Seniorenwanderweg Arlen-Herrentisch-Stein am Rhein

breiter-weg

Der beginnende Frühling belebt auch  die Lebensgeister der älteren Generation. Auch sie zieht es raus in die Natur. Aber wohin nur, um doch nicht zu überfordern? Mein netter Ü80 – Mann, lässt nicht locker und möchte mit mir eine kleine Tour unternehmen.

“ Wenn es nicht mehr geht, dann dreh`ich halt um. “ Das war die Antwort auf meine Bedenken, ob er es denn körperlich schafft, da er  nicht mehr der sicherste auf den Beinen ist und mit Wackeldackeleinlagen überraschen kann. Also gut. Die Zivilisation ist nicht fern und ein Handy eingepackt.  Noch schnell den Pass eingepackt( der zwar abgelaufen ist, aber einen alten Herrn werden die schon nicht ins Gefängnis stecken) und los, schliesslich sind 150 Höhenmeter zu erklimmen.

Diese Tour ist bei trockenen Verhältnissen gut für Senioren geeignet, wenn sie mit festen Schuhen einigermassen trittsicher sind.

Start: In Arlen (bei Rielasingen) am Schienerberg. Dort gibt es auch einen Waldparkplatz. N47.708587°E8.852016°

Ein breiter, leicht ansteigender Waldweg führt auf den Schienerberg. Gläubige Katholiken können  zwischendurch innehalten, denn es gibt hin und wieder kirchliche Requisiten.

 

Das letzte Stück auf den höchsten Punkt ist der schwierigste Teil der gesamten Tour. Ein sehr schmaler Serpetinenweg schlängelt sich die letzten Meter auf den Herrentisch. Ich war wohl nervöser als dieser Herr, der sich mit seinen Stöcken hoch schob.  Auf dem Herrentisch kann man schon das erste Würstchen am Grillplatz bruzzeln. Ein herrlicher Blick über die Vulkanberge des Hegaus gibt es obendrein.

An alten Grenzsteinen entlang ist das nächste Ziel Riedern. Hinter  Oberwald (auch hier ein kleines Gasthaus) überschreiten wir beim ehemaligen Erholungsheim Waldheim wieder die Grenze (Schweiz).

Einer Teerstrasse folgend gehen wir durch Riedern und weiter, auf einem breiten Waldweg, Richtung Hemmenhofen. Kurz hinter dem Grenzschild biegen wir links ab und mit Hilfe der Wegtafeln spazieren wir in Richtung Burg Hohenklingen. Hier hat man am zum Schluss hin zwei Möglichkeiten auf die Burg zu kommen. Der kurze Weg ist  steil und stark von Baumwurzeln durchzogen. Deshalb entscheiden wir uns für den längeren Weg zur Burg. Wer nicht auf die Burg möchte, hat auch etwas unterhalb  eine Grillstelle und eine tolle Sicht auf die schweizer Stadt Stein am Rhein. 

Wir haben bereits ca 12 km  hinter uns und müssen an den Abstieg denken. Die Strasse lockt uns nun wahrlich nicht, darum benutzen wir die steile Treppen direkt runter in das schöne Städtchen, unser Ziel.  Man gelangt direkt an den Fluss Rhein. Von dort gibt es  gute Verkehrsanbindungen mit Bus und Bahn  oder Schiff. Wir schnappen uns den Bus nach Rielasingen. Nach 5 Stunden (mit Pause) lade ich einen glücklich dreinschauenden 84-jährigen Herrn bei seiner Frau ab. Fertig wie ein Schnitzel aber glücklich… Laut Erzählungen gab es kostenlos einen guten Schlaf und Muskelkater am nächsten Tag.

Auch ich konnte wieder dabei was lernen… Die Bedeutung der Grenzsteine war bisher ein Rätsel für mich. Hier nun die Auflösung eines ehemaligen Zöllners:

In diesem Beispiel: CS  H  steht für Kanton Schaffhausen in Helvetia. 1839 wurde er errichtet und die Nummer des Steines ist fortlaufend. Auf dem Stein gibt es noch ein>, die die Richtung der Grenze angibt…

 

 

Dieser Tag mit meinem dickköpfigen Herrn hat mich wieder dran erinnert, dass man alte Menschen selbst entscheiden lassen sollte, was sie tun. Einfach unterstützen und einen schönen Tag erleben. Und er hat es souverän geschafft! Danke.

 

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Martina

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