Kategorie -Wandern

Tagesspaziergang am Bodensee. Von Stein am Rhein nach Iznang

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Frische Luft tut gut! Sie lässt mich vom Alltagsstress Abstand gewinnen. Na dann: Raus! Mein Bedarf danach ist gross.

Auf Höhenmeter habe ich keine Lust.  Dazu bin ich viel zu faul. Deshalb wähle ich einen Weg am Untersee, der mit den öffentlichen Verkehrsmittel sehr gut zu erreichen ist.

Das übliche wird eingepackt: Viel Wasser und Tee, Essen für 3 Tage, Kleidung für alle Eventualitäten. Dazu noch starre Wanderschuhe, meine einzig wasserdichten Schuhe, die eigentlich für den alpinen Gebrauch sind. Komisch. Trotz meiner Erfahrungen habe ich vor allem bei Tagestouren den Hang zum Überflüssigem….tstst. Das einzig richtige beim Packen ist wohl meine Begleitung, die gutmütig alles erträgt.

Startpunkt ist Stein am Rhein, ein hübsches Städtchen im Kanton Schaffhausen (CH), was sich anzuschauen lohnt. In der tollen Altstadt gönnen wir uns den obligatorische Nussgipfel. Mit 500 Kalorien mehr im Bauch starten wir unsere Tour.  Wir müssen nur der Wegmarkierung: Bodensee-Rundwanderweg folgen. Bald gelangen wir schon  über die grüne Grenze nach Deutschland. An Öhningen und Hemmenhofen vorbei  machen wir am Seeufer Rast. Ab Gaienhofen führt der Weg  von nun ab meist am Seeufer entlang. Aufgrund eines Naturschutzgebiet kann ab Horn der See nur mit einem Abstand betrachtet werden.

Der Weg ist meist asphaltiert und Steigungen sind hier wirklich keine zu finden.  Dementsprechend schmerzen meine Füsse in den harten Schuhen, die ein Abrollen des Fusses verhindern. Mist. Mein Gejammer kann sich mein Begleiter  bald nicht mehr anhören und wir beschließen in Iznang den Bus zu nehmen, um den Heimweg anzutreten.

 

Zum gemütlichen Vor-sich-hin-latschen, ist die Strecke in Ordnung. Der Blick auf den See wirkt beruhigend. Zudem lässt sich diese Strecke mit Kultur verbinden. Denn die Höri beherbergte einst einige bekannte Maler und Dichter. So bietet z.B. das Otto Dix Museum in Hemmenhofen, das Haus von Hermann Hesse in Gaienhofen usw. einige Möglichkeiten der Abwechslung auf diesem Weg,  der übrigens eine Teilstrecke des Bodensee-Rundwanderweges ist.

Ansonsten jedoch würde ich diesen Weg aufgrund der asphaltierten Wege und der stetigen Nähe zur  Strasse  nicht für einen Wanderausflug empfehlen. Aber eine Alternative zum Sofa ist es allemal.

Geniesst weiterhin die Zeit in der Natur und lasst die Seele baumeln!

 

Hier die Tour:

 

Halbtageswanderung zwischen den Hegauvulkanen. Singen bis Welschingen

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Damit ich nicht gänzlich dem Winterblues verfalle, entschliesse ich mich nach dem Ausschlafen (das musste einfach sein), den Hegauvulkanen einen Besuch abzustatten. Ganz ohne Plan,  nur mit Rucksack, etwas Geld und meinem spontanem Begleiter, fahren wir mit dem Zug nach Singen-Landesgartenschau. Von dort startet gleich der Weg zum Hohentwiel. Schon nach einigen Meter ist die Stadt hinter uns und wir können einfach gedankenverloren laufen. Sehr kommunikativ sind wir beide nicht. Aber nur, weil es doch frostig ist, und die Mütze und der Schal  ein gewisses Hör-und Rededefizit mit sich bringen.

Wir folgen keiner festgelegten Route, sondern halten uns nur nord-westlich. Auf die Burgen möchten wir nicht, da die Aussicht beschränkt ist und die steilen, felsige Anteile sicher vereist sind. Einfach laufen ist unsere Devise. So gehen wir östlich am  Hohentwiel vorbei, umrunden den unauffälligen Staufen.  Dann geht es weiter am Hohenkrähen und Mägdeberg vorbei. Es beginnt zu dunkeln. Daher entscheiden wir uns den Hohenstoffeln nur von der Weite zu betrachten und definieren Welschingen als Ziel. Es wird trotz Winterkleidung ungemütlich frisch. Zudem knurrt der Magen. Zwar hatten wir Vesper eingepackt, aber Pausen wurden sofort mit kalten Händen und Füssen quittiert und wir bevorzugten das Müsliknabbern während dem Gehen.

Gerade als die ersten Schneeflocken fallen und es definitiv dunkel und kalt ist, erreichen wir Welschingen.Wir freuen uns auf ein deftiges Abendessen und ein Bett und fragen Passanten nach möglichen Übernachtungsmöglichkeiten. Also: Da gäbe es den sehr günstigen Adlerm mit Jugendherbergeflair. Oder auch den gehobenen Bären..

Voller Vorfreude gehen wir zum Restaurant Bären. Hübscher Eindruck und mit einer ansprechenden Menükarte ausgestattet. Also reinmarschiert, um uns dann eine gnadenlose Abfuhr zu holen. Der Bären hat keine Zimmer. Und zu Essen gibt es heute auch nichts. Geschlossene Gesellschaft! Und dann noch eins oben drauf: Der Betreiber des Adlers feiert dort Geburtstag und hat damit seinen Adler geschlossen! Kreisch! Klappe runter. Dann ruft die Chefin des Bärens noch bei einer Frau ein, die ein Gästezimmer vermietet. Sie liegt jedoch krank im Bett.  Mitleidig schaut sie uns an und meint nur, dass es schwer sein wird. Engen sei zwar eine Stadt, aber bietet nur am Bahnof eventuell eine Übernachtung an. Toll.

Somit wird unser Vorhaben, am nächsten Tag dem Hohenhewen einen Besuch abzustatten, eingestampft.

Also ab zum Welschinger Bahnhof um mit dem Zug wieder nach Singen zu kommen, wo uns das eingefrorene Auto erwartet.

Rückblickend  lief doch alles rund.  Irgendeine Möglichkeit gab es immer. Nur Flexibililität muss man mitbringen. Zudem hat die  Nachmittagstour  seinen Dienst getan. Der Bettmief wich, der Kopf ist durchlüftet und nebenbei sind ein paar Weihnachtsgrämmle gewichen!

Hier die Tourdaten:

http://out.ac/aBgbT

 

 

 

Wandern im Dezember im Alpstein….geht doch

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Der letzte Schneefall ist schon eine Weile her. Lange habe ich in der Ferne die Alpen mit den kleinen weissen Klecksen drauf betrachtet und überlegt, ob ein Winterspaziergang machbar ist.  Ein Versuch ist es wert.

Da es in den Bergen auch zugig sein kann, packen wir alles erdenkliche ein, um den erwarteten arktischen Temperaturen zu trotzen. Dazu Unmengen Proviant. Vollgepackt steigen wir in die Seilbahn und lassen uns am späten Vormittag auf den Hohen Kasten (ca 1800M) bringen. Dort die Überraschung: Es hat Plusgrade! Die Handschuhe und der dicke Fleece wandern in den Rucksack, der nun eine Wochenexpedition vortäuscht.

Die Sonne strahlt mit uns um die Wette, denn auf ein solch traumhaftes Panorama sind wir nicht vorbereitet. Wir starten auf dem Grüezi-Weg, der im Sommer oft überfüllt ist und marschieren auf dem  Grat entlang mit vielen Vesper-,Guck-und Fotopausen zum Restaurant Stauberer. Der Weg ist grandios. Links der Blick Richtung Rheintal, das von Wolken bedeckt ist. Rechts,  zum Sämtisersee hin,  ist es schattig, aber die Farben der Umgebung sind ein beeindruckender Kontrast zu der Sonnenseite.  Zudem begegnen uns mehr Steinböcke und Gämse als Wanderer. Erst in der Nähe sehe ich , was für majestätische Wesen sie sind. Vorsichtig muss man trotzdem sein, denn die Steine können tückisch glatt sein. Auch einzelne vereiste Flächen machen den zum Glück sonst einfach begehbaren Weg spannend.

 

Die meisten Hütten bieten ab Oktober zwar keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr an, öffnen aber ihre Türen doch auch mal für einen Kaffee. Also wieder ein Päuschen.  Dann nehmen wir den kniefeindlichen  Weg zum Plattenbödeli. Hier wird es dann doch mal ziemlich rutschig. Der gefrorene Raureif bildet eine natürliche Rutsche, die ich nicht wirklich nutzen möchte.

Die Sonne ist am untergehen und wir erreichen vor Einbruch der Dunkelheit entspannt und glücklich die Seilbahnstation in Brülisau.

Hier noch die Daten:

http://out.ac/aGq3X

Wanderung am Lago Maggiore, als facile zu difficile wurde

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Kurzurlaub mit dem Motorrad von Konstanz nach Cannobio am Lago Maggiore in Italien. Herrlich. Im Gepäck Wanderstöcke, da ich mich nach stundenlangem Fahren auf Bewegung freue und meinen lieb gewonnen Mitstreiter.

Im Urlaub geniesse ich die Möglichkeit länger zu schlafen und mir beim Aufwachen einige Stunden Zeit zu geben. Stressfrei den Tag beginnen zählt zu meiner Lieblingstätigkeit . Der einzige Nachteil bei dieser Aktion ist allerdings, dass längere Wanderungen nicht drin sind. Für 2 Euro kaufe ich mir am Campingplatz eine Wanderkarte, die einige Wandervorschläge beinhaltet, um einen entspannten Nachmittagsspaziergang zu absolvieren. Das ist der Plan. So entscheiden wir uns  vorerst auf den nebenliegenden Hügel nach Marcalone über St. Agata zu gehen. Die Gehzeit von Cannobio (Orrido  di St. Anna) aus wird mit ca 2 h 45 min angegeben.  Danach können wir uns weiter entscheiden. Alles offen lassen und geniessen.

So starten wir entgegen jeglicher Vernunft  in der Mittagshitze so gegen 11 Uhr.  Hinter der Kirche in Cannobio finden wir endlich den Zuweg, der auf die Strecke führt. Zum Glück führt der Weg durch den Wald und bringt den roten Kopf nicht ganz  zum gerinnen. Die merkliche Steigung wird durch Konzentration entschärft, die man mittags und mit vollem Bauch halt so beim schmalen Steinweg braucht. Und schon kommen wir nach gut 1,5 Std. Laufzeit  in Sant Agata, an einem süssen Bergdörfchen raus. Am Ausblickplatz gibt es eine kleine Bar, in der wir gerne etwas trinken und uns von der gemütlichen Langsamkeit, die um uns herrscht, anstecken zu lassen. Also laufen wir weiter nach Marcalone. Unterwegs treffen wir wenige Menschen. Der abwechslungsreiche Weg führt idealerweise immernoch durch den Wald und nach weiteren 1.5 Std. kommen wir in Marcalone an. Das wunderschöne typische Bild. Einige Steinhäuser, die sich  eng am Hang anschmiegen mit ihren Minigässchen. Hier erwartet und ein Ueberraschung: Agriturismo Marcalone:  Ein Restaurant, das mit einer super Aussicht aufwartet und dazu noch eine tolle Küche anbietet. Nach einer Stunde Tiefenentspannung ein Blick auf die Uhr. 14:30 Uhr. Hmm. Noch gute 6 Stunden Zeit, bis es dunkel wird. Ein Blick auf die Karte und die Entscheidung steht. Es soll einen leichten  Wanderweg von 2.10 Std. von Marcalone-Valmugiano-Prati d“Agro geben. Wir entscheiden uns für Marcalone-Valmugiano-S.Bartolomeo in Montibus-Cinzago-Cannobio. Geschätzte Zeit 4 Stunden. Wir finden kein Schild, dass die Richtung zeigt, aber ein Gast des Restaurants erinnert sich, dass es da wohl ein Weg nach Valmugiano gebe…Schon dieser Satz hätte mich stutzend machen sollen….

Von wegen FACILE!!  Eine ausgewaschene Wegmarkierung zu finden, ist reiner Glücksfall. Und wegweisende Schilder sind entweder verbogen, oder gänzlich abgeschraubt.  Der FACILE-Weg mauserte sich zu einem DIFFICILE-Weg, der mich an den Rand des Wahnsinns bringt. Steile, zum Teil ausgesetzte Pfade bringen mich an den Rand des Wahnsinns, da wir nicht wirklich wissen, ob wir uns überhaupt auf dem richtigen Weg befinden. Verlaufen wäre ziemlich ungeschickt, da nur noch Gegende ohne Zivilisation vor uns sind. Und diesen Weg möchte ich definitiv nicht im Dunkeln laufen… Mist!

Nach 2 Std. gönnen wir uns eine Pause. Der schon weitgereiste Müsliriegel und ein Apfel, sowie Speck retten uns und bringen vor allem mich wieder zum Durchatmen. Na gut. Hyperventilieren bringt hier auch nichts. Den Begleiter anmotzen ist auch nicht so der Knaller. Also lächeln und weiter geht es. Endlich ein Schild. Valmugiano. Meine Hoffnung, hier event. einen Kaffee trinken zu können, schwindet jämmerlich dahin. Den Valmugiono besteht aus zwei zerfallenen Steinhäuschen. Jepp. Und nicht mehr. Dann eine Kreuzung, mit einer Stange, an der vermutlich irgendwann mal diverse Schilder hingen. Aaarrghh. Um uns nur mannshoher Farn, der keinen Ausblick/Überblick gewährt. Grob geschätzt sollte es nun links gehen. Schluck. Durch das Farn walzend kommen wir an den Wald und finden eine frisch gepinseltes rot-weiss-rot-Wanderzeichen. Herrlich. Beschwingt kann ich mich nun wieder der Natur widmen. Die Sonne steht schon tief, aber ich habe keine Angst mehr.  St. Bartolomeo umkreisen wir planlos, ohne die Kapelle zu finden, denn es gibt scheinbar viele Wege hier, die in bescheidenen 2-Euro-Wanderkarte nicht eingezeichnet sind. Dann endlich Cinzago, eine hübsche Häuseransammlung mit duftendem Jasmin und anderen Blümchen. Es beginnt zu dämmern, aber mit dem Blick zum Lago Maggiore fühle ich mich sicher. Im schlimmsten Fall hängen wir halt eine Nachtwanderung dran. Den Blick auf kleine Pfade getrimmt, entdecken wir zum Glück die Abzweigung nach Cannobio, die wohl auch schon lange niemand mehr gegangen ist und landen eine Punktlandung. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit kommen wir am seenahen Teil von Cannobio raus und als wir unser Zeltplatz in Traffiume (Teil von Cannobio) betreten, ist es dunkel.

 


 

 

Fazit:

  • Diesen „Spaziergang“ verbuche ich stolz unter Tageswanderung!
  • Den Italiener traue ich, was die Wegbeschreibung anbelangt, nicht mehr über den Weg. Italien werde ich nur noch mit super Wanderkarten betreten! Das aber bald 😉

2-euro-wanderkarte

 

Nacktwandern

Nacktwanderer1

Bisher las ich nur in diversen Zeitungen Artikel über Nacktwanderer, die Sonne und Wind auf der Haut in der Natur spüren möchten und immer wieder auf Wanderwegen zu finden sind. Das Thema Nacktwandern wird dann brav ausgeschlachtet und die Pro- und Kontrafraktionen versuchen sich gegenseitig zur Vernunft zu bringen. Was auch immer das heißen mag.

Bisher dachte ich, dass ich ein toleranter Mensch bin, was dies anbelangt. Nackheit ist schließlich natürlich und wer es nicht sehen will, kann sich einen anderen Weg aussuchen. Dachte ich. Bisher.

Bisher ist mir auch noch niemand auf meinen Wegen begegnet, der nur Schuhe und Socken trägt.  Bisher.

Bisher war ich also tiefenentspannt. Bisher.

Bis jetzt.

Auf meiner kleinen Tour im Donautal kreuzte von links ein Nacktwanderer meinen Weg und spurte vor mir ein.  Nun denn, was soll es. Ein Herr, mittleren Alters, der bedächtig und ebenfalls schnaufend (es ging leicht bergauf) den Weg nur in Schuhen bestritt. Er tut keiner Fliege was zu leide und geht rasiert und gepierct und in Gedanken verloren seinen Weg.

Es ist seltsam. Statt meinen Blick über die Natur schweifen zu lassen, kleben meine Augen auf seiner Rückansicht. Der Hintern verformt sich beim Gehen naturgemäß und gestaltet skurrile Gesichter, die ich nicht mehr aus meinem Kopf bekomme. Zwinge ich meine Blickrichtung zu ändern, geht das Kopfkino trotzdem weiter. Nach 10 Minuten bin ich genervt. Keine Ahnung, ob ich mich über mich selbst aufrege, oder ob mich diese Nacktheit auf einem Wanderweg so provoziert. Ich setze zum Überholen an und muss dummerweise mein Tempo erhöhen, was zur Folge hatte, dass ich nach 5 Minuten schon wieder Durst hatte. Eine Pause ist aber nicht drin, denn ich will nicht überholt werden. Komisch…Aber es war so. Ein Aussichtspunkt verspricht ein Päuschen und ich biege ab, um auf dem Felsen den wunderbaren Blick über das Donautal zu geniessen. Auf diese Idee kam auch mein Nacktwanderer. Er drehte sich in allen Richtungen. Nun kenne ich also jede Hautfalte und jedes Schmuckstück. Nicht mein Geschmack.  Ich fühle mich gestört, obwohl mich niemand zwingt hinzuschauen. Seltsam.

Keine Ahnung was mit mir los ist. Mein Verstand gönnt diesem Menschen das Gefühl von Freiheit in der Natur und trotzdem hat mein Gefühl was anderes gesprochen.

Beim Recherchieren über das Nacktwandern habe ich einige Artikel über Gebiete in Deutschland und in der Schweiz gefunden, die Wanderwege vor allem für Nacktwanderer anbieten. Es gibt Foren und erstaunlich viele Anhänger des Nacktwanderns, dass ich es schon erstaunlich finde, dass ich bisher nur einem begegnet bin.

Nacktwanderwege finde ich eine tolle Idee. Somit ist allen gedient. Wie bei ausgeschriebenen FKK-Plätzen.

Nur schade, dass ich wohl doch nicht so tolerant bin, wie ich bisher glaubte. Vielleicht war es auch nur das Befremdliche, das  erste Mal.  Ändert sich das Gefühl, wenn man öfters damit konfrontiert wird? Mal sehen….

Der Seewanderweg Seegang-55 km entspanntes Wandern

Schild zum Premiumweg

Das Jahr 2016 hat noch mich noch nicht sonderlich zum Wandern animiert. Nun ist es jedoch Mitte Juni und höchste Zeit dies zu ändern.  Das Zelt lasse ich zu Hause. Denn erstens ist Regen angesagt und zweitens begleitet mich ein attraktiver Mann, dem ich  „Martina im Schlafsackmief mariniert“ nicht antun möchte.

Die Lust mich auszupowern ist  noch im Winterschlaf. Warum nicht langsam ans Draussen gewöhnen und den Premiumwanderweg am Bodensee ausprobieren? Dann mal los.

1.Tag.

Das Auto parke ich auf dem Parkplatz am Strandbad Horn in Konstanz. Das ist  auch gleichzeitig der Startpunkt meiner Wanderung. Hier gibt es allerdings nur Tagestickets zum Lösen. So kaufe ich 2 Tagestickets und hoffe, dass ich einen verständnisvollen Kontrolleur erwische.

Anstatt den üblichen Weg direkt am See zu laufen, leitet mich der Seegang  in den Lorettowald. Die Beschilderung ist super. Kreuz und quer durch den Wald kommen wir an der Uni vorbei und ich sehe zum ersten Mal anschliessend den Erlebniswald Mainau. Warum war ich noch nicht hier? Kommt gleich auf meine To-Do-Liste, denn hier kann man klettern und Natur geniessen. Schön gemacht. Mannomann. Noch immer in Konstanzer Nähe und schon die Lust auf Essen. An der Bushaltestelle am Eingang der Blumeninsel Mainau gibt es Frühstück.  Von hier geht der Weg weiter durch eine wunderschöne Allee. So langsam kommt bei mir Urlaubsstimmung auf. Die Beschilderung wird spärlicher und wir folgen einem anderen Wanderweg, der nüchtern betrachtet nur aus einem Matschweg besteht. Dazu beginnt es wieder zu regnen und die Regenkleidung wird bereits zum zweiten Mal angezogen. Dieses An- und Ausziehspiel spielen wir  bis zum Schluss . Mit frisch eingeschleimten Schuhen finden wir wieder auf den Seegangweg zurück, der uns zur nächsten Rast führt. Der Ziegelhof ist ein Lokal, das an einen Reiterhof angeschlossen ist. Die nette Bedienung bringt mir ein Eis, während ich bei (wieder) Sonne einem Reitturnier zuschaue. Dann wird die Beschilderung immer chaotischer. Eigentlich sollte der Weg  über die Marienschlucht führen. Wegen eines grösseren Erdrutsches ist dies jedoch auf  unbekannt länger gesperrt. Eine Umleitung sei ausgeschildert. Ok. Ich sehe schlecht, aber sooo schlecht? Natürlich verliere ich den Weg wieder. Was aber nichts ausmacht. Zwar habe ich keinen Blick auf den See, sonder irre etwas mehr auf dem Seerücken herum, dafür ist es aber still und etwas wild. Da ich so langsam nach 27 km müde Beine bekomme, biegen wir nach Liggeringen ab. Im Adler finden wir eine nette Übernachtungsmöglichkeit. Und hach, welch Zufall. Genau gegenüber findet ein kleines Weinfest statt. Mit einer Flasche Weissherbst im Kopf, 5 Bratwürsten im Bauch und einem Dinnele  lässt es sich gut einschlafen.

2.Tag

Am nächsten Morgen starten wir bei Sonne und nehmen an der Kirche einen schmalen Wanderweg, der ganz ungewohnt bergauf geht. Liegt es am leckeren Frühstück, oder tatsächlich am Weg, dass ich schnaufe?? Uff. Da kommt das nächste Highlight, nämlich die Burgruine Altbodman (nimmt man den Ruinenweg, ist noch eine weitere Ruine anzuschauen). Kurzer Stopp, denn schliesslich ist bei dieser tollen Aussicht innehalten angesagt (geschickte Möglichkeit von meinem Schnaufen abzulenken). Dann geht es weiter nach Bodman und über Ludwigshafen nach Sipplingen. In Sipplingen führt parallel zur Strasse der Blütenweg, den ich natürlich wieder verfehle. Grummel. Aber nachdem ich gierig einen Kirschbaum geplündert habe, finden wir auch dieses Mal wieder auf den Weg und schlürfen weiter zum Haldenhof, der auch ein Gasthaus mit traumhafter Seesicht bewirtschaftet. Mein Begleiter hat leider drückende Schuhe an, die das Laufen schmerzhaft behindern. Die Mühen des Aufstieges wird belohnt. Den Paroramablick geniessen und Holunder-Schorle schlürfen. Hmm. Die Kuchen sind übrigens auch lecker! Damit die letzten 10 km nicht zur Tortur werden, muss gehandelt werden. Das eingepackte Schweizer Taschenmesser eignet sich nicht nur zum Salami schneiden, sondern es kann auch problemlos Schuhe kürzen ;-). Jetzt drückt kein Schuh mehr!

Der Weg geht durch einen Buchenwald weiter. Dann überqueren wir Wiesen und Felder und kommen in Hödingen an. Der Hödinger Tobel ist kühl und wild. Über Abwechslung können wir uns wirklich nicht beschweren. Die Landschaft und das Wetter ändern sich stetig.  Am Aussichtspunkt Torkelbühl lassen wir den Bodensee auf uns wirken. Wunderschön hier. Dann hinab in den Spetzgarter Tobel.

 

Die letzte Kilometer nach Überlingen sind mühsam, aber auch dort kommen wir an.

Über den Nachhauseweg habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, denn schliesslich ist der Bodensee ein Touristennest. Und so freuen wir uns, dass wir prompt am Hafen eine Überfahrt für 3 Euro/Nase nach Wallhausen erwischen. Die 15 Minuten reichen gerade für einen Durchschnaufer und ein Feierabendradler. In Wallhausen fährt 5 Minuten später ein Bus nach Konstanz zum Hörne, wo mein Auto ohne Strafzettel fein auf mich gewartet hat. Ein seltsames Gefühl diese 55 km in zwei Tagen zu gehen, um dann anschliessend in 1,1/2 h wieder daheim zu sein. Tststs.

 

Ein sehr zu empfehlender Wanderweg. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben, auch wenn die Ausschilderung an der Marienschlucht in Richtung Überlingen sehr dürftig sind. Wenig Asphalt, viel Abwechslung, traumhafte Aussichten und gut überwindbare Höhenmeter zeichnen den Weg aus. Obwohl der Weg Erholung und Urlaubsstimmung bringt, ist er auch für Ungeübte und Orientierungslose geeignet. Denn es gibt massenhaft Möglichkeiten auch abzubrechen und schnell in die „Zivilisation“ zurück zu gelangen.

 

 

 

Seegang Karte

Federsee und Wackelwald

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P1010295Bei Bad Buchau in der Nähe von Biberach (Oberschwaben), liegt der Federsee. Ein  Naturschutzgebiet inmitten des grössten zusammenhängenden Moorgebiets Süddeutschlands. Bereits mein Besuch des Pfrunger-Burgweiler Rieds  hat mich für Moorlandschaften begeistert. Von der Therme in Bad Buchau aus, startet ein 16 km langer Rundweg, der jedoch selten den Blick auf den See freigibt. Wer diesen laufen möchte, sollte unbedingt ein Fernglas mitnehmen, um einen Blick auf die Tierwelt (vor allem Vögelliebhaber kommen auf ihre Kosten) erhaschen zu können.

IchP1010260 folge den Weg Richtung Moosburg und staune nicht schlecht, als ich meinen ersten Wackelwald kennenlerne. Ein Wald auf Moorboden. Ein angenehmes Laufgefühl, aber wehe man hüpft…der Boden schwingt beeindruckend. Hier kann man zum Kind werden und den Boden beben lassen.

 

 

Nach diesem schönen Naturlehrpfad führt die Strecke weiter nach Moosburg und Brackenhofen. Da der Weg nun an der Strasse weiterführt, kehre ich in Alleshausen wieder um. Schliesslich möchte ich unbedingt noch den See sehen. In der Nähe des Parkplatzes befindet sich auch der einzige Zugang zum Federsee. Am Seemuseum vorbei, betritt man  den hölzernen Federseesteg (Eintritt 2 Euro). Es lohnt sich aber diese 1,5 km zu gehen. Wundervoll! Ich erwische prompt noch einen romantischen Sonnenuntergang und traue mich einige Schritte auf den zugefrorenen See.

 

 

 

Surreale Momente in Baden-Württemberg

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Der Hammer!  In  Chile war ich begeistert von der Natur, die sich teilweise so unwirklich und geheimnisvoll gezeigt hat. Dabei habe ich vor meiner Nase einen traumhaften Naturpark, der ebenfalls begeistert. In der Nähe von Ostrach in Baden-Württemberg gibt es das Pfrunger-Burgweiler-Ried. Ein stiller Ort, der einen vom Alltagsstress runterholt. Ein Naturschutzgebiet, das mit Mooren, Weiher, Bannwald aufwarten kann. Eingetaucht im Novembernebel ist die Stimmung unglaublich märchenhaft. Es ist auffallend still, so dass ich bei Entengequietsche zusammenzucke. Kilometerlange Lehrpfade führen durch eine andere Welt, die größtenteils sich selbst überlassen wird…

 

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Da dieses Naturschutzgebiet gut besucht wird, empfehle ich den Park dann zu besuchen, wenn es andere in die Sauna zieht…Wenn Nebelschwaden die Sicht verschleiern und man nur hin und wieder einen kurzen freien  Blick erhaschen kann….Gänsehaut! Dann einfach schnell an den Begleiter kuscheln 😉

 

 

 

 

 

Eine Frau, ein Zelt und der Westweg ( 10.Tag)

Brgrüssung am Morgen

Die 9.Etappe auf dem Westweg ging erstaunlich gut. Endlich mal einen Tag ohne stark schmerzhaftem Hinkebein. Zudem möchte ich in Titisee meinen Lieblingsbegleiter treffen. Nach einer langen Krankheitsepisode hat er endlich wieder Lust auf Natur und Leben und wagt sich auf Tour. Also starte ich  voller Optimismus in den neuen Tag.

Die Umgebung wird lieblicher und führt über Wiesen sanft auf und ab. Stolze Gutshöfe, die leider ihre besten Jahren schon hinter sich haben, stehen einsam und doch imposant in der Umgebung. Ein fitter 90-jähriger Bauer haut schwungvoll neue Pfosten für einen Zaun in den Boden. In seinen Augen spiegelt sich Kampfeslust , als er mir von den Schwierigkeiten mit den Behörden erzählt. Unglaublich, was es inzwischen für Auflagen und Gesetze für Landwirte gibt. Erstellt von Bürohengsten, die oft noch nie einen Fuss in einen landwirtschaftlichen Betrieb gesetzt haben. Ich wünsche diesem Rebell noch ganz viele weitere Jahre mit dieser Power! Das war eindrücklich.

Titisse ist in Sichtweite,  aber der Weg zieht sich unglaublich zäh dahin . Ein langer ätzender Teerweg muss beschritten werden. Gähn. Ich freue mich schon auf den Campingplatz und auf meinen vertrauten Camping-Begleiter. Allerdings (ver)-zweifle ich bereits. Die nächste Etappe soll auf den Feldberg führen. Uff. Und das mit meinem geschunden Quadratlatschen? Mist. Zudem hatte ich immer wieder mit kleinen Gewitterepisoden zu kämpfen. Zwar kurz, aber oft heftig und die Häufigkeit nimmt kontinuierlich zu. Hm.

Auf dem Campingplatz angekommen erscheint mir alles sehr luxuriös. Dusche! WC! Kleines Restaurant! Dach! Boah. Mit meinem Lieblingsbegleiter, der nun auch eingetroffen ist, ist es einfach toll. Wie ein altes Ehepaar sind wir abgestimmt. So stellen wir ohne grosse Worte unsere Zelte schnell auf und sind vor dem nächsten Gewitter fertig. Pünktlich zum Regenbeginn finden wir uns bei Frikadelle, Kniffel und Schnaps in der Kneipe ein. Sehr schön. Hier wird auch nach 5 Gläser Schnaps klar, dass der Campingplatz  wohl die letzte Destination sein wird. Ein Blick auf die Wetterprognose ist nämlich alles andere als motivierend. Starke Stürme werden für die nächsten Tage  erwartet. Und wir wollen mit unseren Wegpust-Dackelgaragen auf den Feldberg? Als mir mein LB zudem offenbart, dass es ihm gesundheitlich noch nicht gut geht, und er den Rest nach Basel nicht mit mir gehen wird, beschliesse ich auch für mich das Ende der Tour. Ich Mimösle.

Irgendwann falle ich im Zelt, noch nicht mal umgezogen, in den Tiefschlaf. Bewegungslos schlafe ich 12 Stunden durch. Defekte Isomatte hin oder her.

Am nächsten Morgen also dann die Heimfahrt. Ich zweifle an meiner Entscheidung. Warum ziehe ich mein Vorhaben nicht durch? Die Achillessehne wird diese noch fehlenden 3 Tage schon durchhalten. Ausserdem scheint doch die Sonne…arrgh. Gedanken, die unnötig sind. Denn am Abend kommt die Klarheit: Die Entscheidung abzubrechen war richtig. Es bilden sich in Süddeutschland kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen, die mehrere Tage anhalten. Die Zeitungen sind voll von Berichten über Erdrutsche, umgestürzte Bäume im Schwarzwald…uff. Alles richtig gemacht.

Und dennoch fühle ich mich nicht besonders gut. Irgendwie halbfertig…die letzten Etappen muss ich noch irgendwann ablaufen…mal schauen.

Tourdaten:

Pampa- Titisse: ca 21 km

Gesamttourdaten: 205 km

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Eine Frau, ein Zelt und der Westweg ( 9.Tag)

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Nach einer ruhigen Nacht auf bequemen Grund weckt mich morgens die Sonne. Wunderschöner Anblick, wenn die Wiese nass vom Tau in der Sonne glänzt.  Nach den üblichen Morgenritualen kommt ein Förster vorbei, mit dem ich mich unterhalte. Zelten ist primär nicht erlaubt, aber ich es bewahrheitet sich wieder, dass man bei richtigem Verhalten toleriert wird. Spannend sind seine Kurzgeschichten über das Jagen und den Wald.

Diese Tagesetappe entpuppt sich als ein schöner abwechlungsreicher Weg, der durch einen idyllischen Moorsee (Blindensee) führt. . Eine kurze Rast lohnt sich an der Elzquelle.  Die Bregquelle, der Ursprung der Donau, schenke ich mir.  In Brend muss ich an meine Kindheit denken, denn hier steht noch immer eine Jugendherberge, die meist von Schulklassen besucht wird. Und ich war dabei..Zwischendurch gibt es immer wieder Wetterumschwünge mit Gewitter und Hagel. Der Spuk ist jedoch nach ein paar Minuten wieder vorbei und ich kann die Regenjacke wieder verstauen. Als Ziel nehme ich mir die Kalte Herberge vor. Dort schlinge ich geradezu das Radler und Essen herunter. Den darauffolgenden Regenguss warte ich ab und suche mir dann die nächste Übernachtungsmöglichkeit. Gar nicht so einfach. Mit müden Beinen geht es wieder in den Wald. Drumherum Häuser, Höfe und keine ebenen ruhige Stellen. Mist. Schliessendlich entscheide ich mich am Waldrand für einen Platz zwischen Termitenhügel in einer leichten Schräglage. Ich parke auf einer Wurzel, damit ich beim Schlafen nicht dauernd zur Seite rolle. Die Aussicht ist hübsch und es hat sich gelohnt solange zu suchen. Auch wenn die Nacht etwas unruhig ist und ich  an Sid von Ice Age denken muss.

Tourdaten:

Wilhelmshöhe- Brend-Kalte Herberge–Pampa irgendwo:    25 km  1323 HM/1219 HM