Eine Frau, ein Zelt und der Westweg ( 2.Tag)

Den ersten Tag geschafft, läuft es sich am zweiten Tag nicht besser. Die Beine fühlen sich zwar anfangs erstaunlich erholt an, doch schon nach einer Stunde war das altbekannte Ziehen in der Achillessehne wieder da. Mist. Und der Rucksack rubbelt weiter meinen Hintern wund. Meist leicht ansteigend verläuft der Weg durch Nadelwälder und moorigen Abschnitten und aussichtsreiche Felsen. In Kaltenbronn lege ich eine längere Pause ein und stille den Hunger. Meine Wasserreserven fülle ich auch wieder auf, was den Rucksack nicht leichter macht. Ziemlich schwerfällig  laufe ich in der Sonne weiter und geniesse das Hohloh-Moor. Es ist hübsch hier. Im Schlendergang schlürfe ich weiter.

Es ist schon 19 Uhr. Irgendwie besteht dieser Tag aus vielen Pausen in der Sonne. Zahlreiche Brunnen an schönen Rastplätzen laden ebenso zum Faulenzen ein. Besonders weit habe ich es nicht geschafft. Mein erklärtes Ziel ist Forbach. Ob ich es dorthin noch schaffe?

Die Entscheidung wird mir zum Glück abgenommen. Meine Achillessehne schmerzt höllisch und schreit geradezu nach schmerzstillende Medikamente. Also muss die nächste Möglichkeit zum Übernachten genommen werden. Und zum Glück entpuppt sich dies als ein absoluter Glücksgriff! Auf dem Hoher Drahberg  lädt eine Schutzhütte mit Panorama zum Verweilen ein. Dazu ein Grillplatz. Wunderschön. In der Abenddämmerung brutzel ich mir Couscous mit Tomatensosse und angebratenem Speck. Bei einem kleinem knisternden Feuer sitze ich einfach träumend da und schaue mir  überglücklich den Sonnenuntergang an. Die Welt ist wieder in Ordnung!

 

 

Route:

Dobel-Hoher Draberg:   19 km  873/665 HM.

Besonderes: Viele Möglichkeiten Wasser an Brunnen zu zapfen.

 

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Martina

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