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Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…3.Tag

Nach den doch ordentlich kühlen Nächten wird jeder morgendlicher Sonnenstrahl mit einem Juchzen aufgenommen. Der Forststeig verläuft gleich vom Campingplatz aus mit einem gut ausgeschilderten Wanderweg zu den Tyssner Wände um dann einen Knick wieder nach Norden zu machen. Dann stosst er wieder auf die deutsch-tschechische Grenze. Hier kann man sich immer des Weges sicher sein, da die Grenzsteine und -pfähle gegenwertig sind. Nun bloss wieder die Augen offen halten. Denn die Wahrscheinlichkeit den Trampelpfad bei den Fichtenwände zu verpassen ist hoch. Ich platze vor Stolz, als wir die Abzweigung finden. Doch schon nach einigen Meter kann der Weg nicht mehr stimmen. Und dummerweise wimmelt es hier von  Markierungspunkten, denn die Forstbetriebe nutzen ebenfalls einen orangen Punkt..tatata). Oft ist das Gras zwischenzeitlich hoch gewachsen und macht einen Weg unerkenntlich. Leider ziehen nun auch Wolken auf. Zwischen den Felsen der Fichtenwände laufen wir etwas orientierungslos umher.  Zudem tröpfelt es nun auch und wir beginnen das Spiel: Zieh Dich an, zieh Dich aus kleine Maus…Schade.

Spätestens als  wir auf dem Mehlsteig landen, wissen wir, dass wir wohl eine weitere Abzweigung verpasst haben. Aber wir kennen immerhin nun unseren Standortund und  können ohne weiteren Verirrungen zum nächsten Aussichtspunkt Zeisigsteig wandern. Die Regenkleidung können wir nun anlassen, denn es regnet nun dauerhaft.  Jetzt wieder ab durch das Gestrüpp und zum Kachenmoor. Der Weg ist sumpfig und die eigentlich wasserdichten Wanderschuhe werden  unangenehm feucht. Nach dem Zauschengrund  erscheint eine Kreuzung mit mehreren Pfaden. Die orangene Forstwegmarkierung würde rechts am Fels vorbeiführen. Hier ist eine Schneise erkennbar, die allerdings mit mannshohen Farn bewachsen ist. Wir nehmen die linke Variante der Böhm`schen Karte und wuchten uns auf den Kamm. Hier empfängt uns wieder mal Gestrüpp ohne Ende und wir sind an unseren langen Hosen froh. Nun gelangen wir auf den Diebesgrund und der Forstweg führt  uns zur Johanneswacht.  Ein toller Ausblick trotz Regenwolken auf unzählige Felsnadeln, die sich um das Tal platziert haben. Unser Ziel ist die Biwakhütte Beutewaldhütte. Leider ist sie noch geschlossen und erst ab 2018 nutzbar. So trotten wir, zwischenzeitlich durchnässt (meine Regenjacke macht schlapp) im Regen nach Ottomühle. Hier finden wir in der gleichnamigen Herberge ein frisch renoviertes Zimmer. Trotz der nassen Dreckspur, die wir mit unseren Sachen legen, sind die Betreiber freundlich und kochen uns noch schnell eine leckere Soljanka.

Ahh…In einem Bett schlafen und nicht zu frieren hat was !

 

Hier die Strecke:

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…2.Tag

Endlich ist die endlos lange Nacht ( 1.Tag hier klick) vorbei. Sobald wir unsere Körperteile irgendwie bewegen können steigen wir etwa 7.30 Uhr miefend und schlotternd aus den Schlafsäcken. Erst der heisse Fertigkaffee (unglaublich, wie lecker ein Tütchenkaffee schmecken kann), bringt die gute Laune zurück. Über den Baumwipfeln sieht man bereits die  Sonne. Allerdings dauert es, bis diese wärmende Strahlen uns erreichen werden. Am nahen Bächlein gibt es eine sehr flüchtige Katzenwäsche. Zusätzlich kommt der Wasserfilter zum Einsatz und wir füllen hier unsere Wasservorräte.  Nach einem warmen Müsli packen wir gemütlich ein und brechen gegen 9 Uhr auf.

Schon die ersten Meter sind traumhaft schön. Eine kleine Kletterpartie am Bächlein und am Fels entlang. Dann geht es noch etwas an der Grenze entlang. Neben uns wieder eine Vielzahl von Pilzen. Wir halten nun Ausschau auf ein Zeichen, wann es nun links abgeht. Lt. Karte sind es dann nur einige Meter auf einem Forstweg, der auf die Strasse  Stezka Labska Piskovce übergeht. Vorbei führend an Chirstianenburg, einem Gasthof, wo wir unser Frühstück geplant haben. Naja. Wir finden tatsächlich ein Schild mit der Aufschrift Stezka Labska Piskovce (was vermutlich nur Naturschutzgebiet Labske heisst) und folgen dem Trampelpfad, der tatsächlich in eine Strasse übergeht. Und prompt sind wir  falsch. (Tja Herr Böhm…die böhmische Karte sollten Sie aktualisieren ..) Unser Kaffee in einem Gasthof bekommen wir nie. Stattdessen gelangen wir zum Jägerkreuz und laufen im Anschluss auf dem bequemen Daumkamm zum Hoher Schneeberg. Hier begegnen uns einige Pilzsammler, die bombastisch gefüllte Körbe mit sich tragen. Auf dem 723 m hohen Berg angelangt, verbringen wir hier unsere wohlverdiente Mittagspause. Ich bin begeistert! Eine hausgemachte Hühnersuppe, wie ich es nur noch aus Oma s Kochbuch kenne. Schwimmende Fettaugen auf einer gut mit Einlagen gefüllter Suppe. Boah! Das gibt Kraft eine frisch angedockte Zecke zu entfernen.  Mein Herz steht kurzfristig still, als ich sehe, dass hier mit Kronen bezahlt werden sollte. Den Tatbestand habe ich  total verpennt! Aber zum Glück sind auch Euros willkommen..uff.

 

Die Sonne strahlt mit uns um die Wette.  Wir sind von Felsformationen umgeben und können den Boulderen und Kletterer zuschauen. Nach Ostrov führt nun ein geteerter Wanderweg. Die Beine tun mir in den Wanderschuhen weh und wackle  auf den Campingplatz. Auch hier sind passionierte Kletterer anzutreffen, die auf den vielen anspruchsvollen Felstürmen auf ihre Kosten kommen.

Eine angenehme Kombination am Abend folgt: Menschen glotzen, duschen, essen und schlafen.

 

Hier die Strecke (1 +2. Tag)

 

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…1.Tag

Voll motiviert und wieder  spät dran ( vor 12 Uhr ist es selten) parken wir das Auto in Bad Schandau am Bahnhof. Hier gibt es tatsächlich noch kostenfreie Parkplätze und mehrer Tage hier zu stehen stellt kein Problem dar.

Der Start des Forststeigs ist in SchönauWir entscheiden uns für den Bus dorthin und müssen daher noch einige Meter  zum Start gehen. Lt. Karte soll der Weg irgendwo in der Nähe des Bahnhofes Schönau abgehen. Nachdem wir einige Male, wie ein Hamster im Laufrad, die Strasse hoch und runter schnaufen, nehme ich entnervt den Waldrand in Angriff. Rechts ist freier Blick auf den Zirkelstein. Der Forststeig muss etwas unterhalb verlaufen. Noch setze ich alles in meinen nicht vorhandenen Orientierungssinn und biege mutig ins Dickicht ab. H. watschelt geduldig und schweigsam hinter mir her. Keine Markierung weit und breit und auf einen Waldweg sind wir auch nur kurz. So laufen wir quer durch den Wald. Es geht nur langsam voran. Eine riesige Furche bringt nun alles durcheinander. Ich erkenne ein trockenes Flussbett darin und bin felsenfest überzeugt zu wissen wo wir sind. Tatata….von wegen! Der Wald besteht plötzlich aus tausenden trockenen Flussbetten. Wenigstens scheint die Sonne durch das Geäst, so dass ich nur missmutig werde und nicht gleich völlig die Nerven verliere. Warum trägt H. aber auch so gar nichts zur Route bei? Zeit zum Zicken! Und das schon nach nur 2 Std. Wanderung! Oha. Nach längerem Querdurch gelangen wir auf einen Wanderweg. Gaaanz toll. Anstatt am Gelobbachtal gelandet zu sein, dass ganz idyllisch sein soll, befinden wir uns ein ganzes Stück davon entfernt. Da wir nun doch schon etwas Zeit verbraucht haben entschließe ich mich den kerzengeraden, langweiligen Marktweg zu laufen, um Zeit einzuholen. Dieser führt direkt zum Tafelberg Grosser Zschirnstein. Dort rasten wir bei schönem Ausblick. Zudem nehmen wir uns ( zum Glück) Zeit die subtile, aber gut spürbare Spannung zwischen uns anzusprechen. Tja! Ich möchte doch nur den Forstweg laufen und habe Probleme den Weg zu finden. Ich brauche! H.s Orientierungssinn dringend dazu…Nun kommt er auch mal zu Wort und hat den erlösenden Vorschlag: Wenn wir den Weg nicht finden, ist das doch nicht tragisch. Die Himmelsrichtung stimmt, da kennt er sich aus. Sich nicht verbohrt  an die Karten halten, die nur ungenau den Wegesverlauf zeigen! Einfach laufen und geniessen…. Hmmm….also guuuut.

 

Ab jetzt läuft es wie von selbst. Wir umrunden den Grossen Zschirnstein und finden die erste neonfarbene Markierung, die uns steil durch den Wald herunter zu einer Biwakhütte  ( hier alle Infos für die Übernachtungsmöglichkeiten, die für 2018 geplant sind) führt. Wir laufen weiter und gelangen zu der deutsch-tschechischen Grenze. Ein zu erahnenden Trampelpfad und die Grenzsteine geben die Richtung durch das hohe Gras. Beklemmend ist das Gefühl, wenn man die Pfähle in dieser schönen Waldumgebung sieht, an denen ein meterhoher Zaun befestigt war. Unterwegs naschen wir Brombeeren und pflücken einen Steinpilz, was natürlich wieder Zeit kostet. Die Dämmerung beginnt und die Suche nach einem Nachtlager beginnt. Wir riechen Feuer und prompt gelangen wir an einen kleinen Kletterfelsen, der wohl kurz davor Besuch hatte…Ein idealer und wunderschöner Platz für uns. Schnell das Nachtlager aufgebaut und Steinpilz-Couscous gekocht…Und schon ist es dunkel. Und kalt! Seeehr kalt! H. und ich bewegen uns keinen Millimeter in unseren Sommerschlafsäcken. Dazu höre ich die Geräusche, die es halt so in einem Wald gibt und die schlaflose Nacht ist da. Ein Kleintier, das in meiner Fantasie zu einem ausgewachsenem Wolf mutiert ist, wuselt um das Zelt. Dank meiner Gefrierstarre bin ich unfähig nachzuschauen…

 

 

 

Hier die  Strecke (allerdings 1. und 2.Tag)

 

Auf, um und neben dem Forststeig im Elbsandsteingebirge…..der Beginn

Der Anfang:

Zuerst hatten wir den berühmten Malerweg im Elbsandsteingebirge geplant. Allerdings haben Berühmtheiten die Eigenheit, stets von Bewunderern umgeben zu sein. Das schreckte mich ab. Denn auf einer Wanderung (blöderweise auch noch in der Ferienzeit), möchte ich nicht um eine Übernachtungsmöglichkeit kämpfen müssen. Oder vorbuchen… nenene….gar nicht mein Ding. So holte ich mir bei einer freundlichen Mitarbeiterin  des Forstbezirks Sachsen weitere Vorschläge , wie ich  den Nationalpark erkundschaften könnte. Sie empfahl mir den Forststeig,  einen Trekkingweg, der allerdings erst 2018 ausgeschildert und präpariert sein wird.

Das hört sich so richtig abenteuerlich an und trifft genau meinen Geschmack. Bisher gab es nur einige Testläufe von Bloggern, Kartogaphen etc., deren Berichte ich zur Vorbereitung las. Der Weg sei nur provisorisch mit wenigen orangen Punkten markiert und führt meist über Trampelpfaden, Forstwegen und Wanderwege. Die Erstbegeher empfehlen einen guten Orientierungssinn und zudem eine Ausrüstung, die für alle Eventualitäten ausreicht.

 

Planung:

  • Eine Karte mit dem eingezeichneten Forststeig ist erst im Sept. 2017 erhältlich. Was ziemlich doof ist, denn ich bin 2 Wochen früher unterwegs. Somit dient mir nur die grobe Übersichtskarte des Forstbezirks Sachsens als Grundlage.

Forststeig_Karte_Routenfuehrung Quelle Sachsenforst

  • Detailkarten (auch laminiert) gibt es bei dem Kartographen Rolf Böhm, der mir die Karten für die sächsische Schweiz und den böhmischen Abschnitt zukommen lässt.

 

  •  Meine Wanderausrüstung sollte ausreichend sein. Für alle Fälle besorge ich noch einen Wasserfilter. Ansonsten füllen wir unsere 50-Ltr. Rucksäcke mit dem üblichen Haushalt:

Schlafzimmer: Isomatte/Zelt/SommerschlafsackKüche: Kocher/Geschirr/Notrationen Essen/Schweizer Taschenmesser

Kleiderschrank: 2 kurzärmlige/1 langärmliges Merinoshirt/2x Unterwäsche/1 Paar Socken/Regenkleidung
Bad: Zahnbürste/Zahnpasta/Zahnseide

 

  • Meine beste Absicherung und Lebensversicherung ist H…mein Begleiter schlechthin, den ich gar nicht mehr missen möchte. Seine  Seine Zusage mich zu begleiten ist der Hauptgewinn.

 

Für die ca. 100 km lange Trekkingstrecke werden 4-5 Tage empfohlen. Erfahrungsgemäss benötige ich immer etwas länger und rechne für 6 Tage, was sich als seeehhhr weise rausstellen wird….

 

 

 

 

 

 

Nebenbei noch Zimmer zu vermieten. Ein Biohof lädt ein.

Ich war froh, dass während der Urlaubszeit spontan eine kostengünstige UND freie Unterkunft zu finden war.  Zwar lässt schon die Internetseite erahnen, dass es etwas anders sein wird, als ich es gewohnt bin. Aber so?

Ein Bauernhof mit dem Bio-Demeter-Siegel. Klasse. Hört sich gut an. Der Hof wirbt mit toller Lage am Waldesrand und spricht die Ruhesuchenden an. Auch gut. Das waren die einzigen Infos, die zu einem unscharfen Bild des Hofes geschrieben sind. 5 Zimmer mit Mitbenutzung der Küche  und ein Appartment sind buchbar.

Schon bei der Ankunft ist der erste Eindruck nicht der beste. Das Haupthaus ist alt und von starken Gebrauchsspuren geprägt. Renovationen liegen sichtbar schon lange zurück. Auf der grossen Terrasse ist nur ein Wäscheständer, eine defekte Tischtennisplatte und ein abgebrochener Schirmständer zu finden.  Schade, denn mit etwas Pflege und wenig Aufwand könnte hier ein hübsches  Ruheplätzchen für die Gäste gestalten werden. Das ich  nicht sofort den Rückzug anbreche liegt an der Tatsache, dass hier im Val Venosta /Südtirol, die Wettervorhersage für die nächsten Tage etwas Sonne verspricht. Dann lass ich mich also ins Zimmer führen und atme erleichtert auf. Das Zimmer mit Balkon ist sauber und gross. Zwar ist das Inventar vermutlich aus den 60er-Jahren, aber das Bett ist relativ neu und die Wäsche ok. Ein selbstgebasteltes „paper“ mit einem „Willkommen“ liegt vor mir. Das verschnibbelte Papier stellt sich beim genauen Betrachten als ein stabiles Kalenderblatt aus dem Jahre 2008 dar. Aha.

Die Nächte sind Horror. Denn die Nachtruhe wird durch ständiges bsssss…..klatsch….aua….surrr…..surrr…bsss gestört. Massenhaft Schnaken! Die vielen Punkte an der Wand beweisen, dass schon einige Gäste hier schlaflose Nächte verbracht haben. Waldnah halt…Argghh.. ( ob ein Insektengitter am Fenster nicht bio genug ist?)

Dann lernen wir die Familie dort kennen und staunen nicht schlecht. Eine herzliche und sympathische Familie, die mit sich im Frieden lebt.  Eine bodenständige Familie, die gelassen und glücklich wirkt. Trotz der vielen Probleme, mit denen der Obstbauer dieses Jahr zu kämpfen hat. Die Kirschessigfliege, das nasse Wetter, die fehlende Sonne… enorme Ernteeinbussen sind vorprogrammiert. Und doch lachen sie unbeschwert und nehmen sich nebst der Hofarbeit Zeit für ihre Hobbys: Pfeffermühlen drechseln, Wolle filzen, leckere Marmelade kochen oder Kuchen backen. Oder Wein keltern.

Zum Frühstück in der Gästeküche stehen immer frische Leckereien. Allerdings wollen diese Herzlichkeiten nicht so wirklich in diese lieblose und teilweise schmuddlige  Umgebung passen. Ich kann nur erahnen, dass sie sich verzetteln. Jede ihrer Tätigkeiten ist zeitintensiv.  Da bleibt keine Zeit mehr, die touristische Sparte zu gestalten und aufzubauen. Reine Vermutung. Aber irgendwie schade.  Diese nette Familie hat mir einen Anstupser gegeben, Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und vieles zu relativieren.  Aber bei meiner nächsten Suche nach einer Unterkunft in Südtirol wird meine Wahl nicht mehr auf sie fallen. Alles Gute liebe Familie P.

 

 

Vom Weg abkommen..

…ist gar nicht so schwer. Ich bin eine bekennende  Frau ohne Orientierungssinn, die nur mit Hilfe eines Navigationssystems (sei es elektronisch oder in Form eines Menschen mit Gefühl für Himmelsrichtungen) zu den Zielen gelangt. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es meist viel und gut platzierte Beschilderungen, die  zudem gut instand gehalten werden , so dass ich meine Schwäche schon fast vergessen hatte. Fast. Bis ich dann  in Italien eine kleine Wanderung in der Umgebung unternehmen wollte… und aus facile difficile wurde….Dank der unzureichenden Beschilderung.

 

Meine Sammlung :

Schilder, die abmontiert wurden. Bevorzugt an Kreuzungen

Valmuggiano und abgeschraubte Schilder

 

 

 

 

 

Schilder die verdreht wurden. Abbiegen oder gerade aus?

abbiegen oder gerade aus

 

 

 

 

 

Schilder, deren Beschriftung nicht mehr lesbar ist. Meist mehrfach an Kreuzungen anzufinden. Jeder Pfeil führt in eine andere Richtung.

namenloser Wegweiser

 

 

 

 

 

Schilder, die in Gegenrichtung an einer Mauer angebracht sind, und nur für Menschen mit einem dritten Auge am Hinterkopf sichtbar werden

Rückwärtsblicken zum Schilder entdecken

 

 

 

 

 

Schilder, die zugewachsen sind.

versteckter Wegweiser

 

 

 

 

 

uva.

P1030819

hier ist tatsächlich auch ein Weg

 

Wegbeschilderung lässt zu wünschen übrig

Wer findet die Wegbeschreibung

 

 

 

 

So wird jede noch so kleine Wanderung ein Abenteuer für mich. Vorsichtshalber hatte ich mir vor einiger Zeit ein Buch des Überlebungskünstlers Bear Grylls gekauft. Bis zum Navigieren sind es noch ein paar Seiten. Aber eine Camp-Latrine bauen könnte ich schon 😉

 

 

 

Zwei Tage im Alpstein—2.Tag

Dank der moderaten Tour am Vortag hat niemand an Muskelkater zu leiden. Die Sonne scheint uns schon beim Frühstück unerwartet ins Gesicht. Der primäre Kurz-Heimweg wird nun in die längere aussichtsreichere Version geändert. Zwar bekannterweise hochfrequentiert, aber unsere Gruppe ist so tiefenentspannt, dass wohl nichts mehr sie aus der Ruhe bringen kann. Die Kleiderauswahl fällt auf das T-Shirt und später werden auch die Beinlinge abgetrennt. Jawoll…allen Wetterprognosen zum Trotz…es ist Sommer!

Von der Bollenwees führt uns der Weg gleich steil zur Saxer Lücke hoch. Das Verschnaufen lohnt sich, denn ein wolkenumgarnter Felsspitz steht imposant vor der Nase. Ab hier verläuft der Weg nun immer am Grat entlang. Rechts sieht man auf das Rheintal, während auf der linken Seite der Alpstein vor einem liegt. Beim Stauberer legen wir eine kurze Rast ein. Hier wird derzeit kräftig renoviert bzw. gebaut. Sich verlaufen ist unmöglich. Immer weiter, die entgegenkommenden oder überholenden Menschen grüssend (dieser Weg nennt man nicht umsonst : „Grüezi Weg“) gelangt man nach einiger Zeit auf den Hohen Kasten. Von dort schnappen wir uns die Seilbahn, die uns nach Brülisau bringt. Dann ab in den Bus und anschliessend mit dem Zug nach Wasserauen zurück.

Hier die Tourdaten 2.Tag:

Zwei Tage im Alpstein—1.Tag

Es grenzt an ein Wunder, dass tatsächlich ein Termin zum Wandern gefunden wurde. Zwei Nasen allerdings sagten sehr kurzfristig ab, da sie dem Wetter so gar nicht trauen.  Dem  Alpstein, mit seinem alpinen Charakter, sollte man tatsächlich mit gewissem Respekt begegnen.  Der Regen sollte am späten Vormittag verschwinden, aber Schneefall und Temperturen von 4 Grad, die auf einigen Wetterseiten prognostiziert werden, sind nicht spassig. So rufe ich bei der reservierten Berghütte an und kann Entwarnung geben. Kein Schnee in Sicht und alles ist wanderbar. Wunderbar.

Nur um eines vorzugreifen! Wir haben weder die eingepackten Handschuhe noch den  Fleecepulli oder die Regenhose benötigt. Nur an den windungeschützten Stellen zogen wir die Regenjacke an. Nachmittags zeigte sich zudem häufig die Sonne. Wenn Engel reisen ;-). Mit Grüsse an D.W. und M.W, die sich leider nicht überreden liessen….

1.Tag.

Wir starten in Wasserauen. Es ist bewölkt. Aber die Steigung zu Beginn durch den Wald am Hüttentobel bringt uns gleich ins Schwitzen.  Gutes Warmlaufen im Wald mit einem, von den letzten Regenfällen, gefülltem Bach. Aus dem Wald raus eröffnet sich das Wanderparadies. Es gibt immer was zum Schauen. Die saftig grünen Wiesen, die spektakulären Felsformationen, die Wolkenspiele, die gerade blühenden Bergwiesen und zwischendurch der Seealpsee . Begleitet wird die Wanderung vom Gebimmel der  Kuhglocken, die einfach dazu gehören. Dann ertönt wieder ein Murmeltierruf…

Unterhalb der Marwees folgen wir dem Weg. Zur rechten den Blick zum Seealpsee und der gegenüberliegenden Bergkulisse. In der Meglisalp pausieren wir um den leckeren Zwetschgenkuchen zu essen, der heute auf der Karte steht.  Nun steht mir der Sinn  nach einem Nachmittagsschläfchen. Allerdings zwingt mich die Gruppendynamik zum Weitermarsch. So trotte ich die folgenden Höhemeter zum Bötzel hoch. Hier oben pustet uns der Wind kalt um die Ohren, so dass die Regenjacken nun als Windjacken dienen. Am Fusse der Widderalpstocks folgt man dem Weg die nächste Stunde immer bergab. Es folgt eine Abzweigung rechts in den Wald hinein. Die doofen Naturtreppen haben NIE meine Beinlänge. Ich liebe deshalb meine Wanderstöcke und schiebe mich so den Wanderweg hoch. Nach 20 min erreichen wir das Ziel.   Die Bollenwees am Fählensee gelegen. Durch eine gute Infrastruktur zählt diese Hütte zu den sehr gut ausgebauten/ausgerüsteten Häusern.

 

Hier die Tourdaten:

 

 

Schlamm-Spass-Bewegung- die Muddy Angels

Im April wurde mein Alptraum wahr. Meine Freundin schenkte mir zum Geburtstag eine offizielle  Frauen- Joggingrunde. Offiziell bedeutet hier, dass sie mich zu einem Rennen angemeldet hat. Ich, die sich nur hin und wieder für ein gewisses Ziel (z.B. Projekt Fernwandern oder Bikinifigur) aufrafft und abends in der Dunkelheit einige Runden vor sich hinschlürft.

Panisch päpple ich meine Kondition die folgenden zwei Monate auf, damit ich auf  den angesagten 5 km nicht ganz zusammenbreche. Zudem sind auf dieser Strecke zusätzlich 11 Stationen aufgebaut, die zu bewältigen sind. Also lebe ich ganz nach dem Vorsatz: Vorbereitung ist alles.

Und dann ist es soweit! Ca.5000 Frauen, die an einem Tag gestaffelt in Gruppen loslaufen. Eine organisatorische Meisterleistung! Alles läuft reibungslos. Die Ausrichter des Muddy Angel Runs sind geübt und gehen professionell an die Sache ran.

Nun sind wir dran! Und die Stimmung wechselt von angespannt zu gelassen. Der Beginn eines völlig entspannten und lustigen Tages.

Nach dem Aufwärmen unter der Fuchtel einer nicht müde zu kriegenden Fitness-Front-Frau geht es los. Und zwar ganz gemütlich. Jede Frau läuft ihr Tempo. In Gruppen oder alleine. Jetzt erst merke ich, dass es nicht um eine sportliche Höchstleistung geht, sondern um Spass und einen guten Zweck. Vor den Stationen staut es sich meist etwas, aber so kann man auch gleich ein Schwätzchen mit Mitstreiterinnen halten.

Ich bin mächtig stolz. Mein Training hat sich gelohnt und wir düsen ohne grosse Anstrengung durch. Und das sogar mit quietschenden matschdurchtränkten Turnschuhe, Matsch zwischen den Zähnen und völlig durchnässter Bekleidung. Die Stationen haben es in sich: Hier abtauchen, dort durchkriechen und hier drüber klettern. Alles dabei. Zum Abschluss müssen alle Teilnehmer  durch ein Schaumbad. Jetzt ist es endgültig aus mit der Frisur!

Meine Freundin und ich klatschen uns ab. Geschafft! Nächstes Jahr sind wir definitiv wieder dabei!

Muddy Angel Run unterstützt mit einem Anteil der Startgelder Initiativen zur Aufklärung gegen Brustkrebs. Entsprechend ist pink die dominierende Farbe bei diesem Event. Zumindest zu Beginn….

Zum Abduschen stehen kalte Schlauchduschen zur Verfügung. Erfrischend! Das einzige, was mich nachdenklich stimmt, ist  dieser Müllberg danach. Sämtliche Frauen entsorgen ihre Kleidung vor Ort. Ich habe noch nie soviel Schuhe auf einem Haufen gesehen. Schade.

 

Ansonsten ein sehr gelungenes Projekt. Ich kann es nur weiter empfehlen!