Parque Nacional Conguillio- März 2014

conguillioWir entscheiden uns zu Beginn für den Park Conguillio.

Von Temuco  mit dem Bus nach Curacautin. Dort lungern wir mit min. 5 Hunden am Busbahnhof rum und warten auf den Shuttlebus,der uns in die Nähe des  Parkeingangs bringt.

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Dort angekommen, werden wir gleich vom Busfahrer persönlich zu seinem Campingplatz Repuyen gebracht. Ein schöner ruhiger Platz , den wir uns mit ein paar Schafen teilen. Wir sind die einzigen Gäste und werden  so richtig verwöhnt. Zum Glück, denn es ist schon Abend, und der Parkeingang befindet sich noch einige Kilometer  weiter an der Lagune Capren und wird nun sowieso nicht mehr besetzt sein.Endlich abschalten, den Sonnenuntergang und den Vulkan Llaima geniessen und bei beginnender Kälte gleich ab in den Schlafsack, den ich von Reisebeginn an liebe..

Am nächsten Morgen steht schon ein Melonensaft mit Weisswein von dem Busfahrer parat.

Dass das Zelt morgens klatschnass eingepackt wird, ist  üblich. Tau, Regen und kondensierter Schweisseldampf fordert das Zelt . Der Himmel zieht zu. Zudem rotzelt Sven  seit dem Flug  und der Hals fordert entzündungshemmende Medikamente . Wir schleppen unsere 15-18 kg Rucksäcke (mit Essen für 3-4 Tage) die Schotterstrasse  entlang, die zum Park führt. Mein Guide ist ein Mann mit Erkältung . Also halbtot. Zudem beginnt es noch zu regen. Gerne stimme ich dem Vorschlag, es mit Trampen zu versuchen, zu.  Ein kleiner Stimmungsaufheller, dass uns das einzige und vollbesetzte Auto mitnimmt. So ein Platz auf der Ladefläche eines Pick-Ups ist eigentlich ganz bequem.

Am Lago Conguillio schlagen wir unser Zelt auf. Es ist kalt, nass und der Hals spuckt aktiver als der Vulkan Llaima, den wir vor lauter Wolken gar nicht sehen. Die Tatsache, dass die Benzinleitung am Kocher ein Leck hat, ist ebenfalls nicht gerade stimmungshebend. Wie dankbar sind wir, als uns die Angestellte En Te vom Campingplatz ein warmes Brötchen mit Rührei vorbeibringt.  Erkenntlich zeiten wir uns, indem wir Mate mittrinken und grosszügig die Bakterien verteilen. En Te und Co…bitte verzeiht.. es war wirklich keine Absicht dahinter.

Die Erkältung hat nun auch bei mir zugeschlagen und stelle erstaunt fest, dass ich ein ganz schöner Jammerlappen sein kann..

Der nächste Tag verzaubert uns mit Sonne. Das eingekaufte Brot ist völlig zerbröselt und wird daher gelöffelt. Dazu Salami und die restliche Gurke, die dafür in ihrer harten Konsistenz seit 3 Tagen unverändert bleibt. Wir entscheiden uns in den nächsten Tagen für die leichten Wege, denn die Gliederschmerzen lassen jeden Hügel zu einem fast unüberwindbaren Berg anwachsen. Die meisten Wege führen durch schöne Wälder mit pieksigen Araukarien. Dann ganz plötzlich Blicke auf die Lagune bzw. auf den See. Im Hintergrund der Llaima. Viele Chimangokarakara (falkenartige Vögel) und diverse bunte  Vögel sind zu beobachten. Vervollständigt werden die wundervollen Tage mit einem Lagerfeuer. Bei 0 Grad ab 20 Uhr (wir sind auf etwa 1050m) eine willkommene Romantikeinlage. Wir sind angekommen!

Den Park möchten wir auf der Südseite verlassen. Ca. 30 km sollen es sein. Der Weg ist abwechslungsreich. Wald – dichter Wald- kristallklarer Seen und plötzlich ein riesiges Lavagebiet. Grauschwarz mit wenig Vegetation. Wolkenschwaden,die drüber weg ziehen… Dramatische Stimmung. Wunderschön! Dazu bläst es uns ganz ordentlich an den Ohren. Fast keine Autos hier unterwegs. Brandneue weisse Jeeps nutzen die schwarze Umgebung als Teststrecke. Am Ende des Parkes gucken wir uns noch den Canon mit dem Rio Truful-Truful an und staunen über die verschiedenfarbigen Gesteinsschichten. Um nun zur nächsten Ortschaft Melipeuco zu kommen, nutzen wir wieder die gut funkionierende Methode des Hitch-Hikings.

In der Nebensaison ist nicht viel Betrieb in Melipeuco. Ein wunderbarer Zustand, der uns die Menschen dort nahe bringt. Die Inhaberin des Hospedaje Icalma  gibt uns das schönste Zimmer in den Aussenanlagen und wird zur Ersatzmutti, die uns in der uralten und gemütlichen Küche ein Frühstück zaubert, sobald wir uns rührten. Dazu nette Gespräche mit den Köchen in Gebärdensprache und etwas englisch in einem kleinen Restaurant ohne Karte. Nach Empanadas, Salat und einer Cazuela flanieren wir an der Hauptstrasse und schauen dem Treiben zu.

Tipp:

Mit einem Jahres-Abo für 10000Pesos brauchen wir uns über den Eintritt bei den meisten Nacional-Parks keine Sorgen machen. Die gibt es bei der Conaf, die chilenischen Forstbehörde, die vor den Parks Eintritt verlangen, aber den  Wanderern gerne  mit Karten, Auskünften, Telefondiensten und Rucksackaufpassen behilflich sind.

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Martina

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