Mit dem Motorrad durch die Vogesen

Vier freie Tage schreien geradezu nach einer längeren Mopedtour. Die Mopedsaison hat begonnen und ich muss mich noch für die Alpenpässe vorbereiten. Um an das Vorjahrsniveau ran zu kommen, bedarf es noch einiger Fahrpraxis. So entscheide  ich mich für den Schwarzwald als Hin-und Rückweg und als Hauptakt gönne ich mir die Vogesen.

 Erster Tag in den Vogesen

Wissembourg – Bitche – Lemberg – Bärenthal – Zinswiller – Ingwiller – la Petite – Pierre – Lutzelbourg – Haselbourg – Dabo -Wangenbourg – Oberhaslach – Mont Ste Odile – le Hohwald – Ville – Liepyre – St.Marie aux Mines.

 

Die  Nordvogesen sind trotz der Feiertage sehr verkehrsarm. Ich verliebe mich sofort in die kurvenreichen Strässchen, die fast nur mir gehören. Der Asphalt ist hier zwar teilweise beschädigt, aber bei trockenem Wetter und guten Reifen trotzdem gut zu meistern. Zum Aufwärmen genau richtig. Dann folgen kleine Cols (=Pässe), die durch wunderschöne Wälder führen. Touchiert man die Wälder, hat man sanfte Wiesen und Weiden zum Tal hin.

Zweiter Tag in den Vogesen

St. Marie aux Mines- Wisembach- Fraize-Col du Bonhomme-Orbey- Hohdrodberg- Col de la Schlucht- Hohneck- le Markstein- Grand Ballon- Cernay

Hier ist merklich mehr los. Vor allem auf den autobahnähnlichen Strecken Col du Bonhomme und auf der Col de la Schlucht tummelt sich alles, was Räder hat. Die langgezogenen Kurven kann man in Höchstgeschwindigkeiten nehmen, wenn man das Slalomfahren um alle Verkehrsteilnehmer mag.  Tausende Motorradfahrer tummeln sich in allen Könnerstufen und Altersklassen auf den Strassen. Dann die Autos. Und dazwischen wursteln sich mindestens genauso viele Radfahrer durch.

Aber auch auf  diesen Streckenabschnitten fühle ich mich wohl.

Nach ca 1000 km in 3 Tagen ist der Reifen definitiv  gut eingefahren und die Steifheit in den Gliedern hat sich verabschiedet. Die Alpenpässe können kommen!  Ich kann die Vogesen und das Elsass zum Einfahren nur empfehlen.

Aufgefallen

Die Suche nach einem einladenden Cafe`in einem ebenso netten Städtchen gestaltet sich teilweise schwierig. Viele Dörfer wirken trostlos und fast verlassen. Der Tourismus  scheint der einzig floriende Wirtschaftszweig zu sein. Nur die Hotels und Restaurants an den Knotenpunkten sind gut besucht und oft ausgebucht. In den Seitengässchen jedoch bietet sich oft ein – vielleicht nur von aussen und als Laie betrachtend- trostloses Ambiente. Zerfallene alte Häuser, überalterte Einwohner, wenige Jugendliche, die mit Joints im Mund  herumstehen. Dazwischen gibt es zahlreiche Versuche alles mit Pflanzen zu verschönern (überspielen?). Auch kleine Oasen habe ich entdeckt..und dennoch umgab mich teilweise eine subtile Schwermut.

Vielleicht war ich nur zur falschen Zeit am falschen Ort, und diese Momentaufnahme ist falsch… ich hoffe es.

 

 

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Martina

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