Eine Frau, ein Zelt und der Westweg ( 3.Tag)

Also habe ich auch die 2.Etappe des Westwegs geschafft. Mein Nachtlager war wunderschön und die Sonne weckt mich früh. Ganz gegen meine Natur also aufstehen und los. Die morgendliche Kühle nutzen. Der Weg schlängelt sich durch einen Wald und es geht bergab. Ein Kreuzweg führt hier entlang und die Gedanken kreisen wahrlich um Gott und die Welt.  Rechtzeitig kurz vor Mittag lande ich bei 31 Grad in Forbach und stürme in den nächsten Laden, um mich neu mit Nahrungmittel einzudecken. Besonders gerne lunger ich um die Kühlabteilung herum.

 

Die historische Holzbrücke überquere ich mit neuem Elan und ich hole mir den dritten Stempel.

Nun geht es bergauf. Das Tempo wieder merklich reduziert lande ich irgendwann am Stausee, der Schwarzenbacher Talsperre. Ich suche mir ein abgelegenes Plätzchen, denn mein Plan ist es mich, ein paar Socken und ein T-Shirt zu waschen. Mit 100%iger abbaubarer Ökoseife natürlich. Die Hitze macht mir ganz schön zu schaffen. Während der Trocknungszeit fletze ich einfach mal rum, bevor ich mich wieder aufraffe.

Mein erster Plan am Herrenwieser-See zu nächtigen scheitert, denn hier ist Naturschutzgebiet, also tabu für mich. Die nahe Schutzhütte ist leider völlig vermüllt und liegt zudem an der Strasse. Blöd. Also erstmal Wasser an einer Quelle Wasser tanken und weiter zur Badener-Höhe und stopp! Ich bin müde und und die 36 Grad (und das um 19 Uhr) drücken schwer auf meinen Schädel. Auf der Badener Höhe gibt es einen Aussichtsturm mit integriertem Blitzableiter, der eine wundervolle Aussicht über den Schwarzwald bis hin zur Rheinebene bietet.

Es ist 22 Uhr und es hat noch immer 30 Grad.  Die obligatorische Schmerztablette macht mich noch mehr schläfrig und ich ignoriere mutig das Wetterleuchten im Tal und stelle das Zelt 20 Meter neben den Turm und döse ein. Zumindest bis es donnert und blitzt. Plötzlich bin ich gar nicht mehr mutig. Wie war das wenn der Blitz einschlägt? Wie breitet er sich aus? Reicht meine platte Isomatte aus? Gar kein gutes Gefühl. Der einsetzende Wind pustet das ungesicherte 1-Pers.-Zelt samt mich als Inhalt fast weg. Panik! Umziehen ist angesagt. Das Zelt hinter mir herschleifend ziehe ich nun in die aufgeheizte Hütte. Beruhigt kann ich nun dem Gewitter zuschauen. Leider bringt das Gewitter keine Abkühlung und ich schwitze in meinem Seideninlet vor mich hin.

 

 

 

Tourdaten:

Draberg-Forbach-Badener Höhe:  18 km

1109/1029 HM

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Martina

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