Kategorie -Klettern

Mit 40 Jahren mit Klettern beginnen? JA! Ausser man hat Gelnägel und will diese behalten. Auch Fussfetischisten werden hier nicht glücklich werden…

Kletterkurs: von der Halle an den Fels

Endlich war es soweit. Obwohl mir das Klettern in der Halle Spass macht, zieht es mich raus in die freie Natur. Wenige Male durfte ich mit einem erfahrenem Kletterer schon Felsluft schnuppern. Dort lernte ich bereits einige Handgriffe kennen,  aber ohne Aufsicht habe ich selten was gewagt.  Darum entschied ich mich für einen Kurs: Von der Halle zum Fels, in dem alles von der Pike auf gelernt wird.

Zuerst also mal für den Kletterfelsen ein Topo besorgen. Dieser enthält alle nötigen Details über die Landschaft und wie man sich dort zu verhalten hat.
Zudem erfährt man hier alles über die Absicherung, Länge der Route, Felsstruktur und hat dann hoffentlich eine Vorstellung, was man so alles an Material braucht.

Bevor es an den Fels geht, stehen einige Übungen an. Am Baum wird der Ablauf geübt und die Hintergründe der einzelnen Schritte vermittelt.

 

Am besten sucht man sich eine Route aus, die 1-2 Grade leichter ist, als man sonst klettert.  Der Partnercheck und auch das Durchgehen des Materials und die Kommandoabsprache  sind wesentliche Bestandteile des Ablaufs, bevor man startet.

 

Während bei den Übungen noch alle eine grosse Klappe haben, wird es plötzlich still. Denn nun heisst es endlich das Erlernte am Felsen umzusetzen. Und schluck, es sind noch einige, zum Teil grobe Fehler zu korrigieren. Zum Glück hat wenigstens unser Kletterguide die Übersicht.

Dieser Übungsfels liegt mir gar nicht. Voller Erfurcht wuchte ich mich den Fels mit einem Schwierigkeitsgrad 3+ hoch. Der Fels hat eine ganz andere Beschaffenheit als in Arco, wo ich  mutig eine 5 + /6 klettere.
Stürzen will hier niemand. Die spitzigen Kanten versprechen  eine schmerzvolle Landung. Also schön besonnen und vor mich hinpfeifend geht es immer höher. Jede geklippte Expresse wird von mir angestrahlt und ich  freue mich als ich am Umlenker ankomme. Wie war das also nun alles? Jeder einzelne Schritt dient der Sicherheit und der Minimalisierung von Eventualitäten, die wenn sie passieren sollten, mehr als Flexibiltät und Nerven abverlangen.   Also nochmals alles konzentriert durchgehen. Dann husch einen fragender Blick an den Kletterguide geschickt,  der völlig relaxt in der Nähe auf einem Vorsprung ausharrt und mich beobachtet. Er nickt und ich bin stolz wie Harry.

Über meine Kletterpartner bin ich froh. Wir haben schnell Vertrauen zueinander entwickelt und uns gut abgesprochen.  Verschwindet der Kletterer nämlich plötzlich aus dem Sichtfeld, ist man froh, wenn man weiss, was man tun/rufen muss, damit alles gut klappt.

Die Sicherheit nimmt bei jedem Route zu. Wir üben den Umgang mit dem Umlenker, das Ablassen, das Abseilen und am Schluss können wir auch ein Toprope einrichten.

Der Kurs war wirklich klasse.  An der frischen Luft den Tag mit netten Menschen am Felsen zu verbringen, macht ungeheuren Spass. Und doch wurde mir auch der Ernst bei dieser tollen Sportart wieder bewusst. Bisher haben andere für mich die Verantwortung übernommen und ich konnte mich rein aufs Klettern konzentrieren. Und nun lerne ich den Umgang der Materialien und die Hintergründe mancher Abläufe kennen. Jetzt habe ich ebenso Verantwortung zu tragen.

Das Leben zweier Menschen hängt an einem Seil…

Und es ist doch wunderschön! Jetzt fehlt mir nur noch ein netter und entspannter Kletterpartner, damit ich in Übung bleib..hach.

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Ganz lieben Dank an Judith Wälti, die diese tollen Fotos geschossen hat und mir zur Verfügung gestellt hat.

 

Klettern an der Selbstsicherung

In den meisten Hallen gibt es auch eine Möglichkeit mit Hilfe einer Selbstsicherungsanlage zu klettern. Hier hängt man sich mit gegenläufigen Karabinern am Gurt ein. Aber bitte gut kontrollieren, wenn schon kein Partnercheck gewähleistet ist!
An der Selbstsicherung zu klettern finde ich eine gute Möglichkeit. Hier kann man sich warmklettern oder in Ruhe Züge üben. Wenn ich mal  einen Tag ohne Kletterpartner verbringe, geht es meist in den Boulderraum. Aber ein paar Durchgänge an der Selbstsicherung müssen schon auch sein 😉

 

 

Seilgarten

Wer sich im Winter  stundenlang  in der miefigen Halle zum Klettern aufgehalten hat und nun nach Frischluft lechzt, dem kann ich solch eine Abwechslung nur empfehlen. Ein Hochseilgarten bietet verschieden schwierige Parcours an. So findet jeder eine Strecke, die seinem Können und Mut entspricht. Eine Trainingseinheit an der frischen Luft, die so richtig Laune macht.  Körperbeherrschung, Kraft,  Mut und  Ausdauer werden abverlangt. Unglaublich, was sich die Betreiber der Hochseilgärten alles einfallen lassen:

 

Boulderhose im Test

Ich durfte von der der Firma Jung eine Hose testen. Meinen Geschmack hat sie getroffen und mit Biobaumwolle hergestellt, gibt es glatt noch einen Pluspunkt für die beiden Mädels, die hinter „Jung“ stehen.  Diese Möglichkeit eine Boulderhose zu testen kam zum richtigen Zeitpunkt. Denn dieser Trainingseinheit entkomme ich wohl nicht so schnell….

Gut gemacht.

http://www.aufundab.eu/test/fritzi-boulderhose-fuer-maedels-praxistest-testsieger

Bouldern

Seit 1,5 Jahren hat mich nun das Klettern begeistern können. Eine Koryphäe werde ich wohl nie werden, aber es macht mir Spass die Angst vor Höhe und dem Fallen zu überwinden. Plötzlich eine bisher unüberwindbare Kletterstelle zu meistern und die  ansatzweise vorhandenen Muskeln zu  spüren…. einen freien Kopf bekommen. Das sind die Gründe, warum ich mich einer kleinen Klettergruppe angeschlossen habe.

Aber Bouldern? Zum Training werden wir ab und zu in den Boulderraum gescheucht. Ein stinkender Raum mit dicken Matten. Und Wände, die mir Respekt einflößen, so ohne Seil und Gurt als Sicherung. Ich hasste es zu bouldern. Neidisch beäugte ich die spiderman-ähnlichen Männer und Frauen, die scheinbar federleicht  an einem Hauch von Nichts die Wand erklimmen. Ich scheiterte meist schon beim Einstieg. Den Hintern jenseits hängend krallte ich mich an den dicksten Griffen fest und gab alles. Das Endergebnis war meist Frustration und Schwielen an den Händen. NICHT MEIN DING!

Komisch. Da ich dem Gruppenzwang nicht entgehen konnte, blieb mir nichts übrig, als es doch immer wieder zu versuchen. Und nun muss ich gestehen, dass es nicht sooo schlimm ist. Die ersten Erfolgserlebnisse durfte ich bereits erleben und ich bemerke immer mehr Vorteile:

Bouldern ist alleine möglich, wenn der Kletterpartner wegfällt.

Bouldern trainiert Kraft und Technik.

Bouldern formt schön die Muskulatur.

Bouldern macht Spass.

 

Klettern am Fels – Arco Italien

Ich habe mich verliebt! In die Felsen bei Arco in Italien. Das Klettermekka bietet für Jedermann etwas. Für mich Schisserle (eine lästige Folgeerscheinung meiner Krankenkaustätigkeit) gab es traumhafte griffige Kalkfelsen, an denen ich Übungen von der Halle am Fels testen konnte. Bei besten Absicherungen in kurzen Abständen konnte ich etwas Klettertechnik erproben und verbessern. Endlich konnte ich das Umfädeln und Abseilen unter Sicht/Aufsicht üben. Auch einen Stand einrichten durfte ich. Ebenso brachte mir mein toller Begleiter, meist geduldig,die ersten Schritte für Mehrseillängen bei.

Dies sind meine empfehlenswerte Felsen für Anfänger:

Muro dell `Asino

Im etwas nördlich von  Laghel gelegener Klettergarten: viele leichte und gut abgesicherte Routen.

 

Belvedere in Nago

Der Name hält was er verspricht. Toller Klettergarten mit einer belvedere über den Gardasee.

 

Croz de le Niere in Preore

Die Nichtkletterzeiten sind einfach aufzufüllen: Sonne, Wasser, Wein, Antipasti… mediterranes Flair geniessen! Bella Italia.

Mein lieber Kletterpartner hat einen ebenfalls einen hübschen Artikel über seine Sicht von Arco und Umgebung. Schaut doch mal bei Sven und Auf und Ab rein. 

Wir kommen wieder!

 

Vorurteil

Mit voller Breitseite in die Vorurteilsfalle getappt!

Während einer Felskletterei versuchten sich ebenfalls zwei Deutsche am Fels. Lautstark konnte jeder die Kommunikation mitverfolgen.Die obligatorischen Zurufe, die beim Klettern wichtig sind, wurden um Vielfaches des üblichen Lärmpegels zugeworfen. Aber auch die normalen Gespräche und Foppereien wurden mehr geschrien. Der Mann fiel in diesen Situationen besonders auf  : Ein verlebter Eindruck unterstrich die Derbheit: Lang, breit, aber nicht sportlich; ein Tattoo auf dem Nacken und auf dem Kopf ein Kopftuch, unter dem ein paar lange Zotteln hervorlugten.

Die Augen wurden verdreht und die Nase gerümpft.

Irgendwie kamen wir dann doch ins Gespräch. Er kam zu uns und brüllte und Fragen zu. Die Antworten kamen allerdings nicht wirklich an sein Ohr. Wir mussten vieles wiederholen. Dabei kam heraus, dass er einen Hirntumor hat, der bestrahlt wurde. Dabei wurden das Ohr verletzt  (auch im Ohr hat es Härchen, die allerdings nicht mehr nachwachsen, aber fürs Hören und Gleichgewicht wichtig sind). Nun hört er auf jedem Ohr nur noch 20%. Pfff. Dabei zieht er sein Tuch herab,um die verbliebene Haare zu ordnen. Freier Blick auf eine riesige OP-Narbe und einer grossen kahlen Stelle. Tuch wieder drauf und ein nettes Gespräch folgte. Nicht verlebt, sondern gezeichnet ist die Wahrheit…

Der erste Eindruck war mächtig daneben! Sch….

Ich wünsche ihm und seiner Frau alles Gute.

Klettern am Fels — im Donautal

Nachdem der Battert doch schon fast Furcht eingeflösst hat, knöpfen wir uns das Donautal bei Sigmaringen vor. Meine Jungs, Sven und Reiner, nehmen mich wieder mit, was nicht selbstverständlich ist, denn als Dritte im Gefüge läuft alles viel langsamer ab.

Hier kennen sie einige Routen schon und durch die gute Absicherung trauen sie sich im Vorstieg auch eine 5+ zu. Im Nachstieg werde ich leider etwas übermütig und durch einen Trittfehler falle ich einen knappen Meter zurück. Obwohl ich ausser Sichtweite vom Sichernden bin, wurde ich schnell aufgefangen. Beruhigend und zugleich eine neue Erfahrung.

Der Respekt bleibt und doch bietet das Donautal auch Möglichkeiten, sich mal etwas wagemutiger an „heisse Stellen“ zu trauen.

Das Donautal wird noch zu meinem Liebling. Hier hat es alles, was mein Herz begehrt:

  • Die Hinfahrt ist mit dem Motorrad zu fahren, denn im Donautal gibt es nicht nur Felsen, sondern auch schöne KURVEN..
  • Ein Campingplatz und mehrere Hotels/Pensionen  in  unmittelbarer Nähe laden zum längeren Bleiben ein.
  • Viele Routen bieten ein grosses Spektrum an Kletterspass….

 

Klettern am Fels — Der Battert

Es ist Osterzeit und in Deutschland und Schweiz scheint der Winter wiederzukommen. Nur im Nordschwarzwald sagt der Wetterprophet etwas Sonne voraus. Deshalb packen mich meine beiden Jungs ins Auto mit ein und fahren an den Battert. Dieser Kletterfelsen liegt nördlich von Baden-Baden und ist sehr bequem zu erreichen.

Der Battert bietet Klettergenuss für alle. Beim genauen Studieren der Topo-Karte erschrecken wir. Zwar gibt es auch Routen im 4ten Schwierigkeitsgrad, die jedoch sehr mickrig mit den – von mir heiss geliebten – Sicherungshaken ausgerüstet sind. Das bedeutet eine extra Lernstunde für mobiles Sichern mit einer grossen Anzahl an  Klemmkeile und sonstigen Sicherungsgeräten. Für die Jungs, versteht sich. Ich halte mich brav im Hintergrund und staune, wie man sich an den Wänden, Rissen, Dächern und Kaminen vorwärtsbewegen kann. Respekt.

Man spürt die Anspannung der Jungs, als sie sich wohl auch das erste Mal auf eine so schlecht gesicherte Route begeben. Obwohl nur eine 4, ist Respekt und Kopf angesagt. Wann setzt man wo die entsprechend passende Sicherung… ist man auch noch auf der richtigen Route…. soll ich den Schritt wagen…uiuiui.

Der Aufstieg lohnt sich. Erst das Ende der Kletterroute schaut aus dem Wald heraus. Nun kann man kurz verschnaufen und die Aussicht geniessen.

Die Jungs  meistern  den Vorstieg souverän und ich darf nachsteigen. Mein neuer Helm rauf auf den Kopf und los geht es. Es ist enorm, was der Kopf ausmacht. Mit einem Sicherungsseil vor der Nase ist alles viel einfacher und doch gibt es manchmal Schlotterbeine. Im Nachstieg soll man alles Material wieder einsammeln. Zum Teil eine knifflige Angelegenheit, wenn sich die Klemmkeile so richtig verkantet haben. Endlich auf dem Standplatz angekommen, bekomme ich meine erste Lektion im Abseilen. Mit einem Prusik seile ich mich vorsichtig ab, was übrigens ziemlich Spass macht.

 

Ich freue mich auf weitere Klettereien am Fels.  Im Gegensatz zur Halle hat man hier noch die Vorteile der Umgebung,die einen ebenso in Bann zieht. Wir kommen wieder.