Klassische Massage

Wer kennt das nicht: Stress, einseitige Bewegungen, Bewegungsmangel führen auf Dauer zu physischen und psychischen Problemen. Wer dann in den Genuss einer Massage kommt,  genießt sie in vollen Zügen. Zwischen 20-90 min darf man schnurren und sich der Wärme und den wohltuenden Berührungen hingeben.

Obwohl die Wirkungen einer Massage auf den Menschen bekannt sind, werden Massagen immer seltener verschrieben und bezahlt. Die Alternative selbst zu zahlen, scheitert meist am Geldbeutel. Daher verwundert es nicht, dass meine Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen sofort inne halten, wenn meine Hand nur die kleinste Andeutung einer Massage ankündigt. Dabei bin ich nur Hobby-Muskel-Drückerin und bin nicht sehr kreativ in meinen Griffen.

So beschloss ich, mich mehr mit der klassischen Massage  zu beschäftigen. Sie ist die älteste Massageart und ich kann sie gut mit meiner klinischen Ausbildung vereinbaren. Sie gehört zu den direkten Massagen. In Deutschland dürfen nur Masseure, Physiotherapeuten und Heilpraktiker diese Massage anbieten und einen Körperteil „behandeln“. Allerdings ist die klassische Massage kein geschützter Begriff, so dass man diese Massage in vielen Spas, Hotels und anderen Einrichtungen erhalten kann. Allerdings ist es hier ein Tabu, eine Diagnose zu stellen oder das Wort Therapie in den Mund zu nehmen. Verständlicherweise, denn der Körper ist nun mal sehr komplex und es gibt einiges zu beachten. Aber wer hat schon was gegen eine Wellness-Massage einzuwenden?

So meldete ich mich also mutig bei einem 2-Tages-Seminar an, um Grifftechniken zu lernen. Berührungsängste kenne ich nicht, dennoch war mir etwas mulmig zumute.

Die Vorstellungsrunde der Teilnehmer war spannend: 14 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können: Von Hausfrauen bis zum IT-ler, über Esoteriker und Hobbymasseure…alles dabei. Da ein gemeinsames Ziel bekanntlich verbindet, war die Atmosphäre schnell entspannter und die Gruppen bildeten sich ebenso unkompliziert.

Nach einer kurzen und informativen Stunde über Rechte, Indikationen und Komplikationen… ging es sofort an den Mann bzw. die Frau. Jetzt wurde es anstrengend. Unter Aufsicht wurde massiert, erklärt, massiert, Haltung korrigiert, massiert und nochmals massiert. Nach zwei Tagen kneten, walken, streichen und reiben, sind einige Grundgriffe gelernt und an verschiedenen Personen getestet. Die Ganzkörpermassage, die jedoch jeder am Ende des Kurses selbst bekam, entlohnte für die Mühe davor.

Nun heißt es verinnerlichen und viel üben. Der Wille ist da, nur die Zeit ist etwas knapp. Eine Massageliege ist bereits gekauft und steht mitten im Büro, was nicht besonders dekorativ ist, aber nicht anders regelbar ist. Freiwillige finden sich- oh Wunder- ohne Probleme.

Noch bin ich selbst angespannt, aber ich freue mich auf die Zeit, wenn ich beim Massieren selbst  zur Ruhe komme. Eine gute Ergänzung zu meinem restlichen Leben. Es ist schön zu sehen, wenn alte Menschen  allein durch die Berührungen mehr Lebensenergie bekommen, oder das Kopfweh einer Freundin verschwindet…..

Das einzige Problem dabei: Ich werde wohl weiterhin das Auffüllen meines Energiespeicher durch Massage bezahlen und planen müssen. Schniff. Oder gibt es Freiwillige? Dann gerne eine Mail an mich 😉

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Martina

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