Motorradfahren auf Gran Canaria- Küstenrundfahrt

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Wer im März für ein paar Tage die Sonne sucht und dafür nicht zu weit fliegen will, der landet nicht selten auf der kanarischen Insel  Gran Canaria. Wie auch  Madeira wird sie von manchen als Insel des ewigen Frühlings genannt.  Auf die beinah kreisrunde Vulkaninsel mit einem Durchmesser von 50 km fällt auch meine Wahl . Denn neben  Wassersport und Sonnenbaden an den schrecklich touristischen Stränden,  bieten sich die zerklüfteten Berge geradezu zum Wandern und Motorradfahren an.  Ich entschied mich leider gegen die Lederhose, damit ich das Maximalgewicht von 15 kg Fluggepäck nicht überschreite. Ein Fehler, wie ich später schmerzlich feststellen musste. Nur die Lederjacke und die Handschuhe durften in den Koffer.

Wie so oft erwische ich die etwas kälteren und unbeständigen Tage. Ein Mix aus Wind, Regen, etwas Sonne und 20 Grad begleitet mich. Egal, die Insel will erkundschaftet werden.

Also miete ich mir für 4 Tage eine fast neue BMW 650 und flüchte aus dem Touristen- und Seniorennest Playa del Ingles. Der Plan: Eine Inselrundfahrt. Auf der schön kurvigen Küstenstrasse GC 500 düse ich Richtung Puerto Rico, die schöne Ausblicke auf das Meer bietet. Die Strasse wird zur  GC 200  und führt nach Mogan. Ab hier wird der Verkehr merklich weniger. Leider auch die Sonne. Ich lasse mich weder von dem frischen Wind, noch von den rabenschwarzen Wolken, die sich unmittelbar vor mir auftürmen nicht einschüchtern. Den erste Regenschauer warte ich in einem kleinen Kaffee ab und nach 20 Minuten scheint auch wieder die Sonne. Klar, dass ich weiterfahre, auch wenn es vor mir noch immer dunkelgrau ist.Unzählige Kurven machen den Fahrspass perfekt. Die einst sehr karge Landschaft hat sich zu einer macchiabedeckten Berglandschaft verändert. Allerdings muss ich konzentriert fahren, denn die schmalen Strassen sind rissig und durch den Regen rutschig. Nun setzt auch schon wieder der Regen ein. Der Wind, der durch die Landschaft pfeift, lässt das mich auf dem Motorrad teilweise böse wackeln. Mist! Kurven, Landschaft und keine Möglichkeit zum Ausharren, also tapfer weiter. Prompt übersehe ich auch ein  Riesenwarnschild: „Für Motorräder verboten“ und fahre weiter Richtung Agaete, das ich aber nie erreichen werde. Ich rassel  auf dieser wunderschönen Strecke plötzlich auf ein Auto. Nach 2 Stunden abenteuerlicher Fahrt endet meine Tour also schon hier. Motorrad futsch und mein Bein sieht auch nicht mehr so schick aus. Es ärgert mich ungemein, dass gerade ich, die genau über die Wichtigkeit der  Schutzkleidung  weiss, sie  aufgrund Kostengründen vernachlässigt hat.

 

Das einzig Gute an diesem Missgeschick ist, dass ich die Freundlichkeit der Einheimischen kennenlernen durfte.

Auf spanisch kann ich mir gerade einen Kaffee cortado bestellen. Und mit anderen Sprachen komme ich leider nicht weiter. Leichte Panik macht sich in mir breit. Wie geht es nun weiter? Der Geschädigte telefoniert mit meiner Mietfirma, die gerade Siesta abhält, und klärt alles ab. Die Wartezeit überbrückt  der Spanier bei einem Mittagessen und lädt mich auch noch ein. Boah. Das gibt es in D und in der CH nicht.  Irgendwann werde ich und das Motorrad abgeholt. Keine Polizei, nur aufmunternde Blicke, liebe Gesten und viel Herzlichkeit durfte ich erfahren. DANKE!!

 Fazit: Hätte sehr schön sein können, wenn diese dämliche Einlage nicht gewesen wäre. Das bedeutet, dass ein zweiter Versuch gestartet werden muss. Mal sehen…

Die grüne Route wäre es übrigens gewesen. Nur bei schlechtem Wetter werden für Mopedfahrer Teilabschnitte gesperrt. Ansonsten freie Fahrt!

 

 

 

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Martina

10 KommentareKommentar hinterlassen

  • […] Die Fahrt mit der gemieteten BMW hätte einen besseren Ausgang finden können. Nach dem ersten Schrecken sitze ich am nächsten Tag wieder  bei dem Motorrad-Vermieter. Er überzeugt mich, dass ich trotz Zitterknie nicht auf einen fahrbaren Untersatz verzichten sollte und  setzt mich auf einen ROLLER! Dies ist günstig und ich darf dieses Gefährt für den Rest der Woche mein Eigen nennen. Nun denn… auf ein Neues. […]

  • Hallo Martina,
    die Weiten von Google haben mich auf Deinen Blog geführt. Grund dafür ist, dass wir (Vater und Sohn) im März auf Gran Canaria mit Töffs unterwegs waren und an der beschriebenen GC 200 vor der Verbottafel standen. Eigentlich war die Strecke als Leckerli fest geplant, aber im Ort befragte spanische Biker haben uns wegen dem Verbot dringend abgeraten, Videokameras und so… Da es im März 2016 wieder zum „Frühjahrstraining“ nach GC geht, würde mich intereesieren, ob Du zu dem Verbot mehr weisst, temporär oder „Empfehlung“ oder wie. Denn laut Streetview lohnt es sich.
    Danke schon mal und schönen Abend

    • Guten Morgen Ronald.
      Den Hinweis auf aufgestellte Videokameras sah ich nur auf dem Warnschild.
      Leider weiss ich auch nicht mehr als Du über die Dauer der Sperrung.
      Eventuell könntest Du Dich an eine öffentliche Stelle wenden und nachfragen. ( und mir postwendend berichten)
      Es wäre wirklich sehr schade, wenn diese Strecke auf Dauer für Motorräder gesperrt wird..
      X Kurven und eine schöne Landschaft versprechen Fahrspass …
      Die beste Option wäre, wenn man diese Strecke nur zur Sanierung des Strassenbelages kurzgeschlossen hätte..;-)
      Ich drücke Euch die Daumen!

  • GC 200-Sperrung „La Aldea“ bis „Porto de las Nieves“ für Motorräder

    Wir sind Ende Dezember 2015 von La Aldea bis Porto de las Nieves und wieder zurück die GC 200 gefahren und haben die Moto-Verbotsschilder übersehen, bzw. nicht als „rechtmäßiges“ Schild (dazu in einem wilden Schilder-Verhau hinter Ästen) erkannt, da es sich eigentlich um eine völlig normale Verbindung handelt.
    Am Ortsausgang Aldea sind wir recht langsam an einem Polizeiauto vorbeigefahren, die haben ein bißchen aus dem Fenster gewinkt, wir haben uns nichts dabei gedacht. Sie haben uns aber nicht überholt.
    Auf dem Rückweg von Porto de las Nieves stand in einer Parkbucht-Kehre ein Polizeiauto, auch die haben nur etwas gewinkt – sonst nichts. Die Strecke ist perfekt, teils ziemlich windig, es lagen trotz des heftigen Windes (an 2 Tagen auf der ganzen Insel mit viel Sand in der Luft) nur an ganz wenigen Stellen kleinere Steine oder etwas Sand auf der Fahrbahn. Also ganz normal zu befahren, wie sonst auch auf den anderen Berg- oder Küstenstraßen mit der nötigen Vorsicht vor Dreck, Sand, Steinen in Kurven oder den oft ziemlich auf deiner Straßenseite entgegenkommenden Autofahrern.
    Die im Nachhinein von uns recherchierten Angaben über die per Schild veranlassten GC200-Streckensperrungen für Motorräder werden also von der Polizei evtl. nicht ganz so streng gesehen, eventuell auch abhängig vom aktuellen Straßenzustand, weil es sich ja wirklich um die (derzeit) einzig logische Verbindung zwischen diesen Orten (und den dazwischen) handelt, ohne die halbe Insel (auf teils deutlich schlechteren Straßen und Sträßchen!) durchqueren zu müssen. Kurz: Es können Strafen drohen, bei unserer Fahrt war der Straßenzustand perfekt, landschaftlich ein absolutes Highlight!

    • Hallo Peter. Ganz lieben Dank für Deine Infos. Ich bekam schon mehrere Anfrage n per Mail, ob ich nicht mehr über die Sperrungen wüste.
      Deine Infos sind goldwert und lassen vielleicht auch wieder andere die schöne Strecke angehen…trotz Verbotsschilder..

  • Danke an Peter für den Wertvollen Augenzeugenbericht. Meine Anfrage an das Touristikbüro GC blieb bis heute unbeantwortet. Also hinzu gesittet Streckenbesichtigung(Strassenzustand,Streckenposten) und retour dann für Erwachsene : )

  • Hallo Martina,
    es ist getan. Das Frühjahrstraing bei 22 Grad ist vorbei und wir wieder zurück im mitteleuropäischen „Frühling“.
    Natürlich sind wir die GC 200 angefahren. Die erste Etappe von Mogan bis San Nikolas alles problemlos und mit gutem Strassenzustand auch schräg zu befahren. In San Nikolas am Rechtsknick dann das Verbotsschild „wegen Bauarbeiten voll gesperrt“ mit der Umleitung über die halbe Insel. Also haben wir beim Restaurante nebenan gefragt. Der Wirt sehr nett, wenn auch ob seiner neuen Haupttätigkeit als Infopunkt leicht sarkastisch ( Informacion 1 Euro) sagte bis zum Mirador de balcon kein Problem. Also los, schöne Bilder und natürlich weiter. Noch eine Sperre „frei für Einwohner von Risco“ umzirkelt und an den fleissigen Strassenarbeitern vorbei – bis zum Zaun quer über die Strasse. Hmmmm. Doch nach Kehrt haben uns die netten Arbeiter den Weg durch Risco vorbei an der offenbar tatsächlich zerstörten Strasse erklärt. Ein schmaler Betonweg mit guten 30 Grad Gefälle, dann nur noch Gefälle und Feldweg mit quer gehendem Hinterrad abwärts Richtung Playa de Risco, durch Höfe bis wir wieder auf der GC 200 waren. Fazit: es geht, aber ernsthaft angasen ist nicht ( Dreck, Steinschlag, Sperren allgemein wegen Bau und für Motorräder dauerhaft und generell ) die Landschaft an der Küste ist prima. Schade dass die Strasse nicht regulär befahrbar gemacht wird. Es war auch die grosse Bautätigkeit neben den Küstenstrasse zu sehen mit Schnellstrassenanmutung und Tunnelbauten, offenbar soll langfristig die steinschlaggefährdete Strasse umgangen werden. Allerdings hatten wir uns Spektakuläres erwartet (schmal und in die Steilküste geschlagen), das ist es definitiv nicht. Da gibt es in den Seealpen Sachen mit viel Mehr Adrenalin.

    • wir waren vom 27.2. bis 6.3. 2016 wieder zum Motofahren auf GC. Schon bei der Anfahrt ins Appartement in Mogan Valle wurde die GC 200 auf den Leuchtbrücken der Autobahn als komplett gesperrt gemeldet. Vorangegangen waren Schnee (ganz oben) heftige Regenfälle, (und noch andauernd) sehr heftiger Wind sowie strichweise Regen.
      Wir wollten die GC 200 wieder fahren und sind bis zur Abzweigung (am Resto wie von Ronald beschrieben, aber da geschlossen) vor Puerto de la Aldea gefahren, wo eine Barriere die GC 200 versperrte und die genaue Lage der Totalsperre (für Einheimische) auf einem Aushang beschrieben war. Dahinter das „Schild für Motos, Räder, Fußgänger und Busse über 9 m Länge gesperrt“ – wie bekannt. Wir sind etwas hin- und hergefahren und gestanden, um zu gucken, ob Einheimische doch unterwegs sind, aber es bewegte sich über die Beobachtungszeit tatsächlich kein Fahrzeug von oder auf die GC200.
      Lt. Einheimischen-Auskünften in Aldea/San Nicolas und in Agaete (wir kamen einige Tage später von Artenara her) war die Strecke wirklich unterbrochen und die Wiederherstellung noch in Arbeit. Generell waren Bautrupps unterwegs, um Steinschlag (teils Riesenbrocken) und Erde, Sand, Schottter sowie Äste etc. abzuräumen.
      Wir haben aber einige andere landschaftlich spektakuläre Sträßchen (streckenweise mit ganz neuem Asphalt) entdeckt, wo keine! Rennradler-Trupps oder englische bzw. skandinavische Mietwagenhorrorchauffeure unterwegs waren. Aufgrund miserabler Landkarten (3 verschiedene) oder Bauarbeiten mussten wir aber auch paarmal umkehren – gesperrt oder (eigentlich gesperrter) Offroadpiste, wo nur Insider wissen, wie oder ob es sinnvoll weitergeht oder vor welchem Ziegenstall das endet.

      • Keine Radlerhosen auf dem Weg? Super ..War es denen vielleicht noch zu frisch?
        Weiterhin viel Freude beim Fahren.
        Für mich wird GC vorerst doch kein Ziel mehr. Zu viele Kompromisse… und zudem habe ich zu wenig Schottererfahrung:mrgreen:…

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