Heile Familie an Weihnachten

—ein Weihnachtstraum?

Der Stress der Adventszeit ist geschafft. Der Baum steht, das Essen ist durchgeplant und die Geschenke sind eingepackt. Endlich ist Weihnachten.
Dann passiert es: Die ganz Familie ist angereist und plötzlich geht es mit Gezicke und Gewetter los. Und das nur, weil die Sehnsucht an Weihnachten nach der perfekten heilen Famile umschlägt zu grossen Erwartungen, die in Enttäuschungen enden.

Wehmütig schaut manch einer in die wunderschönen beleuchteten Fenster und grübelt: “ Warum ist nur in unserer Familie immer der Wurm drin?“

In der regionalen Zeitschrift Qlt hat jemand einen netten Bericht darüber geschrieben, der alles wieder relativiert.

„Schon die Heilige Familie war keine heile Familie, weder unversehrt, noch vollständig. Bei weitem keine Bilderbuchfamilie. Auch die Idylle, die in den Krippen vorgegaugelt wird, gab es nicht. Da ist ein junges Paar, unverheiratet. Aufgrund einer obligatorischen Volkszählung mussten Josef und  die schwangere Maria den beschwerlichen Weg nach Bethlehem auf sich nehmen. Arm. Ein Lager nur in einem Stall, wo auch das Kind geboren wird. Keine heile Familie. Keine heile. Und doch oder vielleicht deshalb entsteht hier der besondere Licht auf Weihnachten. Ein Licht, das davon erzählt, dass die Herkunftsfamilie nicht ideal sein muss. Nur liebevoll. Trotz Widrigkeiten hat die heilige Familie zusammengehalten. Sie mussten nach Ägypten, ins Exil, fliegen. Asylanten mit einem unehelichen Kind.

Zu Weihnachten betrachten wir Weihnachten mit Kinderaugen. Dazu gehört die heile Familie, die uns Heimat ist. Wenn sie nicht dem Ideal entspricht, bleibt nur die Flucht in den Freundeskreis, die uns in der Jugend Heimat war, weil wir dieselben Interessen teilten. Kumpel und Freunde müssen keine keinem Ideal entsprechen. Wir nehmen sie so wie sie sind. Familie kann man sich nicht aussuchen. Darf sie aber gerade deshalb auch nicht idealisieren. Es hilft viel, wenn wir Eltern und Geschwister so akzeptieren wie sie sind. Keine grossen Erwartungen, keine Enttäuschungen. Abschied nehmen von der heilen Familie. Dann kann „heimkommen“ auch wieder Freude bereiten. Ein Stück Heimat sein.“

 

 Ich wünsche Euch: Schöne Weihnachten!

 

 

 

 

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Martina

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