfristig still, als ich sehe, dass hier mit Kronen bezahlt werden sollte. Den Tatbestand habe ich  total verpennt! Aber zum Glück sind auch Euros willkommen..uff.

 

Die Sonne strahlt mit uns um die Wette.  Wir sind von Felsformationen umgeben und können den Boulderen und Kletterer zuschauen. Nach Ostrov führt nun ein geteerter Wanderweg. Die Beine tun mir in den Wanderschuhen weh und wackle  auf den Campingplatz. Auch hier sind passionierte Kletterer anzutreffen, die auf den vielen anspruchsvollen Felstürmen auf ihre Kosten kommen.

Eine angenehme Kombination am Abend folgt: Menschen glotzen, duschen, essen und schlafen.

 

Hier die Strecke (1 +2. Tag)

 

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…1.Tag

Voll motiviert und wieder  spät dran ( vor 12 Uhr ist es selten) parken wir das Auto in Bad Schandau am Bahnhof. Hier gibt es tatsächlich noch kostenfreie Parkplätze und mehrer Tage hier zu stehen stellt kein Problem dar.

Der Start des Forststeigs ist in SchönauWir entscheiden uns für den Bus dorthin und müssen daher noch einige Meter  zum Start gehen. Lt. Karte soll der Weg irgendwo in der Nähe des Bahnhofes Schönau abgehen. Nachdem wir einige Male, wie ein Hamster im Laufrad, die Strasse hoch und runter schnaufen, nehme ich entnervt den Waldrand in Angriff. Rechts ist freier Blick auf den Zirkelstein. Der Forststeig muss etwas unterhalb verlaufen. Noch setze ich alles in meinen nicht vorhandenen Orientierungssinn und biege mutig ins Dickicht ab. H. watschelt geduldig und schweigsam hinter mir her. Keine Markierung weit und breit und auf einen Waldweg sind wir auch nur kurz. So laufen wir quer durch den Wald. Es geht nur langsam voran. Eine riesige Furche bringt nun alles durcheinander. Ich erkenne ein trockenes Flussbett darin und bin felsenfest überzeugt zu wissen wo wir sind. Tatata….von wegen! Der Wald besteht plötzlich aus tausenden trockenen Flussbetten. Wenigstens scheint die Sonne durch das Geäst, so dass ich nur missmutig werde und nicht gleich völlig die Nerven verliere. Warum trägt H. aber auch so gar nichts zur Route bei? Zeit zum Zicken! Und das schon nach nur 2 Std. Wanderung! Oha. Nach längerem Querdurch gelangen wir auf einen Wanderweg. Gaaanz toll. Anstatt am Gelobbachtal gelandet zu sein, dass ganz idyllisch sein soll, befinden wir uns ein ganzes Stück davon entfernt. Da wir nun doch schon etwas Zeit verbraucht haben entschließe ich mich den kerzengeraden, langweiligen Marktweg zu laufen, um Zeit einzuholen. Dieser führt direkt zum Tafelberg Grosser Zschirnstein. Dort rasten wir bei schönem Ausblick. Zudem nehmen wir uns ( zum Glück) Zeit die subtile, aber gut spürbare Spannung zwischen uns anzusprechen. Tja! Ich möchte doch nur den Forstweg laufen und habe Probleme den Weg zu finden. Ich brauche! H.s Orientierungssinn dringend dazu…Nun kommt er auch mal zu Wort und hat den erlösenden Vorschlag: Wenn wir den Weg nicht finden, ist das doch nicht tragisch. Die Himmelsrichtung stimmt, da kennt er sich aus. Sich nicht verbohrt  an die Karten halten, die nur ungenau den Wegesverlauf zeigen! Einfach laufen und geniessen…. Hmmm….also guuuut.

 

Ab jetzt läuft es wie von selbst. Wir umrunden den Grossen Zschirnstein und finden die erste neonfarbene Markierung, die uns steil durch den Wald herunter zu einer Biwakhütte  ( hier alle Infos für die Übernachtungsmöglichkeiten, die für 2018 geplant sind) führt. Wir laufen weiter und gelangen zu der deutsch-tschechischen Grenze. Ein zu erahnenden Trampelpfad und die Grenzsteine geben die Richtung durch das hohe Gras. Beklemmend ist das Gefühl, wenn man die Pfähle in dieser schönen Waldumgebung sieht, an denen ein meterhoher Zaun befestigt war. Unterwegs naschen wir Brombeeren und pflücken einen Steinpilz, was natürlich wieder Zeit kostet. Die Dämmerung beginnt und die Suche nach einem Nachtlager beginnt. Wir riechen Feuer und prompt gelangen wir an einen kleinen Kletterfelsen, der wohl kurz davor Besuch hatte…Ein idealer und wunderschöner Platz für uns. Schnell das Nachtlager aufgebaut und Steinpilz-Couscous gekocht…Und schon ist es dunkel. Und kalt! Seeehr kalt! H. und ich bewegen uns keinen Millimeter in unseren Sommerschlafsäcken. Dazu höre ich die Geräusche, die es halt so in einem Wald gibt und die schlaflose Nacht ist da. Ein Kleintier, das in meiner Fantasie zu einem ausgewachsenem Wolf mutiert ist, wuselt um das Zelt. Dank meiner Gefrierstarre bin ich unfähig nachzuschauen…

 

 

 

Hier die  Strecke (allerdings 1. und 2.Tag)