Autor -Martina

3 Männer, 1 Frau, 1600 km und Kurven, Kurven, Kuven

Wie ich mich freue! Seit einigen Jahren verbringen langjährige Freunde und ich ein paar Tage auf dem Moped und touren durch die Gegend. Dieses Jahr toppen wir die Anzahl der Tage und planen 4 Tage. Uff. Das wird hart. Denn ich habe noch u.a.  2015 und Schweiz/Italien 2016 im Kopf und erinnere mich an die darauffolgenden Tiefschlafphasen.

S. unser bester Fahrer und Tourenguide grinst hämisch, als wir uns treffen und wünscht uns gute Fahrt. Aha!

Niemand von uns hat dieses Jahr eine nennenswerte Zahl auf den Kilometerzähler gefahren. Dann also schööön langsam anfangen.

1.Tag:

Start: Konstanz. Zuerst geht es wieder auf die Autobahl nach Chur um Zeit zu sparen. Jetzt wissen wir immerhin wie sich das Moped anhört und fahren uns in der Lenzerheide mit den ersten Kurven warm. Ist das herrlich.  Ueber den Julierpass nach St. Moritz. Dann durch Celerina, Poschiavo nach Edolo. Hier beginnt dann die 2 Stufe der Warmfahrphase, denn die Kurven werden unübersichtlicher und enger. Jetzt muss es wieder sitzen, das Fahrgefühl. Weiter geht es nach Breno,Darfo, und am Lago d Ìseo vorbei. Inzwischen sehe ich nur noch Seen und Kurven. Lago d`Idro und Lago di Ledro. Einmal dachte ich zudem, dass das Navi von S. irre ist. Es führte uns durch eine nur mopedbreite Strasse, die steil bergab ging. Die Wegführung ist nicht erkennbar, da eine steile Kurve und ein Steinbogen die Sicht versperrte. Wer da steckenbleibt, hat keine Chance zu drehen…Hier stoppte ich und wartete einfach mal ein paar Minuten, ob jemand wieder fluchend den Rückweg antritt.  Was natürlich zur Folge hatte, dass ich kurzfristig den Anschluss verpasste, da dies tatsächlich (ich kann es noch immer nicht glauben) der richtige Weg war. Boing.

Nach bereits vielen gefahrenen Stunden  freuen wir uns auf das erste Hotel. Aber leider ist der Passo Croce domini gesperrt und wir müssen einen längerenUmweg fahren um endlich in Gargnano im Hotel Tre Punte anzukommen. Der Empfang ist super. Bei Regen werden unsere Mopeds auf ein gesichertes Privatgrundstück gebracht und wir dürfen uns erstmal trockenlegen und die liebevoll eingerichteten Zimmer beziehen.  Ein Restaurant gibt es zwar nicht im Hotel, aber der Durst kann in der  Bar gegenüber gestillt werden, die ein herzlicher Italiener führt. Und eine grosse Auswahl an Speisen hat 10 Meter weiter ein Restaurant. Also alles bestens. Nach 480 km Fahrt, einem Stück Fleisch mit Steinpilzen und Rotwein schlafe ich entsprechend sehr gut.

2.Tag:

Nach dem Frühstück und einer netten Verabschiedung der Cheffin steigen wir auf die Mopeds. Das Einfahren bleibt aus, denn der Weg schlängelt sich von Beginn an durch die Gegend. Tief einatmen und genießen. Ein  Hoch auf meine Reifen, die sich ratzfatz mit dem Asphalt verzinken und mir ein Gefühl von Sicherheit geben. Wir kurven oberhalb des Lago di Garda , vorbei an Riva und pirschen uns von hinten an den Monte Baldo ran. In Höhe Affi Richtungsänderung nach Molina und ab in den Naturpark della Lessinia.  Es ist heiß und wir genießen die Fahrt auf den Monte Grappa. Allerdings ziehen hier prombt die Wolken hoch und wir sehen gar nichts! Schade, denn bei ungetrübter Sicht, hat man einen gigantischen Weitblick. So fahren wir weiter und geraten  wieder in einen  Regen- und sogar Graupelschauer. Wir halten brav durch, denn unser geplanter Stopp Arsie ist nicht mehr weit. Hier ist die nächste Uebernachtung direkt am See Lago die Caro gebucht. Froh,  am gebuchtem Hotel Parigi  angekommen zu sein, folgt die Ernüchterung. Die Begrüssung besteht aus einem abfälligem Blick auf unsere nassen Regenkleidung. Gut, besonders attraktiv sehen wir nicht aus, aber uns dann erst die Ausweise suchen zu lassen, bevor wir überhaupt richtig angekommen sind, ist sehr gewöhnungsbedürftig. Zudem gibt noch eine Lektion, dass das angeschlossene Restaurant KEINE Pizza hat, sondern nur besonders gute (und preislich gehobene) Gerichte anbietet. Da gefriert sogar unserem Charmeur J. das Lächeln im Gesicht. Dann etwas Hektik. Kurz ein Feierabendbierchen, gefolgt von einer heissen Dusche (die Zimmer sind stilvoll und gemütlich eingerichtet)  und ab zum Essen, bevor die Küche (sprich: der Hausherr) schließt. Nun ist die Welt wieder in Ordnung. Bei zugegeben gutem Essen mitWein ist der Abend mit meinen Jungs unterhaltsam und gemütlich.

 

3. Tag:

Der Regen hat sich verzogen und lässt erahnen, wie hübsch dieser Ort bei Sonne sein kann. Nach einem spärlichen Frühstück ( weder international noch italienisch konnte man dieses Frühstück nennen) und einem wenig warmem Abschied folgt das gleiche Procedere vom Vortag. Von Beginn an wird Konzentration für die vielen engen Kurven in der trentinischen Gegend gefordert. Herrlich.

Kirschen…hier gibt es Unmengen schon an KIRSCHEN! Ich liebe Kirschen und kaufe mir dann auch gleich 1 kg, die (wer hätte es gedacht) durch das Rumgeschüttel während dem Fahren dann gar nicht mehr so appetitlich aussehen. Schniff.

S., schon sichtlich über meine Regenhosen-Anzieherei genervt (ich hasse nun mal Wasser in den Motorradstiefeln!) fahren wir die letzten 8 km bei Regen durch und gelangen an das La Ripa Hostel in Albino, das in einem beeindruckenden altem Convent untergebracht ist.  Allerdings hätten wir die Rezeptionszeiten beachten müssen. Ein Fresszettel klebt an der Klingel: Wir haben bis 19 Uhr auf. Nun ist es 19:15 Uhr. … öhmm. Nach einem Telefonat verabreden wir uns mit der quirligen Rezeptionistin auf 20:30 Uhr und verbringen die Wartezeit in einer kahlen Lieferservice-Pizzeria. Nach dem Einlass in das Hostel stellen wir uns auf Feierabend ein. Genial. Alles ist frisch renoviert und es gibt Platz ohne Ende in den Zimmern. Ein Künstler unterstützt das Hostel mit Bilder und Skulpturen. Den Abend verbringen wir in einer Bar im Dorf bei italienischem Wein, niederländischem Bier und französischer Salami.

4.Tag:

Wie es sich gehört, scheint auch heute morgen wieder die Sonne. Unser nun typisch  italienisches Frühstück besteht aus  Kaffee und süssem Gebäck. Oha. Und dies bei hungrigen Mäuler. 2 gefüllte Croissants für jeden! Dann mit Bauchweh auf die Mopeds. Der Nachhauseweg gestaltet sich wie die letzten Tagen phänomenal. Kurven, Kurven, Kurven. Von Albino aus düsen wir über Trevasco San Vito im Zickzack an den Lago di como. Leider ist der Passo San Marco noch gesperrt. Eine Herausforderung ist anschliessend  der Splügen-Pass. Diese Kehren fordern nochmals alles. Zum Glück ist meine Fahrweise hier unter vorsichtig einzustufen. So kann ich beruhigt an der Polizei vorbeifahren, die sich am Fusse des Passes den Rasern annimmt.  Ein Highlight ist nochmals das Rofla-, sowie das Viamala-Tal.

Ich bin platt und der Abend fortgeschritten. So entscheiden wir uns bei Chur wieder auf die Autobahn zu fahren, um 2 Stunden später müde, aber heile und glücklich wieder am Bodensee einzutrudeln.

 

Danke S. für die super Planung. Alles war perfekt. Nichts zu meckern gibt es. Naja…vielleicht eine Kleinigkeit….räusper… nächstes Jahr ein paar Pausen mehr mit Möglichkeiten für den WC-Gang für Damen !

 

 

 

 

 

Hier die Tour im Motoplaner.de geplant:

http://www.motoplaner.de/#v4&47.63061,9.22461,1,0,0;47.5572,9.28524,1,0,0;47.01151,9.51146,1,0,0;46.72753,9.55781,1,0,0;46.5106,9.63411,1,0,0;46.4107,10.02612,1,0,0;46.15412,10.15296,1,0,0;45.93686,10.32756,1,0,0;45.93204,10.30417,1,0,0;45.92874,10.30344,1,0,0;45.82731,10.12108,1,0,0;45.71442,10.24696,1,0,0;45.71376,10.48205,1,0,0;45.68486,10.63384,1,0,0;45.73812,10.73003,1,0,0;45.78318,10.72943,1,0,0;45.88767,10.841,1,0,0;45.88531,10.8481,1,0,0;45.79862,10.89364,1,0,0;45.72837,10.85651,1,0,0;45.56849,10.87416,1,0,0;45.56944,10.89655,1,0,0;45.64517,10.93064,1,0,0;45.65065,10.9858,1,0,0;45.64191,11.02658,1,0,0;45.62676,11.03298,1,0,0;45.6863,11.07629,1,0,0;45.61304,11.12931,1,0,0;45.6114,11.13889,1,0,0;45.60083,11.14504,1,0,0;45.59358,11.21241,1,0,0;45.56522,11.25785,1,0,0;45.54935,11.2775,1,0,0;45.51577,11.46292,1,0,0;45.53056,11.5012,1,0,0;45.85582,11.73545,1,0,0;45.8734,11.80357,1,0,0;45.92212,11.78892,1,0,0;45.9571,11.75342,1,0,0;45.92324,11.67676,1,0,0;45.95665,11.32875,1,0,0;45.97626,11.2899,1,0,0;46.01126,11.30253,1,0,0;46.03706,11.30147,1,0,0;46.0802,11.09831,1,0,0;46.03902,11.05756,1,0,0;46.04351,10.95889,1,0,0;45.93623,10.81144,1,0,0;45.90897,10.83234,1,0,0;45.9023,10.83425,1,0,0;45.85438,10.63687,1,0,0;45.73015,10.43445,1,0,0;45.7203,10.42103,1,0,0;45.70191,10.20657,1,0,0;45.65403,10.01736,1,0,0;45.66158,9.97428,1,0,0;45.6789,9.94528,1,0,0;45.73314,9.95449,1,0,0;45.73153,9.90696,1,0,0;45.74801,9.85151,1,0,0;45.76579,9.80197,1,0,0;45.77687,9.73967,1,0,0;45.84272,9.73036,1,0,0;45.88079,9.70748,1,0,0;45.87512,9.68183,1,0,0;45.87409,9.6528,1,0,0;45.8917,9.52356,1,0,0;46.0104,9.37526,1,0,0;46.03316,9.31364,1,0,0;46.2123,9.44828,1,0,0;46.50552,9.33038,1,0,0;46.56175,9.35074,1,0,0;46.56893,9.38966,1,0,0;46.58184,9.42146,1,0,0;46.62913,9.44196,1,0,0;46.65493,9.4497,1,0,0;46.68368,9.4466,1,0,0;46.6979,9.44677,1,0,0;47.1739,9.46549,1,0,0;47.18185,9.46578,1,0,0;47.18253,9.46315,1,0,0;47.18306,9.45831,1,0,0;47.1819,9.4658,1,0,0;47.2039,9.44131,1,0,0;47.21177,9.49745,1,0,0;47.52492,9.38688,1,0,0;47.55708,9.28509,1,0,0;47.6315,9.22443,1,0,0;47.63863,9.20193,1,0,0&&0,0

Der Illmensee

Im Landkreis Sigmaringen gibt es einige Natur-Highlights, die ich leider erst seit einiger Zeit erkundschafte. Das Pfrunger Ried, der Höchsten, der Federsee mit dem Wackelwald  …traumhaft.  Der Illmensee bei dem gleichnamigen Dörfchen stand nun auch auf meiner Liste.  Im Sommer ist hier einiges los, denn der Illmensee ist ein bekannter Badesee. Allerdings ist von Beginn an klar, dass ich es bei der Umrundung sehr ruhig haben werde, denn der angesiedelte Camping-Platz hat noch geschlossen und ausserdem regnet es mal wieder. Bei Sonnenschein ist es hier sicher richtig idyllisch, denn die Moor-und Schilfgegend um den See herum bietet ein Postkartenmotiv.

Hier die Strecke:

Arlen-Bankholzen-Bohlingen-Arlen

Ein Heimspiel für mich, wenn  Arlen als Start-und Zielpunkt einer schönen Tageswanderung fungiert. Mit meinem Lieblingsmenschen hatte ich 2014 schon mal den Herrentisch erklommen, um nach Stein am Rhein zu laufen.

Kaum traten dieses Jahr die ersten Sonnenstrahlen raus, schnappte ich mir meinen nie motzenden Mitgeher und startete eine Tagestour. Auch dieses Mal natürlich mit gefülltem Rucksack, der den Anschein einer Expedition macht. Zu meiner Verteidigung: ich werde nie verhungern oder nass werden. Eher vom Gewicht erdrückt, aber das hält sich zum Glück bei einer Tageswanderung  in Grenzen.

Hier die Tour:

Am besten startet man in Arlen. Der Wiesenstrasse folgen erreicht man kurz vor der schweizer Grenze den Bodensee-Jura-Weg. Von hier gelangt man schnell über einen Kiesweg ,an Schrebergärten vorbei, zum Schienerberg. Den Serpetinenweg zum Herrentisch schiebe ich mich mit den Stöcken  schnaufend hoch. Anfang des Jahres ist meine Kondition schon wieder auf Null. Ätzend! Auf dem Herrentisch angekommen öffnen wir als Belohnung unseren Rucksack und knöpfen uns die ersten Schokoriegel vor. Mit Blick auf die Hegaukegeln lässt es sich hier gut aushalten. Nur die Bise stört die Zweisamkeit. So  geht es weiter über den einsamen und schönen Grat durch Wald und über einen kleinen Wiesenanteil nach Bankholzen. Dieses Dörfchen hat sich vor dem Ortseingang ein erholsames Plätzchen eingerichtet. Der Weg führt nun an einem Bächlein an einer Mühle vorbei. Freudig schauen wir auf die Märzenbächer, die den Frühling einläuten.  Nun gelangen wir in das beschauliche Bankholzen und durchqueren es.
Einige Meter Asphalt folgend biegen wir anschliessend links auf den Wanderweg Richtung Bohlingen ab. Der Weg geleitet uns zur  Aach, der wir  nach  Bohlingen folgen. Hier gönnen wir uns ein weiteres  Päuschen, um die Vorräte aus dem Rucksack zu futtern. Die überdachte Bushaltestelle im Dorfkern eignet sich hervorragend dafür. So haben die Bohlinger freien Blick auf uns ;-). Anschliessend machen wir uns auf den Nachhauseweg. Über Worblingen am Naturschwimmbad vorbei nach Arlen.

Eine hübscher langer Spaziergang, der Lust auf mehr macht und mir eindringlich zeigt, dass ich noch hart an meiner Kondition arbeiten muss. Der Frühling/Sommer steht schliesslich vor der Tür!

Hier die Tourdaten:

vom Erfolg und Scheitern beim Fasten…

Überaus motiviert ging ich an meinen Fastenplan heran. So teilte ich mir die 6 Wochen Verzicht vor Ostern ein:

6 Wochen : Keine Schokolade,Kuchen,Kekse +

5 Wochen: Kein Alkohol +

4 Wochen : Kein Brot/Müsle /keine Nudeln/keinen Reis.. +

3 Wochen:  Kein Fleisch/keine Wurst +

2 Wochen: Keinen Kaffee +

1 Woche: Kein Handy, keine heisse Dusche

 

Wie ich scheiterte und was das Fasten sonst noch mit mir angestellt hat :

1.Woche:

Den Schokoladenverzicht habe ich fast durchgehalten. Nur am Betriebsausflug überredeten mich meine Arbeitskolleginnen zum Nachtisch: Eis in 3-facher Ausführung! Meine Ausrede: Tiramisu-Eis ist ja keine Schokolade. Naja. Und eine heisse Schokolade zählte ich zu den Getränken dazu…hüstel..

2.Woche:

+ Alkoholverbot: Kein Problem.

3.Woche:

+ Kein Müsli zum Frühstück.  Das Frühstück war leicht zum Ersetzen: Quark, Joghurt, Eier, Obst…da lässt sich noch ordentlich was zaubern.  In Unmengen futterte ich diverse Milchspeisen und Obst. Diesem Umstand habe ich es wohl zu verdanken, dass ich während der Grippe/Erkältungswelle eine der raren „Keimfreien“ war. Allerdings übersäuerte mein Magen ziemlich schnell.

Käse auf s Brot und das Problem wäre gelöst. Aber neiiiin. Brot ist ja tabu… Hier dann also die nächste Mogelei: Ich kaufte Grosspackungen an Wasa-Knäckebrot und belegte es dreifach, so dass dieses hauchdünne brotähnliche Gebilde unsichtbar wurde.

Ausserdem  aß ich gedankenlos bei diesem schon o.g. Betriebsausflug ein Gipfele…arrgh

Meine Stimmung sank . Müdigkeit bestimmt den Tag. Ich schob es mal auf das Wetter…

4.Woche:

+ Kein Fleisch und keine Wurst. Das wurde nun richtig kompliziert. Denn nur Salatblätter mit Tofu naschen halte ich nicht durch.  Rezepte wurden durchforstet und ich staune, was man so alles kochen kann. Aufläufe, Gemüseburger, Fisch, Suppen… So lecker habe ich schon lange nicht mehr gegessen.

Und trotzdem nahm die Müdigkeit zu.  Zudem wurde ich schnell reizbar und zickte des öfteren. Ich schob es wieder auf das Wetter und auf die überbordende Arbeit bei mieser Stimmung.

5.Woche:

+Keinen Kaffee. Das war Folter. Mein  morgendliches Ritual ,3 Kaffees zu schlürfen, wurde aufgehoben. Stattdessen fristete ich mein Dasein bei  Wasser und Tee.  Während der Arbeit blieb mir nur der neidvolle Blick in die Kaffeetassen der Arbeitskollegen…

Nun gelangte  mein psychischer Zustand an den  Rand des erträglichen.  Ich bin: müde, träge, schlecht gelaunt und nahe am Wasser gebaut. Und das 24 Stunden am Tag.

Aber irgendwie musste ich auch arbeiten. Also kommt die nächste Mogelei: entkoffeinierter Kaffee. In einer Ecke findet sich eine erst seit 2 Jahren abgelaufene halbe Packung .  Immerhin noch bräunliches Pulver , das sich mit dem verstaubten Bodum-Kaffeemacher in eine warme braune Brühe verwandeln lässt.

6.Woche:

+Kein Handy. Erstaunlich, wie schnell ich hier positives rausziehen konnte. Plötzlich hatte ich mehr Zeit. Morgens keine mails, sms und posts zur braunen Brühe mehr. Das bedeutete 15 min länger schlafen. Sehr wertvoll! Verabredungen wurden über das sogenannte Festnetz ausgemacht. Auch ganz nett.

In dieser letzten Woche wollte ich zusätzlich auch dem warmen Wasser entsagen und als Powerfrau dastehen. Stattdessen sah ich im Spiegel eine übermüdete und  kraftlose Visage, die am Rande des Nervenzusammenbruchs war. Also lies ich den letzten Teil einfach weg.

Dann kam  Ostern… Ich feierte Geburtstag mit Freunden bei Pizza, Schokolade und Sekt. Komisch. Seit diesem Tag geht es mit meiner Verfassung (und auch mit  meinem Gewicht) wieder  steil bergauf.

An was das wohl liegt? Habe ich mich mit den Mottos übernommen? Dabei habe ich sicherlich keine Defizite bei der Ernährung gehabt. Oder lag es doch nur am Wetter und an der Arbeit? (Wobei das Wetter und die Arbeit unverändert mies sind).

Fazit:

pfui:

  • Betriebsfeste sind böse.
  • Mogeleien =  Selbstverarschung = Scheitern
  • Übernommen und meine Disziplin überschätzt

 

 huis 

  • 2 kg Gewichtverlust
  • Smartphonezeiten bleiben reduziert , dadurch mehr Zeit

Das Unterfangen war eine einmalige Sache und wird  nicht mehr in dieser Art wiederholt. So!

 

 

Tagesspaziergang am Bodensee. Von Stein am Rhein nach Iznang

Frische Luft tut gut! Sie lässt mich vom Alltagsstress Abstand gewinnen. Na dann: Raus! Mein Bedarf danach ist gross.

Auf Höhenmeter habe ich keine Lust.  Dazu bin ich viel zu faul. Deshalb wähle ich einen Weg am Untersee, der mit den öffentlichen Verkehrsmittel sehr gut zu erreichen ist.

Das übliche wird eingepackt: Viel Wasser und Tee, Essen für 3 Tage, Kleidung für alle Eventualitäten. Dazu noch starre Wanderschuhe, meine einzig wasserdichten Schuhe, die eigentlich für den alpinen Gebrauch sind. Komisch. Trotz meiner Erfahrungen habe ich vor allem bei Tagestouren den Hang zum Überflüssigem….tstst. Das einzig richtige beim Packen ist wohl meine Begleitung, die gutmütig alles erträgt.

Startpunkt ist Stein am Rhein, ein hübsches Städtchen im Kanton Schaffhausen (CH), was sich anzuschauen lohnt. In der tollen Altstadt gönnen wir uns den obligatorische Nussgipfel. Mit 500 Kalorien mehr im Bauch starten wir unsere Tour.  Wir müssen nur der Wegmarkierung: Bodensee-Rundwanderweg folgen. Bald gelangen wir schon  über die grüne Grenze nach Deutschland. An Öhningen und Hemmenhofen vorbei  machen wir am Seeufer Rast. Ab Gaienhofen führt der Weg  von nun ab meist am Seeufer entlang. Aufgrund eines Naturschutzgebiet kann ab Horn der See nur mit einem Abstand betrachtet werden.

Der Weg ist meist asphaltiert und Steigungen sind hier wirklich keine zu finden.  Dementsprechend schmerzen meine Füsse in den harten Schuhen, die ein Abrollen des Fusses verhindern. Mist. Mein Gejammer kann sich mein Begleiter  bald nicht mehr anhören und wir beschließen in Iznang den Bus zu nehmen, um den Heimweg anzutreten.

 

Zum gemütlichen Vor-sich-hin-latschen, ist die Strecke in Ordnung. Der Blick auf den See wirkt beruhigend. Zudem lässt sich diese Strecke mit Kultur verbinden. Denn die Höri beherbergte einst einige bekannte Maler und Dichter. So bietet z.B. das Otto Dix Museum in Hemmenhofen, das Haus von Hermann Hesse in Gaienhofen usw. einige Möglichkeiten der Abwechslung auf diesem Weg,  der übrigens eine Teilstrecke des Bodensee-Rundwanderweges ist.

Ansonsten jedoch würde ich diesen Weg aufgrund der asphaltierten Wege und der stetigen Nähe zur  Strasse  nicht für einen Wanderausflug empfehlen. Aber eine Alternative zum Sofa ist es allemal.

Geniesst weiterhin die Zeit in der Natur und lasst die Seele baumeln!

 

Hier die Tour:

 

Mottofasten

…hört sich für mich umsetzbar an. Bisher sah ich keine Notwendigkeit dies zu tun, aber als man(n) mich fragte, ob ich nicht auch in der Fastenzeit „Verzicht“üben möchte, nickte ich motiviert zu. Ehrlicherweise eher aus der Hoffnung heraus, dass ich meinen Wohlfühlwinterspeck etwas reduzieren kann, da sich dieser die letzten Monate  auffällig hartnäckig um die Hüften klammert und Hosen zum explodieren bringt.

Ausserdem schadet es nicht, wenn dieser täglicher Überfluss an Leckereien und Komfort ins Bewusstsein tritt. Ich möchte innehalten und reduzieren, damit ich  dankbar für das bin, was für mich schon eine Selbstverständlichkeit darstellt. Warum nicht.

Damit diese 6 Wochen nicht von Beginn an zum Scheitern verurteilt sind, entscheide ich mich für Fasten in Häppchen.  Jede Woche wähle ich einen zusätzlichen Verzicht zu meinem Hauptthema, der Süssigkeitenabstinenz.

Und so sieht mein Plan aus:

  • 6 Wochen keine Süssigkeiten (Kuchen/ Schokolade / Kekse etc., also alles, was mich seit November 2016 täglich begleitet und zu einem Suchtverhalten geführt hat. )
  • 5 Wochen kein Alkohol
  • 4 Wochen : keine Kohlenhydrate. Dazu zählt für mich: Brot/Nudeln/Reis/Müsli ….Arrgh. Das wird hart.( Bei anderen Inhaltsstoffen, die auch zu den Kohlenhydrate zählen, bin ich strikt zu faul, diese akribisch zu enttarnen)
  • 3 Wochen: keine Fleisch- und Wurstwaren
  • 2 Wochen: keinen  Kaffee ( Mist. Mein Laster schlechthin. Das gibt Entzugskopfweh!
  • 1 Woche: Das Mobiltelefon wird ausgeschaltet. Nur Anrufe über Festnetz sind angesagt. / Kein Warmwasser für die Körperpflege.

 

Ich bin gespannt, ob ich durchhalten werde und wie es sich anfühlt. Oder drehe ich dann völlig durch? Mal schauen.

Halbtageswanderung zwischen den Hegauvulkanen. Singen bis Welschingen

Damit ich nicht gänzlich dem Winterblues verfalle, entschliesse ich mich nach dem Ausschlafen (das musste einfach sein), den Hegauvulkanen einen Besuch abzustatten. Ganz ohne Plan,  nur mit Rucksack, etwas Geld und meinem spontanem Begleiter, fahren wir mit dem Zug nach Singen-Landesgartenschau. Von dort startet gleich der Weg zum Hohentwiel. Schon nach einigen Meter ist die Stadt hinter uns und wir können einfach gedankenverloren laufen. Sehr kommunikativ sind wir beide nicht. Aber nur, weil es doch frostig ist, und die Mütze und der Schal  ein gewisses Hör-und Rededefizit mit sich bringen.

Wir folgen keiner festgelegten Route, sondern halten uns nur nord-westlich. Auf die Burgen möchten wir nicht, da die Aussicht beschränkt ist und die steilen, felsige Anteile sicher vereist sind. Einfach laufen ist unsere Devise. So gehen wir östlich am  Hohentwiel vorbei, umrunden den unauffälligen Staufen.  Dann geht es weiter am Hohenkrähen und Mägdeberg vorbei. Es beginnt zu dunkeln. Daher entscheiden wir uns den Hohenstoffeln nur von der Weite zu betrachten und definieren Welschingen als Ziel. Es wird trotz Winterkleidung ungemütlich frisch. Zudem knurrt der Magen. Zwar hatten wir Vesper eingepackt, aber Pausen wurden sofort mit kalten Händen und Füssen quittiert und wir bevorzugten das Müsliknabbern während dem Gehen.

Gerade als die ersten Schneeflocken fallen und es definitiv dunkel und kalt ist, erreichen wir Welschingen.Wir freuen uns auf ein deftiges Abendessen und ein Bett und fragen Passanten nach möglichen Übernachtungsmöglichkeiten. Also: Da gäbe es den sehr günstigen Adlerm mit Jugendherbergeflair. Oder auch den gehobenen Bären..

Voller Vorfreude gehen wir zum Restaurant Bären. Hübscher Eindruck und mit einer ansprechenden Menükarte ausgestattet. Also reinmarschiert, um uns dann eine gnadenlose Abfuhr zu holen. Der Bären hat keine Zimmer. Und zu Essen gibt es heute auch nichts. Geschlossene Gesellschaft! Und dann noch eins oben drauf: Der Betreiber des Adlers feiert dort Geburtstag und hat damit seinen Adler geschlossen! Kreisch! Klappe runter. Dann ruft die Chefin des Bärens noch bei einer Frau ein, die ein Gästezimmer vermietet. Sie liegt jedoch krank im Bett.  Mitleidig schaut sie uns an und meint nur, dass es schwer sein wird. Engen sei zwar eine Stadt, aber bietet nur am Bahnof eventuell eine Übernachtung an. Toll.

Somit wird unser Vorhaben, am nächsten Tag dem Hohenhewen einen Besuch abzustatten, eingestampft.

Also ab zum Welschinger Bahnhof um mit dem Zug wieder nach Singen zu kommen, wo uns das eingefrorene Auto erwartet.

Rückblickend  lief doch alles rund.  Irgendeine Möglichkeit gab es immer. Nur Flexibililität muss man mitbringen. Zudem hat die  Nachmittagstour  seinen Dienst getan. Der Bettmief wich, der Kopf ist durchlüftet und nebenbei sind ein paar Weihnachtsgrämmle gewichen!

Hier die Tourdaten:

http://out.ac/aBgbT

 

 

 

In guten und in schlechten Tagen…

Bei einem Besuch im Krankenhaus stupst mich mein Freund an und nickt in Richtung meiner Liebsten…“Schau mal…so will ich auch alt werden…sie kümmern sich gegenseitig…sie lieben sich…“

Ich verstumme und beobachte. Da sitzen beide, gekennzeichnet durch Alter und Krankheit und strahlen  in dieser Zerbrechlichkeit Wärme aus. Es gab soeben Mittagessen für den Patient. Dieser eine  Teller  wird nun aufgeteilt und sie helfen sich gegenseitig beim Essen. Liebe-und respektvoll ist der Umgang.

 

Meist sind es Krankheiten, die das Leben extrem einschränken. Der Alltag wird zur Herausforderung und als Verwandte überlegt man sich, wie es weitergehen soll. Können sie sich noch selbstständig versorgen? Oder ist die Unfallgefahr doch zu gross? Oder bahnt sich sogar Verwahrlosung/Verschuldung an? Oder, oder, oder..

Plötzlich muss man Entscheidungen treffen. Die Vernunft stimmt für die diversen Möglichkeiten wie betreutes Wohnen, Kurzzeitpflege, Dauerpflege, Altersheim. Man krempelt die Ärmel hoch und beginnt zu organisieren. Tja, aber die Rechnung geht nicht auf. Die Hilfebedürftigen klammern sich an Gewohntes und wehren sich wehement gegen diese Planung. Sich im Alter an eine neue Umgebung gewöhnen? Neue Menschen kennenlernen, mit denen sie sich eventuell nicht verstehen werden? Sich auf eine Struktur einlassen, die nicht von ihnen selbst vorgegeben wird? Es wird gebockt….vordergründig…aber tief im Innern?

Warum habe ich nicht für einen kurzen Moment innegehalten und die Menschen beobachtet, die diese einschneidenden Veränderungen schliesslich betreffen?  Sie haben Angst. Spüren, dass sie sich nahe am letzten Lebensabschnitt befinden und dass ihnen die Selbstständigkeit entgleitet.

Allen Widrigkeiten zum Trotz zeigen sich Momente der Lebensfreude und Lebenskraft. Das ist dermassen eindrucksvoll, dass ich nur da sitzen und staunen kann.

Was soll man machen, wenn es zwei Menschen betrifft, die unterschiedliche Hilfe benötigen und auch dementsprechend verschieden von den Versicherungen/Krankenkassen eingestuft/unterstützt werden? Menschen trennen, die schon ein halbes Jahrhundert zusammen ihren Weg gemeistert haben? Das kann nicht die Lösung sein. Typisch Sesselpupser!

 

Tief durchatmen und nochmals in Ruhe alles durchgehen. Vielleicht gibt es doch umsetzbare Alternativen, damit Menschen so leben dürfen, wie sie es sich wünschen. Es bieten sich ambulante Hilfen/Tagespflege/externe Vollzeitbetreuer an.

Für meine Liebsten ist klar: Auch wenn es mühsam sein wird, wird ihr Weg gemeinsam weitergegangen. Schliesslich haben sie sich vor über 60 Jahren das Versprechen gegeben: “ In guten wie in schlechten Tagen..“

 

Der Mistelzweig…

Als kräftige Unterstützung zu Weihnachten, dem Fest der Liebe, bekam ich einen wunderschönen Mistelzweig geschenkt.  Zuerst hing er zur Freude meiner Nachbarn im Treppenhaushaus, die sich ganz dem Brauch nach unter dem Zweig küssten. Da ich hier eindeutig zu kurz kam, bekam er nun einen festen Platz an der Eingangstür. MEINER Eingangstür. Und ich muss sagen, ich bin begeistert. Er sieht nicht nur toll aus, sondern erinnert immer wieder daran, dass da ruhig etwas mehr geküsst werden darf. Also wollte ich diesen Halbparasit zum Ganzjahresgewächs an meiner Tür erklären. Es irritierte mich allerdings, dass man diesem Zweig nur zu Weihnachten grössere Beachtung schenkt. Die Recherchen im Internet bei Brauchwiki sind spannend: lies mich doch mal.

Schade, dass dieser Brauch tatsächlich nur bis zum 06.01. ausgeführt werden kann. Nun denn: Immerhin hat mein Mistelzweig ganz viele Beeren hängen. Ein guter Start ins neue Jahr!

 

 

Wandern im Dezember im Alpstein….geht doch

Der letzte Schneefall ist schon eine Weile her. Lange habe ich in der Ferne die Alpen mit den kleinen weissen Klecksen drauf betrachtet und überlegt, ob ein Winterspaziergang machbar ist.  Ein Versuch ist es wert.

Da es in den Bergen auch zugig sein kann, packen wir alles erdenkliche ein, um den erwarteten arktischen Temperaturen zu trotzen. Dazu Unmengen Proviant. Vollgepackt steigen wir in die Seilbahn und lassen uns am späten Vormittag auf den Hohen Kasten (ca 1800M) bringen. Dort die Überraschung: Es hat Plusgrade! Die Handschuhe und der dicke Fleece wandern in den Rucksack, der nun eine Wochenexpedition vortäuscht.

Die Sonne strahlt mit uns um die Wette, denn auf ein solch traumhaftes Panorama sind wir nicht vorbereitet. Wir starten auf dem Grüezi-Weg, der im Sommer oft überfüllt ist und marschieren auf dem  Grat entlang mit vielen Vesper-,Guck-und Fotopausen zum Restaurant Stauberer. Der Weg ist grandios. Links der Blick Richtung Rheintal, das von Wolken bedeckt ist. Rechts,  zum Sämtisersee hin,  ist es schattig, aber die Farben der Umgebung sind ein beeindruckender Kontrast zu der Sonnenseite.  Zudem begegnen uns mehr Steinböcke und Gämse als Wanderer. Erst in der Nähe sehe ich , was für majestätische Wesen sie sind. Vorsichtig muss man trotzdem sein, denn die Steine können tückisch glatt sein. Auch einzelne vereiste Flächen machen den zum Glück sonst einfach begehbaren Weg spannend.

 

Die meisten Hütten bieten ab Oktober zwar keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr an, öffnen aber ihre Türen doch auch mal für einen Kaffee. Also wieder ein Päuschen.  Dann nehmen wir den kniefeindlichen  Weg zum Plattenbödeli. Hier wird es dann doch mal ziemlich rutschig. Der gefrorene Raureif bildet eine natürliche Rutsche, die ich nicht wirklich nutzen möchte.

Die Sonne ist am untergehen und wir erreichen vor Einbruch der Dunkelheit entspannt und glücklich die Seilbahnstation in Brülisau.

Hier noch die Daten:

http://out.ac/aGq3X