Positive Bilanz – IFRD 2015

Am 02. Mai war es soweit. Der International female ride day stand bevor.Auch in Karlsruhe trafen sich zu diesem Tag  die Spezies Frauen, die gerne ein paar Stunden auf dem Motorrad verbringen. Bei einem Frauenanteil von 14% bei den Motorradfahrenden ist der IFRD eine gute Gelegenheit Gleichgesinnten zu begegnen.

Am 01. Mai hatte ich die Anfahrt geplant. In Gedanken hatte ich bereits die zu meisternden 300 km  zu einer gemütlichen Tagestour zusammengebastelt. Die Laune sank jedoch rapide, als ich morgens aus dem Fenster schaute. Ein konstanter Mix aus Grau und Schwarz überzog den Himmel. Dazu Regen und unangenehme 9 Grad. Igitt! Der Blick auf die Wetterprognose demotivierte mich noch mehr. Sturmwarnung im Schwarzwald und auch sonst überall Dauerregen ist prognostiziert! …Hach….Das Bett sah in diesem Moment besonders verlockend aus…Aber in den E-Mails fand sich keine Absage aus Karlsruhe. Nun denn..abgemacht ist abgemacht.Pff.

Grummelnd in die Regenkleidung geschlüpft und ab auf die Autobahn, die natürlich gerammelt voll ist. Die Sicht aus dem Visier ist bescheiden, denn die Gischt der vorausfahrenden Autos klatscht unentwegt drauf. Zwei Staus verlängern die Fahrt zusätzlich, da das noch unerlaubte Durchschlängeln nur sehr langsam von statten geht.

( –>Petition beachten!)

 

 

Mein Hirn hat während dieser  3 Stunden-Autobahnfahrt genug Zeit, sich einige Szenarien vorzustellen, die mich in Karlsruhe erwarten könnten. Vermutlich haben die meisten Mädels abgesagt, oder kommen erst gar nicht. Dann sitze ich völlig frustriert in der Jugendherberge und betrinke mich mit kaltem Kaffee. Irgendwie so. Meine Stimmung näherte sich dem Nullpunkt und die Vorstellung scheint sich zu bestätigen, da ich die erste Person war, die in der gebuchten Jugendherberge eintraf.

 

ABER DANN KAM ALLES ANDERS…

Alle erschienen sie pünktlich. 24 Frauen trotzten dem Wetter und fuhren vor!  Die Beschnupperphase fiel mit diesem bunterkuntem Haufen und etwas Sekt erstaulich leicht . Die Übernachtung in dem 6-er-Schlag war ebenfalls keine Hürde. 3 Mädels, die sich sofort verstanden. Den Platz braucht Frau, denn schliesslich muss die Wäsche ordentlich getrocknet und aufgehängt werden 😉

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück los. Kleine Gruppen wurden je nach Können und Erfahrungen  gebildet und die Tourenguides führten uns über abwechslungsreiche Strässchen durch den Schwarzwald und anschliessenden Täler. Suuppper!  Auf meist wieder trockenen Strassen konnte ich mich austoben. Ich staunte nicht schlecht, als ich die Motorradfrauen beobachtete. Eine 66-jährige Fahrerin steigt mit  Eleganz  auf^s Motorrad. Dann eine Goldwingfahrerin, die ihr schweres Gefährt mit einer beeindruckenden Sicherheit und Geschwindigkeit auf Landwirtschaftswegen bewegen kann. Dann eine Powerfrau, die auf einer umgebauten Ducati heizt. Oder S, die nach einem Unfall jetzt wieder auf ihrer finster reinguckende Maschine fährt, als wäre nie was passiert. Begeistert bin ich von Annika! Ob Rennstrecke oder Pässe…kein Problem.

Unsere Frauengruppe schaffte es sogar eine Polizeikontrolle zu irritieren. Weder der abgebrochene Blinker, noch ein verbogener Spiegel wurde bemerkt. Nach einem netten Smalltalk wurden wir mit einem „schöne Weiterfahrt“ wieder entlassen. Hi 😉

Nach der 8-Stunden-Tour klang der Abend bei Bier, Wein und leckerem Essen in einem urigen Gewölbe aus.

Die Heimfahrt fiel mit diesen Eindrücken wesentlich angenehmer aus. Trotz wieder einsetzendem Regen und der Fahrt auf der Autobahn.

Danke Euch Mädels! Vielleicht sieht man sich wieder! Es war wunderbar Euch kennenzulernen! Zu verdanken haben wir es es vor allem dem Karlsruher Stammtisch, Frauke von fembike und den Helfern, dass dies zustande kam.

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Martina

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