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Dauerkurve von Konstanz ins Aostatal und zurück…

Endlich! Die erste längere Motorradtour steht an. Und zwar mit meinen Jungs, die mit mir jedes Jahr ein paar Stunden auf dem Hobel verbringen. Ohne S. geht es allerdings gar nicht. Er tüfftelt  akribisch die Route aus und kümmert sich ebenfalls um die Übernachtungen. Nachdem ich mich letztes Jahr in Südtirol beschwert hatte, dass es ein paar Kurven mehr sein könnten, traf ich seinen Stolz. Das ging wohl gar nicht! Uff.

Dass es auch anders gehen kann, beweist diese Tour. Denn nach dieser Fahrt ins Aostatal fiel ich in stundenlangen Tiefschlaf und warf mich  dort  von rechts nach links, von links nach rechts….

1.Tag:

Um nicht zu viel Zeit  zu verlieren, hieß es erstmal Kilometer abklappern. Rauf auf die Autobahn bis ca. Schwyz. 120 km/h  zu fahren mag zwar gemütlich erscheinen, wer jedoch ungeschützt auf dem Moped sitzt und ohne stärkendes Frühstück gegen den Fahrtwind kämpfen muss, ist da anderer Meinung. Und doch ist meine Laune super. Tolle Menschen um mich herum und es regnet ausnahmsweise nicht! Die Wetterprognosen sind zwar bescheiden, aber der Start bei Sonne lässt alles vergessen. Am Vierwaldstättersee düsen wir bei mäßigem Verkehr an Brunnen vorbei bis Altdorf.  Dann nach Wassen. Und nun beginnt das Warmfahren. Auf überschaubaren, gut ausgebauten Strassen fahren wir über die drei folgenden Pässe: Sustenpass-Grimselpass – Gotthard. Hier legen wir einen nostalgischen Umweg ein und folgen der Tremola. Ganz nette Gegend, die primär von einzelnen Oldheimern befahren wird. Mit unseren Mopeds sind wir schon fast eine Rarität, was sicher auch mit der Beschaffenheit der Strasse zu tun hat: Pflastersteine! Bei trockenen Wetter gut machbar, wenn auch mit sehr gemässigter Geschwindigkeit.

Anschliessend geht es auf der 2 über Faido in Richtung Bellinzona weiter. Entspanntes Fahren bis zum Lago Maggiore. Mein Hirn hat sich schon auf die  verkehrsreiche  Seestrasse eingerichtet, als S. plötzlich li in Gambarogno abbiegt. Huch. Laut meinem Navi fahren wir nun ins Nichts. Ein weisser Fleck.! Nur bei maximalem Zoom offenbart sich das Strässchen, das sich in unzählbaren Kurven durch den Wald schlängelt. Jetzt bin ich mir sicher, dass S. eine Radkarte als Planungsgrundlage gewählt hat!  Nun ist  Konzentration nötig. Die Strassen sind teilweise im desolaten Zustand und ein Sturm davor, hat uns ein „Find den Ast“-Spiel zurecht gelegt.  Zudem sind die engen Kurven schlecht einsehbar. Und doch eine Strecke zum Geniessen. Max. 2 Autos die uns entgegenkommen und es macht einfach Spass, sich mit dem Moped darauf einzulassen. Auch wenn es mich hin und wieder von der Sitzbank lupft um kurz danach den Rücken einzustauchen, ist es traumhaft schön. Dann verlassen wir das Tessin und kommen über die SP5 nach Italien. Müde erreichen wir unser erstes Domizil am Lago Maggiore. Ich kann es mir aussuchen, ob ich lieber den Lärm der Strasse, oder die Party in der Bar nebenan hören möchte. Nach einem Blick aus dem Fenster auf den See, einem leckeren Essen in einer versteckten Pizzeria entscheide ich mich jedoch für den Schlaf.

 

 

 

2.Tag.

Nach einem ausgiebigem Frühstück bei Ei, Käse, frischem Obst und Schokoladenkuchen starten wir bei Sonne. Nach Luino nimmt S. nicht den typischen Weg am See, sondern entscheidet sich wieder gleich für das Gebüsch. Ein ähnliches Bild wie gestern erwartet uns.Wieder voll konzentriert fahren wir an süssen Ortschaften wie Germignaga, Cittiglio, Ara, Pray und Nomaglio vorbei. Nach x Kurven verlassen wir irgendwann den Piemont und kommen ins Aostatal. Bei 27 Grad und viel Verkehr gibt es gleich wieder einen Abstecher über eine kurvige Bergtrasse mit traumhaften Aussichten abseits der Haupstrasse und kommen über einen Schlenker am zweiten Hotel  an.  Hier erwartet uns eine Padrone, die alles im Griff hat. Das sieht man den modernen Zimmer an. Auch das Frühstück ist lecker und bietet alles, was Mann/Frau zum Tagesbeginn braucht.

 

3.Tag

Unweit des Mont Blanc geht es über hübsche, wieder mal  kurvenreichen Strassen über den St.Bernard nach Riddes und Martigny. Dort versuchen wir einen Minipass zu überqueren.. Ich scheitere am kilometerlangen Schotter, der bergauf ja noch akzeptabel ist. Meinen Hintern spüre ich jedoch merklich und bergab will  mir das Getucker gar keinen Spass machen. Wer will schon 8 km mit 10 h/km ötteln. Ich nicht! Ich habe tatsächlich Respekt vor den Furchen, Steinen und Steilhängen. Die Männer haben mein Genörgel dann endlich leid und kehren mit mir um…räusper . Musste nur lange genug motzen. Davor machen wir allerdings Pause an einer Alpe bei Sonne und Alpenfeeling. Weiter im Kanton Wallis nach Saanen- Zweisimmen nach Thun. Dann ab ins Unesco-Biosphäre Entlebuch nach Luzern. von dort auf die Autobahn. In Zürich Stau und darum runter in Rümlang. Noch die Einflugschneisse des Züricher Flughafens bewundern und mit einer Umgehung später wieder auf die Autobahn nach Kreuzlingen..



 

Nach einem Absacker in einem Biergarten reicht es für mich. Ich möchte nur noch alle Vieren von mir strecken! Zugegeben: Ich wurde gefordert! Riesigen Spass machte es mit meinen Jungs, diese Tour zu fahren. Danke Euch, den Gummibärchen und S. : “ Mir fällt nichts ein, über was ich nörgeln könnte!“ Herzlichen Dank!

 

Hier die  Route des ersten Tages: ca 400 km mit Autobahn

Konstanz – Lago Maggiore :

 

und das war der zweite Tag: Ca. 300 km

Lago-Maggiore-Aostatal:

 

Die Rückreise am dritten Tag:ca.460 km

Aostatal-Konstanz:

Der Seewanderweg Seegang-55 km entspanntes Wandern

Das Jahr 2016 hat noch mich noch nicht sonderlich zum Wandern animiert. Nun ist es jedoch Mitte Juni und höchste Zeit dies zu ändern.  Das Zelt lasse ich zu Hause. Denn erstens ist Regen angesagt und zweitens begleitet mich ein attraktiver Mann, dem ich  „Martina im Schlafsackmief mariniert“ nicht antun möchte.

Die Lust mich auszupowern ist  noch im Winterschlaf. Warum nicht langsam ans Draussen gewöhnen und den Premiumwanderweg am Bodensee ausprobieren? Dann mal los.

1.Tag.

Das Auto parke ich auf dem Parkplatz am Strandbad Horn in Konstanz. Das ist  auch gleichzeitig der Startpunkt meiner Wanderung. Hier gibt es allerdings nur Tagestickets zum Lösen. So kaufe ich 2 Tagestickets und hoffe, dass ich einen verständnisvollen Kontrolleur erwische.

Anstatt den üblichen Weg direkt am See zu laufen, leitet mich der Seegang  in den Lorettowald. Die Beschilderung ist super. Kreuz und quer durch den Wald kommen wir an der Uni vorbei und ich sehe zum ersten Mal anschliessend den Erlebniswald Mainau. Warum war ich noch nicht hier? Kommt gleich auf meine To-Do-Liste, denn hier kann man klettern und Natur geniessen. Schön gemacht. Mannomann. Noch immer in Konstanzer Nähe und schon die Lust auf Essen. An der Bushaltestelle am Eingang der Blumeninsel Mainau gibt es Frühstück.  Von hier geht der Weg weiter durch eine wunderschöne Allee. So langsam kommt bei mir Urlaubsstimmung auf. Die Beschilderung wird spärlicher und wir folgen einem anderen Wanderweg, der nüchtern betrachtet nur aus einem Matschweg besteht. Dazu beginnt es wieder zu regnen und die Regenkleidung wird bereits zum zweiten Mal angezogen. Dieses An- und Ausziehspiel spielen wir  bis zum Schluss . Mit frisch eingeschleimten Schuhen finden wir wieder auf den Seegangweg zurück, der uns zur nächsten Rast führt. Der Ziegelhof ist ein Lokal, das an einen Reiterhof angeschlossen ist. Die nette Bedienung bringt mir ein Eis, während ich bei (wieder) Sonne einem Reitturnier zuschaue. Dann wird die Beschilderung immer chaotischer. Eigentlich sollte der Weg  über die Marienschlucht führen. Wegen eines grösseren Erdrutsches ist dies jedoch auf  unbekannt länger gesperrt. Eine Umleitung sei ausgeschildert. Ok. Ich sehe schlecht, aber sooo schlecht? Natürlich verliere ich den Weg wieder. Was aber nichts ausmacht. Zwar habe ich keinen Blick auf den See, sonder irre etwas mehr auf dem Seerücken herum, dafür ist es aber still und etwas wild. Da ich so langsam nach 27 km müde Beine bekomme, biegen wir nach Liggeringen ab. Im Adler finden wir eine nette Übernachtungsmöglichkeit. Und hach, welch Zufall. Genau gegenüber findet ein kleines Weinfest statt. Mit einer Flasche Weissherbst im Kopf, 5 Bratwürsten im Bauch und einem Dinnele  lässt es sich gut einschlafen.

2.Tag

Am nächsten Morgen starten wir bei Sonne und nehmen an der Kirche einen schmalen Wanderweg, der ganz ungewohnt bergauf geht. Liegt es am leckeren Frühstück, oder tatsächlich am Weg, dass ich schnaufe?? Uff. Da kommt das nächste Highlight, nämlich die Burgruine Altbodman (nimmt man den Ruinenweg, ist noch eine weitere Ruine anzuschauen). Kurzer Stopp, denn schliesslich ist bei dieser tollen Aussicht innehalten angesagt (geschickte Möglichkeit von meinem Schnaufen abzulenken). Dann geht es weiter nach Bodman und über Ludwigshafen nach Sipplingen. In Sipplingen führt parallel zur Strasse der Blütenweg, den ich natürlich wieder verfehle. Grummel. Aber nachdem ich gierig einen Kirschbaum geplündert habe, finden wir auch dieses Mal wieder auf den Weg und schlürfen weiter zum Haldenhof, der auch ein Gasthaus mit traumhafter Seesicht bewirtschaftet. Mein Begleiter hat leider drückende Schuhe an, die das Laufen schmerzhaft behindern. Die Mühen des Aufstieges wird belohnt. Den Paroramablick geniessen und Holunder-Schorle schlürfen. Hmm. Die Kuchen sind übrigens auch lecker! Damit die letzten 10 km nicht zur Tortur werden, muss gehandelt werden. Das eingepackte Schweizer Taschenmesser eignet sich nicht nur zum Salami schneiden, sondern es kann auch problemlos Schuhe kürzen ;-). Jetzt drückt kein Schuh mehr!

Der Weg geht durch einen Buchenwald weiter. Dann überqueren wir Wiesen und Felder und kommen in Hödingen an. Der Hödinger Tobel ist kühl und wild. Über Abwechslung können wir uns wirklich nicht beschweren. Die Landschaft und das Wetter ändern sich stetig.  Am Aussichtspunkt Torkelbühl lassen wir den Bodensee auf uns wirken. Wunderschön hier. Dann hinab in den Spetzgarter Tobel.

 

Die letzte Kilometer nach Überlingen sind mühsam, aber auch dort kommen wir an.

Über den Nachhauseweg habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, denn schliesslich ist der Bodensee ein Touristennest. Und so freuen wir uns, dass wir prompt am Hafen eine Überfahrt für 3 Euro/Nase nach Wallhausen erwischen. Die 15 Minuten reichen gerade für einen Durchschnaufer und ein Feierabendradler. In Wallhausen fährt 5 Minuten später ein Bus nach Konstanz zum Hörne, wo mein Auto ohne Strafzettel fein auf mich gewartet hat. Ein seltsames Gefühl diese 55 km in zwei Tagen zu gehen, um dann anschliessend in 1,1/2 h wieder daheim zu sein. Tststs.

 

Ein sehr zu empfehlender Wanderweg. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben, auch wenn die Ausschilderung an der Marienschlucht in Richtung Überlingen sehr dürftig sind. Wenig Asphalt, viel Abwechslung, traumhafte Aussichten und gut überwindbare Höhenmeter zeichnen den Weg aus. Obwohl der Weg Erholung und Urlaubsstimmung bringt, ist er auch für Ungeübte und Orientierungslose geeignet. Denn es gibt massenhaft Möglichkeiten auch abzubrechen und schnell in die „Zivilisation“ zurück zu gelangen.

 

 

 

Seegang Karte

Federsee und Wackelwald

P1010295Bei Bad Buchau in der Nähe von Biberach (Oberschwaben), liegt der Federsee. Ein  Naturschutzgebiet inmitten des grössten zusammenhängenden Moorgebiets Süddeutschlands. Bereits mein Besuch des Pfrunger-Burgweiler Rieds  hat mich für Moorlandschaften begeistert. Von der Therme in Bad Buchau aus, startet ein 16 km langer Rundweg, der jedoch selten den Blick auf den See freigibt. Wer diesen laufen möchte, sollte unbedingt ein Fernglas mitnehmen, um einen Blick auf die Tierwelt (vor allem Vögelliebhaber kommen auf ihre Kosten) erhaschen zu können.

IchP1010260 folge den Weg Richtung Moosburg und staune nicht schlecht, als ich meinen ersten Wackelwald kennenlerne. Ein Wald auf Moorboden. Ein angenehmes Laufgefühl, aber wehe man hüpft…der Boden schwingt beeindruckend. Hier kann man zum Kind werden und den Boden beben lassen.

 

 

Nach diesem schönen Naturlehrpfad führt die Strecke weiter nach Moosburg und Brackenhofen. Da der Weg nun an der Strasse weiterführt, kehre ich in Alleshausen wieder um. Schliesslich möchte ich unbedingt noch den See sehen. In der Nähe des Parkplatzes befindet sich auch der einzige Zugang zum Federsee. Am Seemuseum vorbei, betritt man  den hölzernen Federseesteg (Eintritt 2 Euro). Es lohnt sich aber diese 1,5 km zu gehen. Wundervoll! Ich erwische prompt noch einen romantischen Sonnenuntergang und traue mich einige Schritte auf den zugefrorenen See.

 

 

 

In 10 Minuten Urlaubsfeeling vor der Haustüre…

Entnervt von Dauernebel und einer anstrengenden Arbeitswoche betrete ich mit entsprechender Mimik die Wohnung.Schnurstracks befördert man mich trotz Wind und Kälte wieder nach draussen. Es folgt ein Eimer voller Holzscheite, die ich in Anzündholzgrösse kleinhacken muss. Erst vor mich hinbrummend, dann mit steigender Begeisterung zerhacke ich das Holz und lerne dabei die Hartnäckigkeit der Äste kennen. Aha.. da gibt es also auch eine Technik… mei, kann ich mich blöde anstellen. Holzhacken macht warm. Wer hätte das gedacht;). Die nervigen Tage sind durch ein paar tiefe Atemzüge wie weggeblasen und meine Stimmung beginnt zu steigen.

Das kleine Feuer ist schnell entfacht und verbreitet diese wundervolle Stimmung, die nur ein Lagerfeuer auszulösen vermag. Verträumt schaue ich in die Flammen und lasse mich von den intensiven Farben berauschen.

Dann tritt dieser Mann zu mir. Legt mir eine warme Decke über die Schulter und drückt mir grinsend einen Glühwein in die Hand.

Der Abend ist perfekt! In wenigen Minuten und ohne grossen Aufwand lässt sich so ein Urlaubsfeeling zaubern. Nur drei Schritte von der Haustüre entfernt. Das Maximum wird erreicht, wenn noch ein liebenswerter Mensch an der Seite ist.

Es ist wundervoll!

Danke an den Mann, der diese  Art der Entschleunigung wieder aufleben lies und  das/mein Feuer entfachte….

Surreale Momente in Baden-Württemberg

Der Hammer!  In  Chile war ich begeistert von der Natur, die sich teilweise so unwirklich und geheimnisvoll gezeigt hat. Dabei habe ich vor meiner Nase einen traumhaften Naturpark, der ebenfalls begeistert. In der Nähe von Ostrach in Baden-Württemberg gibt es das Pfrunger-Burgweiler-Ried. Ein stiller Ort, der einen vom Alltagsstress runterholt. Ein Naturschutzgebiet, das mit Mooren, Weiher, Bannwald aufwarten kann. Eingetaucht im Novembernebel ist die Stimmung unglaublich märchenhaft. Es ist auffallend still, so dass ich bei Entengequietsche zusammenzucke. Kilometerlange Lehrpfade führen durch eine andere Welt, die größtenteils sich selbst überlassen wird…

 

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Da dieses Naturschutzgebiet gut besucht wird, empfehle ich den Park dann zu besuchen, wenn es andere in die Sauna zieht…Wenn Nebelschwaden die Sicht verschleiern und man nur hin und wieder einen kurzen freien  Blick erhaschen kann….Gänsehaut! Dann einfach schnell an den Begleiter kuscheln 😉

 

 

 

 

 

Canyoning oder ein kleines Gefühl von Abenteuer…

„Schluchteln“ wollte ich schon immer mal. Jedoch zögerte ich lange, da ich mir nicht sicher war, ob meine alpin- und wassertechnischen Qualifikationen ausreichen, bis ich über die diversen Könnerstufen aufgeklärt wurde. Es gibt alles: Vom Kennlernmodus bis zum Extrem-Canyoning.  Also wähle ich Schwierigkeitsstufe 2 aus und habe es nicht bereut. Im Lechtal( in Österreich) wage ich es mit 3 weiteren Gleichgesinnten. Unser Canyoningführer kümmert sich um alles. In den Anfängerstufen bekommt man alles auf dem Servierteller präsentiert. Nur den Mut muss man aufbringen, sich den Aufgaben zu stellen und den Seilen, Knoten und Sicherungen des Führers zu vertrauen.

Leute, das Schluchteln macht einfach Laune! Wir konnten uns 20 Meter abseilen, sind kleine Partien abgeklettert, sind 4-5 Meter ins kühle Nass gesprungen, konnten Felsformationen runterrutschen und zudem mal spüren, wie reisend ein Fluss sein kann.  Die Lech war an dieser Stelle nicht  besonders tief oder breit, aber es kostete viel Kraft um an  die andere Seite zu gelangen. Ich kraulte im profesionellem Hundestil um mein Leben!

Dieses Naturerlebnis empfehle ich allen, die Spass daran haben  mit etwas sportlichem Ehrgeiz eine Schlucht zu erkundschaften, die einem sonst verwehrt bleibt. Wunderschön! Für mich wird es sicher ein zweites Mal geben. Und gerne Stufe 3…Adrenalin fühlt sich gut an.

 

Kletterkurs: von der Halle an den Fels

Endlich war es soweit. Obwohl mir das Klettern in der Halle Spass macht, zieht es mich raus in die freie Natur. Wenige Male durfte ich mit einem erfahrenem Kletterer schon Felsluft schnuppern. Dort lernte ich bereits einige Handgriffe kennen,  aber ohne Aufsicht habe ich selten was gewagt.  Darum entschied ich mich für einen Kurs: Von der Halle zum Fels, in dem alles von der Pike auf gelernt wird.

Zuerst also mal für den Kletterfelsen ein Topo besorgen. Dieser enthält alle nötigen Details über die Landschaft und wie man sich dort zu verhalten hat.
Zudem erfährt man hier alles über die Absicherung, Länge der Route, Felsstruktur und hat dann hoffentlich eine Vorstellung, was man so alles an Material braucht.

Bevor es an den Fels geht, stehen einige Übungen an. Am Baum wird der Ablauf geübt und die Hintergründe der einzelnen Schritte vermittelt.

 

Am besten sucht man sich eine Route aus, die 1-2 Grade leichter ist, als man sonst klettert.  Der Partnercheck und auch das Durchgehen des Materials und die Kommandoabsprache  sind wesentliche Bestandteile des Ablaufs, bevor man startet.

 

Während bei den Übungen noch alle eine grosse Klappe haben, wird es plötzlich still. Denn nun heisst es endlich das Erlernte am Felsen umzusetzen. Und schluck, es sind noch einige, zum Teil grobe Fehler zu korrigieren. Zum Glück hat wenigstens unser Kletterguide die Übersicht.

Dieser Übungsfels liegt mir gar nicht. Voller Erfurcht wuchte ich mich den Fels mit einem Schwierigkeitsgrad 3+ hoch. Der Fels hat eine ganz andere Beschaffenheit als in Arco, wo ich  mutig eine 5 + /6 klettere.
Stürzen will hier niemand. Die spitzigen Kanten versprechen  eine schmerzvolle Landung. Also schön besonnen und vor mich hinpfeifend geht es immer höher. Jede geklippte Expresse wird von mir angestrahlt und ich  freue mich als ich am Umlenker ankomme. Wie war das also nun alles? Jeder einzelne Schritt dient der Sicherheit und der Minimalisierung von Eventualitäten, die wenn sie passieren sollten, mehr als Flexibiltät und Nerven abverlangen.   Also nochmals alles konzentriert durchgehen. Dann husch einen fragender Blick an den Kletterguide geschickt,  der völlig relaxt in der Nähe auf einem Vorsprung ausharrt und mich beobachtet. Er nickt und ich bin stolz wie Harry.

Über meine Kletterpartner bin ich froh. Wir haben schnell Vertrauen zueinander entwickelt und uns gut abgesprochen.  Verschwindet der Kletterer nämlich plötzlich aus dem Sichtfeld, ist man froh, wenn man weiss, was man tun/rufen muss, damit alles gut klappt.

Die Sicherheit nimmt bei jedem Route zu. Wir üben den Umgang mit dem Umlenker, das Ablassen, das Abseilen und am Schluss können wir auch ein Toprope einrichten.

Der Kurs war wirklich klasse.  An der frischen Luft den Tag mit netten Menschen am Felsen zu verbringen, macht ungeheuren Spass. Und doch wurde mir auch der Ernst bei dieser tollen Sportart wieder bewusst. Bisher haben andere für mich die Verantwortung übernommen und ich konnte mich rein aufs Klettern konzentrieren. Und nun lerne ich den Umgang der Materialien und die Hintergründe mancher Abläufe kennen. Jetzt habe ich ebenso Verantwortung zu tragen.

Das Leben zweier Menschen hängt an einem Seil…

Und es ist doch wunderschön! Jetzt fehlt mir nur noch ein netter und entspannter Kletterpartner, damit ich in Übung bleib..hach.

IMG_8009_felskurs

Ganz lieben Dank an Judith Wälti, die diese tollen Fotos geschossen hat und mir zur Verfügung gestellt hat.

 

Eine nicht ganz reibungslose Motorradtour: Bodensee-Tirol-Südtirol..

Das Motorradfahren kam dieses Jahr definitiv zu kurz. Um so mehr freute ich mich, ein Wochenende mit meinen tollen Jungs verbringen zu können. Zum Glück hatte S. die Nerven eine Tour zu planen und eine Unterkunft zu suchen. Sonst wäre das Projekt vermutlich bereits  in der Phase: “ Wir sollten mal wieder zusammen fahren..“ gescheitert. Aber so konnte im Juni die Zweitagestour starten.

1.Tag.
Um 09 Uhr ist Treffpunkt in der Nähe von Konstanz. Dass die 3  Regeln: vollgetankt, gefrühstückt mit anschliessendem WC-Gang eingehalten werden, ist und bleibt ein Traum. Bei unserer Chaosgruppe ist von Beginn an klar, dass Flexibilität gefragt ist.  Nach 2 Stunden durch das schöne idyllische schweizer Appenzell und einer nervigen Fahrt durch die verkehrsreiche Stadt Dornbirn, landen wir endlich im Bregenzerwald in Österreich. Hier wird es merklich ruhiger und die nötige Frühstückspause wird zelebriert, denn Männer und Hunger passen nicht zusammen. Der Bregenzerwald  ist bestens zum Einfahren geeignet. Guter Asphalt und leichte Kurven laden zum Ausprobieren ein. Dummerweise stellt ein Gruppenmitglied nun fest, dass der Hinterreifen seines Motorrades völlig abgefahren ist. Er rutscht also um die Kurven, während der Rest nur brummend den Kopf schüttelt und auf eine regenfreie Zeit hofft. Der Weg führt unspektakulär abwechselnd durch D und A.  Bereits in Sonthofen regnet in Strömen. Wer Leder oder nur Sommerkleidung anhat, wirft sich in die schicke Regenkleidung aus den 80igern. Zum Brüllen! Den blau-weissen Pellwürsten folgend geht es weiter über das Oberjoch, durch das Lechtal. Bei Stanzach endlich das grössere Highlight: Der 15 km lange Pass Namlos. Kaum Autos stören unsere entspannte Kurventour bei Regen. Nur unser profilloser Held rutscht wieder von einer Kurve zur nächsten und schwitzt vermutlich als Einziger unter seiner Kleidung. Zudem röchelt sein Motorrad ab und zu beunruhigend. Am Plansee vorbei geht es nun nach Garmisch-Partenkirchen. Nebel, Regen, Wolken dominieren den Tag. Als wäre ein Slickreifen nicht schon ärgerlich genug, streikt nun das Motorrad völlig. Keinen Hügel will das in die Jahre gekommene Teil erklimmen. Wenigstens regnet es gerade nicht. Gepäck und Fahrer werden auf die anderen Zweiräder verteilt, die kaputte Bandit wird auf ein Privatgrundstück abgestellt und die Fahrt wieder aufgenommen. Über Sellrain- Kühtai düsen wir nun – (hach, plötzlich so schnell und geschmeidig) zu unserem Hotel im Ötztal.

2.Tag:

Verspätete Abfahrt vom Hotel, denn schliesslich muss noch Abschied von der Bandit genommen werden. Es gibt sogar einen positiven Aspekt bei der Sache: Kein Reifenkauf mehr nötig!  Der ADAC erweist sich als guter Partner.

Ab jetzt ist pures Vergnügen angesagt. Bei Sonnenschein und flüssigem Fahrstil düsen wir am Reschensee vorbei ins Vinschgau. Eine Strassensperrung aufgrund eine Musik- und Trachtenumzuges nötigt uns nochmals zu einer Zwangspause. Am Stilfserjoch freue ich mich über jede souverän genommene Kehre und hoffe bei den missratenen auf fehlenden Gegenverkehr. In Livigno ist steuerfreies Einkaufen angesagt. Dann über den Flüelapass nach Davos und wieder an den Bodensee.

 

 

Mein Sitzfleisch hat sich als geduldig erwiesen. Und diese zwei Tage haben mich Blut lecken lassen. Für meinen Geschmack waren noch zuwenig Pässe in der Streckenplanung. In Anbetracht der vielen „Störungen“ jedoch hat es gepasst. Die Hauptsache ist, dass jeder gutgelaunt und wohlbehalten zu Hause ankam.

Vor Kurzem  gönnte ich mir eine abgewandelte Tour in die gleiche Gegend. Da hatte ich etwas mehr Glück. 2 Tage Sonnenschein, keine Pannen und mehr Pässe. Nur schade, dass meine Jungs nicht dabei waren.

Ich freue mich auf das nächste Jahr mit Euch! Danke.

 

Hier die Tourdaten : 

1.Tag

Bei Motoplaner zum Anschauen.

2.Tag

Bei Motoplaner zum Anschauen.

Eine Frau, ein Zelt und der Westweg ( 10.Tag)

Die 9.Etappe auf dem Westweg ging erstaunlich gut. Endlich mal einen Tag ohne stark schmerzhaftem Hinkebein. Zudem möchte ich in Titisee meinen Lieblingsbegleiter treffen. Nach einer langen Krankheitsepisode hat er endlich wieder Lust auf Natur und Leben und wagt sich auf Tour. Also starte ich  voller Optimismus in den neuen Tag.

Die Umgebung wird lieblicher und führt über Wiesen sanft auf und ab. Stolze Gutshöfe, die leider ihre besten Jahren schon hinter sich haben, stehen einsam und doch imposant in der Umgebung. Ein fitter 90-jähriger Bauer haut schwungvoll neue Pfosten für einen Zaun in den Boden. In seinen Augen spiegelt sich Kampfeslust , als er mir von den Schwierigkeiten mit den Behörden erzählt. Unglaublich, was es inzwischen für Auflagen und Gesetze für Landwirte gibt. Erstellt von Bürohengsten, die oft noch nie einen Fuss in einen landwirtschaftlichen Betrieb gesetzt haben. Ich wünsche diesem Rebell noch ganz viele weitere Jahre mit dieser Power! Das war eindrücklich.

Titisse ist in Sichtweite,  aber der Weg zieht sich unglaublich zäh dahin . Ein langer ätzender Teerweg muss beschritten werden. Gähn. Ich freue mich schon auf den Campingplatz und auf meinen vertrauten Camping-Begleiter. Allerdings (ver)-zweifle ich bereits. Die nächste Etappe soll auf den Feldberg führen. Uff. Und das mit meinem geschunden Quadratlatschen? Mist. Zudem hatte ich immer wieder mit kleinen Gewitterepisoden zu kämpfen. Zwar kurz, aber oft heftig und die Häufigkeit nimmt kontinuierlich zu. Hm.

Auf dem Campingplatz angekommen erscheint mir alles sehr luxuriös. Dusche! WC! Kleines Restaurant! Dach! Boah. Mit meinem Lieblingsbegleiter, der nun auch eingetroffen ist, ist es einfach toll. Wie ein altes Ehepaar sind wir abgestimmt. So stellen wir ohne grosse Worte unsere Zelte schnell auf und sind vor dem nächsten Gewitter fertig. Pünktlich zum Regenbeginn finden wir uns bei Frikadelle, Kniffel und Schnaps in der Kneipe ein. Sehr schön. Hier wird auch nach 5 Gläser Schnaps klar, dass der Campingplatz  wohl die letzte Destination sein wird. Ein Blick auf die Wetterprognose ist nämlich alles andere als motivierend. Starke Stürme werden für die nächsten Tage  erwartet. Und wir wollen mit unseren Wegpust-Dackelgaragen auf den Feldberg? Als mir mein LB zudem offenbart, dass es ihm gesundheitlich noch nicht gut geht, und er den Rest nach Basel nicht mit mir gehen wird, beschliesse ich auch für mich das Ende der Tour. Ich Mimösle.

Irgendwann falle ich im Zelt, noch nicht mal umgezogen, in den Tiefschlaf. Bewegungslos schlafe ich 12 Stunden durch. Defekte Isomatte hin oder her.

Am nächsten Morgen also dann die Heimfahrt. Ich zweifle an meiner Entscheidung. Warum ziehe ich mein Vorhaben nicht durch? Die Achillessehne wird diese noch fehlenden 3 Tage schon durchhalten. Ausserdem scheint doch die Sonne…arrgh. Gedanken, die unnötig sind. Denn am Abend kommt die Klarheit: Die Entscheidung abzubrechen war richtig. Es bilden sich in Süddeutschland kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen, die mehrere Tage anhalten. Die Zeitungen sind voll von Berichten über Erdrutsche, umgestürzte Bäume im Schwarzwald…uff. Alles richtig gemacht.

Und dennoch fühle ich mich nicht besonders gut. Irgendwie halbfertig…die letzten Etappen muss ich noch irgendwann ablaufen…mal schauen.

Tourdaten:

Pampa- Titisse: ca 21 km

Gesamttourdaten: 205 km

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