Halbtageswanderung zwischen den Hegauvulkanen. Singen bis Welschingen

Damit ich nicht gänzlich dem Winterblues verfalle, entschliesse ich mich nach dem Ausschlafen (das musste einfach sein), den Hegauvulkanen einen Besuch abzustatten. Ganz ohne Plan,  nur mit Rucksack, etwas Geld und meinem spontanem Begleiter, fahren wir mit dem Zug nach Singen-Landesgartenschau. Von dort startet gleich der Weg zum Hohentwiel. Schon nach einigen Meter ist die Stadt hinter uns und wir können einfach gedankenverloren laufen. Sehr kommunikativ sind wir beide nicht. Aber nur, weil es doch frostig ist, und die Mütze und der Schal  ein gewisses Hör-und Rededefizit mit sich bringen.

Wir folgen keiner festgelegten Route, sondern halten uns nur nord-westlich. Auf die Burgen möchten wir nicht, da die Aussicht beschränkt ist und die steilen, felsige Anteile sicher vereist sind. Einfach laufen ist unsere Devise. So gehen wir östlich am  Hohentwiel vorbei, umrunden den unauffälligen Staufen.  Dann geht es weiter am Hohenkrähen und Mägdeberg vorbei. Es beginnt zu dunkeln. Daher entscheiden wir uns den Hohenstoffeln nur von der Weite zu betrachten und definieren Welschingen als Ziel. Es wird trotz Winterkleidung ungemütlich frisch. Zudem knurrt der Magen. Zwar hatten wir Vesper eingepackt, aber Pausen wurden sofort mit kalten Händen und Füssen quittiert und wir bevorzugten das Müsliknabbern während dem Gehen.

Gerade als die ersten Schneeflocken fallen und es definitiv dunkel und kalt ist, erreichen wir Welschingen.Wir freuen uns auf ein deftiges Abendessen und ein Bett und fragen Passanten nach möglichen Übernachtungsmöglichkeiten. Also: Da gäbe es den sehr günstigen Adlerm mit Jugendherbergeflair. Oder auch den gehobenen Bären..

Voller Vorfreude gehen wir zum Restaurant Bären. Hübscher Eindruck und mit einer ansprechenden Menükarte ausgestattet. Also reinmarschiert, um uns dann eine gnadenlose Abfuhr zu holen. Der Bären hat keine Zimmer. Und zu Essen gibt es heute auch nichts. Geschlossene Gesellschaft! Und dann noch eins oben drauf: Der Betreiber des Adlers feiert dort Geburtstag und hat damit seinen Adler geschlossen! Kreisch! Klappe runter. Dann ruft die Chefin des Bärens noch bei einer Frau ein, die ein Gästezimmer vermietet. Sie liegt jedoch krank im Bett.  Mitleidig schaut sie uns an und meint nur, dass es schwer sein wird. Engen sei zwar eine Stadt, aber bietet nur am Bahnof eventuell eine Übernachtung an. Toll.

Somit wird unser Vorhaben, am nächsten Tag dem Hohenhewen einen Besuch abzustatten, eingestampft.

Also ab zum Welschinger Bahnhof um mit dem Zug wieder nach Singen zu kommen, wo uns das eingefrorene Auto erwartet.

Rückblickend  lief doch alles rund.  Irgendeine Möglichkeit gab es immer. Nur Flexibililität muss man mitbringen. Zudem hat die  Nachmittagstour  seinen Dienst getan. Der Bettmief wich, der Kopf ist durchlüftet und nebenbei sind ein paar Weihnachtsgrämmle gewichen!

Hier die Tourdaten:

http://out.ac/aBgbT

 

 

 

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Martina

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