Kategorie -Motorrad

Eine nicht ganz reibungslose Motorradtour: Bodensee-Tirol-Südtirol..

Stilfser Joch

Das Motorradfahren kam dieses Jahr definitiv zu kurz. Um so mehr freute ich mich, ein Wochenende mit meinen tollen Jungs verbringen zu können. Zum Glück hatte S. die Nerven eine Tour zu planen und eine Unterkunft zu suchen. Sonst wäre das Projekt vermutlich bereits  in der Phase: “ Wir sollten mal wieder zusammen fahren..“ gescheitert. Aber so konnte im Juni die Zweitagestour starten.

1.Tag.
Um 09 Uhr ist Treffpunkt in der Nähe von Konstanz. Dass die 3  Regeln: vollgetankt, gefrühstückt mit anschliessendem WC-Gang eingehalten werden, ist und bleibt ein Traum. Bei unserer Chaosgruppe ist von Beginn an klar, dass Flexibilität gefragt ist.  Nach 2 Stunden durch das schöne idyllische schweizer Appenzell und einer nervigen Fahrt durch die verkehrsreiche Stadt Dornbirn, landen wir endlich im Bregenzerwald in Österreich. Hier wird es merklich ruhiger und die nötige Frühstückspause wird zelebriert, denn Männer und Hunger passen nicht zusammen. Der Bregenzerwald  ist bestens zum Einfahren geeignet. Guter Asphalt und leichte Kurven laden zum Ausprobieren ein. Dummerweise stellt ein Gruppenmitglied nun fest, dass der Hinterreifen seines Motorrades völlig abgefahren ist. Er rutscht also um die Kurven, während der Rest nur brummend den Kopf schüttelt und auf eine regenfreie Zeit hofft. Der Weg führt unspektakulär abwechselnd durch D und A.  Bereits in Sonthofen regnet in Strömen. Wer Leder oder nur Sommerkleidung anhat, wirft sich in die schicke Regenkleidung aus den 80igern. Zum Brüllen! Den blau-weissen Pellwürsten folgend geht es weiter über das Oberjoch, durch das Lechtal. Bei Stanzach endlich das grössere Highlight: Der 15 km lange Pass Namlos. Kaum Autos stören unsere entspannte Kurventour bei Regen. Nur unser profilloser Held rutscht wieder von einer Kurve zur nächsten und schwitzt vermutlich als Einziger unter seiner Kleidung. Zudem röchelt sein Motorrad ab und zu beunruhigend. Am Plansee vorbei geht es nun nach Garmisch-Partenkirchen. Nebel, Regen, Wolken dominieren den Tag. Als wäre ein Slickreifen nicht schon ärgerlich genug, streikt nun das Motorrad völlig. Keinen Hügel will das in die Jahre gekommene Teil erklimmen. Wenigstens regnet es gerade nicht. Gepäck und Fahrer werden auf die anderen Zweiräder verteilt, die kaputte Bandit wird auf ein Privatgrundstück abgestellt und die Fahrt wieder aufgenommen. Über Sellrain- Kühtai düsen wir nun – (hach, plötzlich so schnell und geschmeidig) zu unserem Hotel im Ötztal.

2.Tag:

Verspätete Abfahrt vom Hotel, denn schliesslich muss noch Abschied von der Bandit genommen werden. Es gibt sogar einen positiven Aspekt bei der Sache: Kein Reifenkauf mehr nötig!  Der ADAC erweist sich als guter Partner.

Ab jetzt ist pures Vergnügen angesagt. Bei Sonnenschein und flüssigem Fahrstil düsen wir am Reschensee vorbei ins Vinschgau. Eine Strassensperrung aufgrund eine Musik- und Trachtenumzuges nötigt uns nochmals zu einer Zwangspause. Am Stilfserjoch freue ich mich über jede souverän genommene Kehre und hoffe bei den missratenen auf fehlenden Gegenverkehr. In Livigno ist steuerfreies Einkaufen angesagt. Dann über den Flüelapass nach Davos und wieder an den Bodensee.

 

 

Mein Sitzfleisch hat sich als geduldig erwiesen. Und diese zwei Tage haben mich Blut lecken lassen. Für meinen Geschmack waren noch zuwenig Pässe in der Streckenplanung. In Anbetracht der vielen „Störungen“ jedoch hat es gepasst. Die Hauptsache ist, dass jeder gutgelaunt und wohlbehalten zu Hause ankam.

Vor Kurzem  gönnte ich mir eine abgewandelte Tour in die gleiche Gegend. Da hatte ich etwas mehr Glück. 2 Tage Sonnenschein, keine Pannen und mehr Pässe. Nur schade, dass meine Jungs nicht dabei waren.

Ich freue mich auf das nächste Jahr mit Euch! Danke.

 

Hier die Tourdaten : 

1.Tag

Bei Motoplaner zum Anschauen.

2.Tag

Bei Motoplaner zum Anschauen.

Korsika mit dem Motorrad entdecken

Kletterfels entdeckt

Eine Insel mit Bergen und Stränden, gutes deftiges Essen und  die  mythenumrankte Vendetta in der korsischen Geschichte und gaaanz viele Kurven. Das will ich selbst erkunden. Also rauf auf das Motorrad und los!

Vom Bodensee über die Alpen nach  Savone, wo uns die Fähre Korsika Ferries nach Korsika bringen soll.  Inbrüstig hoffe ich, dass meine Motorradanschnalltechnik wenigstens heute nicht versagt, denn über einen Dominoeffekt würde sich auf der Ladefläche wohl keiner freuen. Während die Nacht auf Deck in einem Schlafsack erstaunlich entspannt war, hielten sich auch die Spanngurte am Motorrad tapfer. Zum Glück!

In Bastia angekommen steigen wir sofort auf die Motorräder und fahren zunächst gemütlich um das Cap Corse. Die aufputschende Wirkung der Sonne lässt mich relativ gut die mit Schlaglöchern  durchzogene Strasse bewältigen.  Hier lohnt es sich  Pausen einzulegen, um die tolle Aussicht geniessen zu können. Und tief einatmen, um den unbeschreiblichen Duft zu inhallieren, den nur das Meer, die Machia und ihre Flora ausstossen kann.

 

Irgendwo in der Nähe von Porto  schlagen wir unser Zelt auf. Hier verbringen wir ein paar Tage, um Tagestouren zu fahren. Ohne Gepäck ist es doch etwas angenehmer und wir unternehmen abwechslungsreiche Fahrten an der der Westküste und im Landesinnern. Kurven, Kurven und nochmals Kurven! Traumhaft. Es ist warm, aber an der Küste bläst zur Abkühlung ein stetiger Wind. So geht es gemütlich  an den Les Calanche vorbei und lässt die bizarre rötlich scheinenden Felsenlandschaft an sich vorbeirauschen.

Mit einem Auge  immer auf die Strasse. Nicht selten begegnet man Kühen und Schweine, die die asphaltierte Strasse lieben gelernt haben. Schlaglöcher, Steine und Zapfen erfordern hohe Aufmerksamkeit. Ich fahre gerne Motorrad, aber nach 3-4 Tagen gönne ich meinem Hintern gerne mal etwas Ruhe und bewege die anderen Gliedmassen. Der nächste Campingplatz liegt bei Satèrne.  Von dort legen wir zwischen den obligatorischen Mopedtouren ein paar Wanderungen und Badetage ein. Willkommene Abwechslung. Bei Campomoro lässt es sich wunderbar ein paar Tage aushalten. Sogar ein bischen Kraxeln ist drin.

 

 

 

Die letzten Tage lungern wir auf einem Campingplatz bei Porto-Vecchio herum. Jetzt ist es ganz schön warm tagsüber, so dass man entweder schon früh auf das Moped steigt, oder sich anderwertig die Gegend anschaut. Touristisch nicht unbekannt ist Baie de Rondinara, ein netter Badeort, der leider teilweise überlaufen ist. Dann wieder Touren ins Landesinnern, wo es nicht ganz so heiss ist. Die Hafenstadt Bonifacio lassen wir uns nicht entgehen. Hier lohnt sich eine Bootstour, denn nur vom Wasser sieht man die imposanten Kalksteilküste, auf der Häuser wie Balkone stehen. Und zum Abschluss noch mit dem Pferd auf der Küste entlang… Wobei das ziemlich schmerzlich endete. 4 Stunden mit dünnen Hosen auf dem Pferd! Der Hintern war wund, dabei war es dummerweise Zeit für die Heimfahrt….uiuiuiui

Korsika hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich konnte viele meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Mopedfahren, wandern, baden, faulenzen, essen und Mopedfahren 😉

Fazit: Sehr empfehlenswert!

 

 

Eng umschlungen…

Nierengurt

schmiegt sich  der Nierengurt während der Motorradtour um die Lenden. Der darf das ohne Einschränkungen immer 😉

Im Sommer ist der Nierengurt ein wenig beliebter Ausrüstungs-Artikel. Bei 30 Grad Aussentemperatur suchen viele Fahrer lieber Abkühlung als zusätzliche Wärme. Hier Gründe, warum sich ein Nierengurt zu jeder Jahreszeit auf dem Motorrad lohnt:

Die Hauptfunktion des Nierengurtes ist es den Körper vor Auskühlung beim Fahren zu schützen.  Vor allem ist schnell die Muskulatur unterkühlt, was dann zu Schmerzen durch Verspannung führen kann.

Die Nieren sind primär gut geschützt, aber auch diese Bohnen fühlen sich bei 37 Grad am wohlsten . Sinkt die Temperatur wird die Durchblutung der Nieren eventuell etwas reduziert und das Immunsystem  geschwächt. Kämpft der Körper bereits gegen eine bestehende Entzündung an (diese sind meist bakteriell und werden selten nur durch Kälte verursacht!), dann geht der Kampf unter Umständen zu Gunsten der Entzündung aus.Warum der Nierengurt eigentlich Nierengurt heisst? Keine Ahnung.

Der Nierengurt hat zudem eine Stützfunktion. Das merkt der Fahrer, der immer einen trägt und ihn einmal vergisst.

 

Und wer lieber den Gurt in die Ecke wirft und nach einer Tour doch mit Nachwehen zu kämpfen hat, dem gebe ich  hier meine Empfehlungen:

Wärmepackung und Massage  ( Ich habe noch Termine frei 😉

Blasenentzündungen  behandeln und  es nicht zu einer Nierenbeckenentzündung kommen lassen …

 

 

 

Lasst Euch also gut umschlingen und geniesst die Touren.

 

 

Positive Bilanz – IFRD 2015

Hardcore rosa!

Am 02. Mai war es soweit. Der International female ride day stand bevor.Auch in Karlsruhe trafen sich zu diesem Tag  die Spezies Frauen, die gerne ein paar Stunden auf dem Motorrad verbringen. Bei einem Frauenanteil von 14% bei den Motorradfahrenden ist der IFRD eine gute Gelegenheit Gleichgesinnten zu begegnen.

Am 01. Mai hatte ich die Anfahrt geplant. In Gedanken hatte ich bereits die zu meisternden 300 km  zu einer gemütlichen Tagestour zusammengebastelt. Die Laune sank jedoch rapide, als ich morgens aus dem Fenster schaute. Ein konstanter Mix aus Grau und Schwarz überzog den Himmel. Dazu Regen und unangenehme 9 Grad. Igitt! Der Blick auf die Wetterprognose demotivierte mich noch mehr. Sturmwarnung im Schwarzwald und auch sonst überall Dauerregen ist prognostiziert! …Hach….Das Bett sah in diesem Moment besonders verlockend aus…Aber in den E-Mails fand sich keine Absage aus Karlsruhe. Nun denn..abgemacht ist abgemacht.Pff.

Grummelnd in die Regenkleidung geschlüpft und ab auf die Autobahn, die natürlich gerammelt voll ist. Die Sicht aus dem Visier ist bescheiden, denn die Gischt der vorausfahrenden Autos klatscht unentwegt drauf. Zwei Staus verlängern die Fahrt zusätzlich, da das noch unerlaubte Durchschlängeln nur sehr langsam von statten geht.

( –>Petition beachten!)

 

 

Mein Hirn hat während dieser  3 Stunden-Autobahnfahrt genug Zeit, sich einige Szenarien vorzustellen, die mich in Karlsruhe erwarten könnten. Vermutlich haben die meisten Mädels abgesagt, oder kommen erst gar nicht. Dann sitze ich völlig frustriert in der Jugendherberge und betrinke mich mit kaltem Kaffee. Irgendwie so. Meine Stimmung näherte sich dem Nullpunkt und die Vorstellung scheint sich zu bestätigen, da ich die erste Person war, die in der gebuchten Jugendherberge eintraf.

 

ABER DANN KAM ALLES ANDERS…

Alle erschienen sie pünktlich. 24 Frauen trotzten dem Wetter und fuhren vor!  Die Beschnupperphase fiel mit diesem bunterkuntem Haufen und etwas Sekt erstaulich leicht . Die Übernachtung in dem 6-er-Schlag war ebenfalls keine Hürde. 3 Mädels, die sich sofort verstanden. Den Platz braucht Frau, denn schliesslich muss die Wäsche ordentlich getrocknet und aufgehängt werden 😉

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück los. Kleine Gruppen wurden je nach Können und Erfahrungen  gebildet und die Tourenguides führten uns über abwechslungsreiche Strässchen durch den Schwarzwald und anschliessenden Täler. Suuppper!  Auf meist wieder trockenen Strassen konnte ich mich austoben. Ich staunte nicht schlecht, als ich die Motorradfrauen beobachtete. Eine 66-jährige Fahrerin steigt mit  Eleganz  auf^s Motorrad. Dann eine Goldwingfahrerin, die ihr schweres Gefährt mit einer beeindruckenden Sicherheit und Geschwindigkeit auf Landwirtschaftswegen bewegen kann. Dann eine Powerfrau, die auf einer umgebauten Ducati heizt. Oder S, die nach einem Unfall jetzt wieder auf ihrer finster reinguckende Maschine fährt, als wäre nie was passiert. Begeistert bin ich von Annika! Ob Rennstrecke oder Pässe…kein Problem.

Unsere Frauengruppe schaffte es sogar eine Polizeikontrolle zu irritieren. Weder der abgebrochene Blinker, noch ein verbogener Spiegel wurde bemerkt. Nach einem netten Smalltalk wurden wir mit einem „schöne Weiterfahrt“ wieder entlassen. Hi 😉

Nach der 8-Stunden-Tour klang der Abend bei Bier, Wein und leckerem Essen in einem urigen Gewölbe aus.

Die Heimfahrt fiel mit diesen Eindrücken wesentlich angenehmer aus. Trotz wieder einsetzendem Regen und der Fahrt auf der Autobahn.

Danke Euch Mädels! Vielleicht sieht man sich wieder! Es war wunderbar Euch kennenzulernen! Zu verdanken haben wir es es vor allem dem Karlsruher Stammtisch, Frauke von fembike und den Helfern, dass dies zustande kam.

Gran Canaria mit dem Motorrad-äähhm Moped

P1000067

Die Fahrt mit der gemieteten BMW hätte einen besseren Ausgang finden können. Nach dem ersten Schrecken sitze ich am nächsten Tag wieder  bei dem Motorrad-Vermieter. Er überzeugt mich, dass ich trotz Zitterknie nicht auf einen fahrbaren Untersatz verzichten sollte und  setzt mich auf einen ROLLER! Dies ist günstig und ich darf dieses Gefährt für den Rest der Woche mein Eigen nennen. Nun denn… auf ein Neues.

Die Sonne ist tatsächlich zu sehen und ich möchte das Töffli auf Herz und Nieren prüfen. Warum nicht ins Landesinnern. Ich denke natürlich nur an die netten Strassen und weniger an die Steigungen.  Von Maspalomas führt die GC80 nach San Bartolome de Tirajana.  Die Strasse ist in einem super Zustand. Bei einer Steigung von 12 % unterhalte ich ich mich bei einem Ueberholmanöver fast mit  einem Rennradfahrer. Nur mit Vollgas und Körpervorlage zische ich an ihm endlich vorbei. Ich wähle in San Bartolome die GC 85 Richtung Tejeda. Merklich kühler ist es auf nun immerhin 1500 MüM. Vor mir kann ich das bestätigen, was im Reiseführer steht. Die Passatwolken drücken sich imposant vom Norden her an die Berge, um sich dann genüsslich abzuregnen. Dass ich in diese Regenwolken reinfahre ist ebenso klar. Mist. Auf die Zähne beissen und weiter auf der immer kurvigen GC19 nach Las Lagunetas. Hier ist die Vegetation üppig und grün. Dann endlich wieder abwärts ins wärmere Gebiet nach Vega de San Mateo. Von Tafira nach Las Palmas ist es nur noch ein Katzensprung und dort wärme ich mich erstmal auf! Ein kleiner Stadtbummel und dann den Weg wieder zurück in den Süden. Roller hin oder her! Die Autobahn ist eine schnelle Alternative. Zudem scheint im Süden wieder die Sonne ;-).

 

 

 

Respekt zolle ich dem Roller. Ich habe ihn unterschätzt. Jeden Kampf hat er tapfer durchgehalten und mich an viele schöne Ecken der Insel gebracht. Ohne ihn hätte ich nicht viel von der Insel gesehen. Und das wäre wirklich schade gewesen!

Motorradfahren auf Gran Canaria- Küstenrundfahrt

P1000025

Wer im März für ein paar Tage die Sonne sucht und dafür nicht zu weit fliegen will, der landet nicht selten auf der kanarischen Insel  Gran Canaria. Wie auch  Madeira wird sie von manchen als Insel des ewigen Frühlings genannt.  Auf die beinah kreisrunde Vulkaninsel mit einem Durchmesser von 50 km fällt auch meine Wahl . Denn neben  Wassersport und Sonnenbaden an den schrecklich touristischen Stränden,  bieten sich die zerklüfteten Berge geradezu zum Wandern und Motorradfahren an.  Ich entschied mich leider gegen die Lederhose, damit ich das Maximalgewicht von 15 kg Fluggepäck nicht überschreite. Ein Fehler, wie ich später schmerzlich feststellen musste. Nur die Lederjacke und die Handschuhe durften in den Koffer.

Wie so oft erwische ich die etwas kälteren und unbeständigen Tage. Ein Mix aus Wind, Regen, etwas Sonne und 20 Grad begleitet mich. Egal, die Insel will erkundschaftet werden.

Also miete ich mir für 4 Tage eine fast neue BMW 650 und flüchte aus dem Touristen- und Seniorennest Playa del Ingles. Der Plan: Eine Inselrundfahrt. Auf der schön kurvigen Küstenstrasse GC 500 düse ich Richtung Puerto Rico, die schöne Ausblicke auf das Meer bietet. Die Strasse wird zur  GC 200  und führt nach Mogan. Ab hier wird der Verkehr merklich weniger. Leider auch die Sonne. Ich lasse mich weder von dem frischen Wind, noch von den rabenschwarzen Wolken, die sich unmittelbar vor mir auftürmen nicht einschüchtern. Den erste Regenschauer warte ich in einem kleinen Kaffee ab und nach 20 Minuten scheint auch wieder die Sonne. Klar, dass ich weiterfahre, auch wenn es vor mir noch immer dunkelgrau ist.Unzählige Kurven machen den Fahrspass perfekt. Die einst sehr karge Landschaft hat sich zu einer macchiabedeckten Berglandschaft verändert. Allerdings muss ich konzentriert fahren, denn die schmalen Strassen sind rissig und durch den Regen rutschig. Nun setzt auch schon wieder der Regen ein. Der Wind, der durch die Landschaft pfeift, lässt das mich auf dem Motorrad teilweise böse wackeln. Mist! Kurven, Landschaft und keine Möglichkeit zum Ausharren, also tapfer weiter. Prompt übersehe ich auch ein  Riesenwarnschild: „Für Motorräder verboten“ und fahre weiter Richtung Agaete, das ich aber nie erreichen werde. Ich rassel  auf dieser wunderschönen Strecke plötzlich auf ein Auto. Nach 2 Stunden abenteuerlicher Fahrt endet meine Tour also schon hier. Motorrad futsch und mein Bein sieht auch nicht mehr so schick aus. Es ärgert mich ungemein, dass gerade ich, die genau über die Wichtigkeit der  Schutzkleidung  weiss, sie  aufgrund Kostengründen vernachlässigt hat.

 

Das einzig Gute an diesem Missgeschick ist, dass ich die Freundlichkeit der Einheimischen kennenlernen durfte.

Auf spanisch kann ich mir gerade einen Kaffee cortado bestellen. Und mit anderen Sprachen komme ich leider nicht weiter. Leichte Panik macht sich in mir breit. Wie geht es nun weiter? Der Geschädigte telefoniert mit meiner Mietfirma, die gerade Siesta abhält, und klärt alles ab. Die Wartezeit überbrückt  der Spanier bei einem Mittagessen und lädt mich auch noch ein. Boah. Das gibt es in D und in der CH nicht.  Irgendwann werde ich und das Motorrad abgeholt. Keine Polizei, nur aufmunternde Blicke, liebe Gesten und viel Herzlichkeit durfte ich erfahren. DANKE!!

 Fazit: Hätte sehr schön sein können, wenn diese dämliche Einlage nicht gewesen wäre. Das bedeutet, dass ein zweiter Versuch gestartet werden muss. Mal sehen…

Die grüne Route wäre es übrigens gewesen. Nur bei schlechtem Wetter werden für Mopedfahrer Teilabschnitte gesperrt. Ansonsten freie Fahrt!

 

 

 

Motorradwelt 2015

Titelbild

Die Devise lautete: “ Nur mal schauen“. In Friedrichshafen fand die jährliche Motorradmesse statt.  3 Tage lang boten  ca. 300 Aussteller alles rund um das Motorrad an. Hier ist für jeden Geschmack was dabei.

Mit meiner Maschine bin ich  glücklich..dachte ich. Kaum betrete ich die heiligen Hallen, werde ich unsicher. Massenhaft Modelle, die  exakt für mich zugeschnitten sind. Ich muss sie einfach Probe sitzen! Die Folge: Grosse Augen, Sprachlosigkeit und Planlosigkeit.  Das „WILL-HABEN-SYNDROM“ kommt zum Vorschein. Viele Motorräder glänzen mit geringem Gewicht, Design und  Gelenkigkeit. Die Sitzhöhe ist bei zahlreichen Modellen nur noch ein sekundäres Problem. Als Frau mit einer Grösse von 165 cm finde ich bei fast allen Herstellern Modelle, die ich sofort fahren möchte und wohl könnte.

 

 

Ich muss durchatmen bevor ich noch einen voreiligen Kauf tätige. Also schnell einen Abstecher zu den Shows. Ohrenstöpsel rein  und auf zu der Trial-Show. Beeindruckend, wie die Motorräder beherrscht werden können. Da steckt viel Training dahinter. Chapeau!

Einen Besuch statte ich  fembike ab. Eine Ecke, bei der es vor allem um Motorräder für und mit Frauen geht. Wer sich in der Männerdomäne unwohl fühlt, wird hier als Frau gut beraten.

Schon lange bin ich nun in der Traumphase angelangt. Dieses Jahr muss unbedingt wieder ein Urlaub mit dem Motorrad möglich sein!  Inspirationen gibt es an den zahlreichen Ständen der Motorrad-Reiseveranstalter. Ich sehe mich schon auf einem glänzenden Bike dem Sonnenuntergang entgegen fahren…gluck.

Nach stundenlangem Stöbern,Probe sitzen und Beratungsgesprächen verlasse ich müde die Motorradmesse.  Ausser Broschüren und Katalogen befindet sich noch eine Multifunktionsjacke und Lederfett in meiner Tüte. Gute Ausbeute, wenn es schon kein Motorrad sein kann 😉

 

Die Messe war inspirierend, informativ und unterhaltsam. 

 

 

 

Motorradtour Dolomiten/Trentino

Dolomiten

Die Pässe in  den Dolomiten und im angrenzenden Trentino verlangen dem Motorradfahrer einiges ab. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Super Strassenbelag für die Tourer/Sportler, Kies und Steine für die Endurofahrer. Alles eingebettet in einer spektakulären Landschaft.

Anstrengend wird es, wenn Frau sich nicht im Vorfeld auf die verschiedenen Pässe vorbereitet und sich teilweise am Rande des Wahnsinns befindet. Freiwillig bekommt mich z.B. niemand mehr auf die Südflanke des  Passo Nota. Der Weg ist bis dahin bescheiden asphaltiert. Dumm, dass ich nach bereits x. gefahrenen Pässen das Verbotschild für Motorräder nicht gesehen habe. Frau will sich selbst beweisen und landet völlig frustriert und bewegungslos in einem Steineninferno. Da stand ich nun und brauchte zum Wenden Hilfe…wie peinlich. Den Helm lies ich brav auf… räusper.

Ansonsten ein purer Genuss. Wer etwas Zeit sollte sich einfach eine Karte schnappen und drauflosfahren.  Eine Vielfalt an Pässen erwartet Euch. Und wer lesen kann, erlebt keine böse Ueberraschung ;-).

 

 

Frau, Motorrad und die Navigation

DSC_0019

Seit langem besitze ich ein Navigationsgerät, dass ich für Motorradtouren gerne einsetze. Es klappt  ganz gut mit uns beiden Nur 100%iges Vertrauen schenke ich ihm nicht. Denn: Mein Orientierungssinn ist sehr bescheiden ausgebildet. Um mir aus diesem Dilemma zu helfen, hat sich mein Hirn wenigstens bequemt, Karten lesen zu können. So stecke ich immer als Sicherung  eine Karte mit ein. Ihr wisst schon: So eine Faltkarte, die Frau todsicher nicht mehr zusammengefaltet bekommt.

Diese Methode hat sich ausbezahlt. Wollte dieses topmoderne Navigationsgerät mich einfach nicht mehr leiten. Alle paar Minuten fror das Display ein.  Von Verzweiflung jedoch keine Spur. Bei einer heissen Ovi am See studierte ich die Karte, schrieb mir ein paar Dorfnamen auf einen Fresszettel und klebte es professionell mit Tesa auf den Tank!

Es hat wunderbar geklappt. Ich bin am Ziel  angekommen und hatte keine  Zwischenstopps, weil eine Stimme unerbittlich : „bitte wenden Sie“ brüllt.

Ovo DSC_0020 DSC_0001  DSC_0025Davoser See