Eine Schattenseite für die kleinen Helfern

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Eine Frau, die schon jahrelang für die Sozialstation arbeitet und als Haushaltshilfe fungiert, bricht weinend vor mir zusammen. Aufgerissene Augen gewähren einen kleinen Einblick in Ihre Seele. Sie hat Angst!

Stundenweise wäscht, bügel, putzt sie bei Pflegebedürftigen im Auftrag einer Sozialstation.  Auch viele an Demenz Erkrankten unterstützt sie so in ihrem Alltag.

Und aus dem Nichts heraus, bekommt sie nun einen bitterbösen drohenden Anruf  von einem (erwachsenen) Kind einer dementen Frau, die nun behauptet, dass die Haushaltshilfe diese bestohlen hätte. Die Haushaltshilfe, gut deutsch sprechend, aber mit einem Sprachfehler, ist völlig diesem anklagenden, beschimpfenden Anruf ausgeliefert und weiß nun, dass sie bei der  Polizei angezeigt wurde. Dong. Das sitzt.

Sie wartet nun jeden Tag auf einen Polizeianruf. Zudem plagen sie  Existenzängste und hat keine Ahnung, wie sie die Menschen von ihrer Unschuld überzeugen kann. Mit dieser Situation ist sie absolut überfordert.

Das ist leider die Schattenseite in einem Beruf, in dem man in die Privatsphäre anderer Menschen eindringt/eindringen muss.

Sicher gibt es auch schwarze Schafe, die Bedürftige um Erspartes oder Teures bringen. Geht gar nicht! Aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es genauso viele (gefühlt viel mehr) unberechtigte Anschuldigungen gibt. Ein Patient warf in der Radiologie einen Gehstock nach mir, da er mich im Visier hatte, dass ich seine neue Zahnprothese eingeheimst hätte..eh klar 😉 . Als nach kurzer Suche seine Beißerchen im kleinen Tresor seiner Umkleidekabine gefunden wurde, war zwar Frieden, aber eine Entschuldigung wurde auch nicht ausgesprochen.

Ich hatte schon manche lustige, traurige und tragische Begegnungen mit dementen Personen. Die Betroffenen, sowie deren Verwandten haben sicher ein schweres Los. Aber eben auch die kleinen Engel, die ihnen helfen möchten.

C. ich drück Dich!

 

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Martina

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  • Tja, da kann ich Dir nur zustimmen – wir haben auch gerade unsere Mutter vorübergehend (so hoffen wir alle), in einem Pflegeheim zur Kurzzeitpflege nach einem Krankenhausaufenthalt. Ich bewundere die Schwestern dort, wie sie mit wirklich großer Geduld mit den alten Menschen umgehen. Die sind ja alle gerade nicht im Bestzustand -weder körperlich noch mental – und doch geben sie sich alle Mühe. Hut ab! Auch für die, die Menschen zu Hause betreuen (ja, meine Oma glaubte damals auch, dass wi
    r ihr die Schokolade geklaut hätten – tut halt weh, so was…)

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