Eine Frau, ein Zelt und der Westweg ( 5.Tag)

Nach  der  4.Etappe starte ich voller Elan. Im Rucksack befindet sich frisches Brot und Schwarzwälder-Schinken und frisch gewaschene Kleidung! Der Weiterweg vom Mummelsee verläuft auf einem langweiligem Feldweg  über Ruhestein,Schliffkopf nach Zuflucht. Dort ist laut Wanderkarte eine Jugendherberge verzeichnet, wo ich Wasser auffüllen möchte. 3 Liter sind bereits bei dieser Schwüle durch mein Nierensystem gewandert. Allerdings ist anstelle der Jugendherberge nun ein Hotel an diesem einsamen Ort. Die Begrüßung: „Setz`Dich gefälligst drinnen rein, es wird bald regnen..Kaffee gibt es hier keinen mehr…“ bringt mich glatt in Wallungen. Unglaublich! “ Hier ist nun ein Sporthotel!“.Ich werde eiskalt abserviert. Der Kellner blafft mich einfach mal so aus seiner Sitzposition an! Ich kann es nicht fassen, obwohl ich von  einem entgegenkommendes Wanderpärchen  vorgewarnt wurde.  Mit wehendem Haar verlasse ich sofort den Biergarten und vergesse prompt, mir etwas Wasser abzuzapfen. Also weiter, schliesslich sollte bald noch eine Hotel bei der Alexanderschanze stehen. Naja, Stehen tut es noch, ist aber schon zu einer richtigen Hotelruine verwittert. Jetzt werde ich unleidlich.

 

Die Füsse beginnen zu schmerzen und mein Wasserproblem ist noch nicht gelöst. Ich könnte nach Kniebis, würde dann aber 4 km zusätzlich laufen…und das kommt gar nicht in Frage!  Hoffnung hege ich auf die eingezeichneten Hütten, die alle auf dem Wege liegen. So schlürfe ich also weiter und ratter alle Hütten ab. Die Hildahütte lädt zur Nacht ein, aber auch hier werde ich nicht wasserfündig.

Es dämmert schon und meine Stimmung sinkt auf den Nullpunkt. Nochmals zusammenreisen und das nächste Ziel, den Glaswaldsee in Angriff nehmen. Der See liegt in einem Kar, umgeben von viel Wald.  Biestige Stechmücken stürzen sich auf mich. Ich düse zum See und tauche meine Wasserflasche ins Wasser…igitt!! Brühwarm, braun und stinkend ist das Wasser. Zudem ist die Hütte geschlossen und es gibt kein schönes Plätzchen zum Campieren. Unheimliche Stimmung hier. Kurz eine Träne verdrücken und den Wasserfilter ausgepackt. Das gefilterte Wasser sieht nicht wirklich trinkbar aus. Mist. Plötzlich zielt das Licht einer Taschenlampe auf mich. Arrggh. Kopfkino! Zwei Männer bauen sich vor mich auf und grinsen. Benni und Sven aus Karlsruhe  entpuppen sich als meine Retter! Sie beobachteten mich von der anderen Seite des Sees und handelten. Sie strecken mir eine Wasserflasche zum Trinken hin und führen mich zu der versteckten Quelle, die auch bei Tageslicht schwer zu finden ist. WASSER! Anschliessend bekomme ich eine Einladung bei Ihrem Schlafplatz. Es gibt nochmals eine Hütte, die zudem ein entfachtes Feuer bietet. Ich freue mich tierisch und baue mein Nachtlager mit der Stirnlampe auf. Abendessen fällt aus, denn ich bin hundemüde. Wieder regnet und stürmt es nachts. Egal! Ich schlafe, wie ein Murmeltier.

Tourdaten:

Mummelsee-Zuflucht-Alexanderschanze-Glaswaldsee:  35 km , 1266/1473 HM

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Martina

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