Kanutour auf dem Rhein

Den Hochrhein von der Wasserseite aus zu erkunden ist schon lange mein Wunsch. Man erhascht von der Strassenseite nur an wenigen Stellen einen Blick auf den Hochrhein. Denn er wird wunderbar von Wäldern und Auen verdeckt. Sonnenhut, Sonnencreme, Badesachen und Grillutensilien sind Pflicht.  Wir mieten uns Kanus, nachdem wir Kajaks probesitzen durften und uns die Sitzposition so gar nicht zusagte. Das Kanuzentrum Canoa  hat  30 Kanustationen rund um den See und am Rhein.  Dadurch sind diverse Tageswanderungen und Etappen möglich. Zudem bietet Canoa gegen einen Aufpreis einen Rücktransport der Kanus an. Perfekt für uns. Wir wählen als Startpunkt Stein am Rhein. Eine kleine Einweisung und für jeden eine schicke Schwimmweste und los geht es. Die ersten Kilometer sind wir nur als Knäul erkennbar. Die Teams müssen sich erst einpaddeln und das steuern benötigt auch etwas Übung. Die ersten Meter hört man uns motzen, korrigieren, fluchen und lachen. Dann kommt auch schon ein Kursschiff und die gesamte Bande hält kurzfristig den Mund. Jetzt heisst es paddeln. Mist… wie war das nochmals mit den Wiffen? Auf welcher Seite muss man fahren?  Aber als uns vom Schiff  alle zuwinken und keiner im Wasser landetet, sind wir uns sicher: alles richtig gemacht. Jetzt passt es! Unsere  Aufmerksamkeit können wir nun vollständig der Natur widmen. Wälder, Auen, kleine Buchten, Schlösser, historische Gebäude, Privatgrundstücke (da gibt es auch was zum Gaffen) wechseln sich ab. Wir biegen in einen kleinen Seitenarm ab und tauchen ab in eine kleine Wildnis.

An den Brücken spürt man die Kraft des Wassers. Die Männer wagen sich ziemlich nah an die Pfeiler ran, was den Adrenalisspiegel steigen lässt. Kraftraubend ist nun das Paddeln gegen die Strudel und die Strömung.  Das Gefühl von Indiana Jones macht sich breit. Wir sind die Helden.

In Diessenhofen landen wir an und nutzen die Grillmöglichkeit. Endlich das verdiente Steak! Anschliessend ein kleines Verdauungs-Schläfchen und weiter geht es. Wir paddeln unter der historischen Holzbrücke von Diessenhofen durch und sind begeistert über diese intakte Natur am Hochrhein. Es ist erstaunlich wenig Betrieb auf dem Hochrhein. Hin und wieder begegnet uns  ein Kursschiff, ein privates Boot oder ein Paddler. Wunderschön.

In Schaffhausen-Langwiesen gelangen wir an unser Ziel.  Netterweise schleifen die Männer die Kanus an ihre vorgesehenen Plätze. So können wir Mädels mit dem Jammern beginnen. Die 22 km forderten ihren Tribut. Als Paddelanfänger spüren wir es in den Armen und an den Händen.

Es tut gut die paar Schritte zum Bahnhof zu gehen. Am Rhein gibt es ein gutes Bahnnetz. So kommen  wir problemlos wieder an unseren Startpunkt zurück .

Hier noch einige Daten:

  • Länge: 22 km
  • reine Paddelzeit bei Anfänger: ca 4 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht (aber mit respektvoller Vorsicht vor der Strömung und den entgegenkommenden Kursschiffen)

 

Karte Kanutour

Karte Kanutour

 

 

 

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Martina

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