Kategorie -Drinnen

Der Mistelzweig…

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Als kräftige Unterstützung zu Weihnachten, dem Fest der Liebe, bekam ich einen wunderschönen Mistelzweig geschenkt.  Zuerst hing er zur Freude meiner Nachbarn im Treppenhaushaus, die sich ganz dem Brauch nach unter dem Zweig küssten. Da ich hier eindeutig zu kurz kam, bekam er nun einen festen Platz an der Eingangstür. MEINER Eingangstür. Und ich muss sagen, ich bin begeistert. Er sieht nicht nur toll aus, sondern erinnert immer wieder daran, dass da ruhig etwas mehr geküsst werden darf. Also wollte ich diesen Halbparasit zum Ganzjahresgewächs an meiner Tür erklären. Es irritierte mich allerdings, dass man diesem Zweig nur zu Weihnachten grössere Beachtung schenkt. Die Recherchen im Internet bei Brauchwiki sind spannend: lies mich doch mal.

Schade, dass dieser Brauch tatsächlich nur bis zum 06.01. ausgeführt werden kann. Nun denn: Immerhin hat mein Mistelzweig ganz viele Beeren hängen. Ein guter Start ins neue Jahr!

 

 

widersprüchlich: besinnliche Adventszeit im Spital

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Es ist Advent. Eigentlich sind diese 4 Wochen dazu gedacht, um runterzukommen. Etwas Ruhe zu finden, um sich auf Weihnachten vorzubereiten. Kein Trubel, kein Stress.

ABER DAS IST UTOPISCH!

 

Die Menschen drehen vor Weihnachten völlig durch. Das Krankenhaus quillt über.

Das Klientel:  

  1. Die  Kranken und Verletzten
  2. Die Leidenden: Unter dieser Kategorie zu finden sind:  Männerschnupfen,  hohes Fieber von 37.5C. etc.
  3. Die Berechnenden: Das sind Menschen, die teilweise unverschämt und mit Lügen Druck ausüben, um noch alle Untersuchungen/Eingriffe im alten Jahr erledigen zu können. Das macht man, wenn die Jahresfranchis im laufenendem Jahr schon abbezahlt ist und nun die meisten Krankenhauskosten von der Krankenkasse übernommen wird.
  4. Psychisch Kranke: Arme Menschen, denen der Weihnachtstrubel zusätzlich zusetzt und nun mit psychosomatischen Problemen das Krankenhaus aufsuchen.
  5. Notfälle, die als solches deklariert werden, obwohl sie keine sind (z.B. zwickendes Knie seit 8 Monaten), weil der Patient in Urlaub möchte oder der Hausarzt über die Feiertage geschlossen hat. Da kann man natürlich nicht noch 3 Wochen länger warten.
  6. Patienten, die vor Weihnachten entlassen werden möchten und alle Formalitäten und Untersuchungen, sowie Therapien im Sauseschritt dazu benötigen.

Klar, diese sind das ganze Jahr anzutreffen, aber vor allem die Anzahl der Patienten der Kategorie 2-5 steigt  um das Jahresende rapide an.

Die Stimmung ist gestresst und kann nur bedingt durch besinnliche Events aufgefangen werden. Ganz grotesk war heute z.B. die Situation, dass ein Minichor uns eine Freude machen wollte und in der Röntgenabteilung ein Ständchen sang. Doch niemand konnte innehalten und zuhören. In einem Röntgenraum schrie ein Kind, durch den Gang wetzte ein Rea-Team und das Röntgenpersonal schob sich an den Sängern vorbei, um die entnervt wartenden Patienten abzuholen.

Überstunden sind an der Tagesordnung und es fällt schwer den Schalter nach Feierabend auf „Slow-down “ zu stellen.

Die Adventszeit in meiner Kindheit ist geprägt von vielen wundervollen Momenten bei Kerzenschein. Klingt richtig kitschig, ich weiss, aber für mich wertvoll genug, um es jedes Jahr anzustreben. Vielleicht das nächste Jahr. Seufz.

Nun steht Weihnachten vor der Tür . Ich bin optimistisch, dass ich es wenigstens hier schaffe kurz innezuhalten. Ich darf die  Tage mit meinen Lieblingsmenschen verbringen….(weihnachten in der Familie)

Allen Weihnachtsgestressten eine dicke Umarmung.

 

 

 

 

 

Händedesinfektion vor,während, danach, zwischendurch …

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Immer wieder hört man von Fällen, in denen Patienten im Krankenhaus mit Keimen konfrontiert  werden, sie nicht mitgebracht haben. Eine Tatsache, die schlimm  ausgehen kann, da gerade das Immunsystem der Patienten häufig geschwächt ist und sie sich mit diesen Keimen eine weitere Erkrankung holen (= nosokomiale Infektion). Lt. dem Robert Koch Institut sind in Deutschland  bis zu 800 000/jährlich  nosokomiale Infektionen bekannt. 80% davon  werden über die Hände übertragen.

 

Somit wird deutlich, wie wichtig die Händedesinfektion des Personals ist, um möglichst keine Keime auf den Patienten zu übertragen.

Ebenso ist es eine Tatsache, dass vor allem Tastaturen, Türklinken etc. tolle Keimträger sind. Und da  in den meisten Krankenhäuser der Computer zum Hauptgeschäft dazu gehört, ist eine Händedesinfektion vor und nach der Computerbedienung unerlässlich.

In sämtlichen medizinischen Diagnostikbereichen ist ein hoher Patientendurchlauf Alltag. Ebenso gehört die Bedienung eines PCs, in dem die Patientenakte eingepflegt ist, zum Hauptwerkzeug. Hier wird dokumentiert, verrechnet, beauftragt und aktualisiert.

Nun gibt es zum Glück Hygiene-Richtlinen, die versuchen dem Übel der krankmachenden Keimen beizukommen Diese beschreibt die korrekte Anwendung der Desinfektion.

Hier ein Rechenbeispiel :

30 Patienten fallen auf eine Röntgen-Fachfrau.

  • Vor Patientenkontakt Hände desinfizieren (30 sek)
  • Patienten begrüssen/event. umziehen helfen/lagern für das Röntgenbild (ebenfalls vielfach digital)
  • Hände/event. Rö-Detektor /Kassette desinfizieren(30 sek)
  • 1 Röntgenbild am Rö-Gerät erstellen
  • für die 2.Ebene zum Patienten um neu zu lagern
  • Hände/event. Rö-Detektor /Kassette desinfizieren (30 sek)
  • 2. Röntgenbild am Rö-Gerät erstellen
  • Patientendokumentation am PC
  • Hände desinfizieren (30 sek)
  • Patient verabschieden/ event.umziehen helfen
  • Arbeitsfläche frisch machen/ desinfizieren
  • Hände desinfizieren (30 sek)

Das macht pro Patient und einem einfachen Röntgenauftrag: 150 sek Händedesinfektion

150 sek x 30 Patienten = 4500 sek =75 min  reiner Zeitaufwand für Händedesinfektion. Ohne Berücksichtigung von WC-Gängen/Pausen/anderen Patientenkontakten…

 

75 min Hände desinfizieren/Tag/1 Radiologie-Fachfrau…

 

Auch mit Handschuhen tragen/wechseln kommt man nicht von dieser Zeit runter.

 

Tatsache ist, das die Händedesinfektion ein sehr wichtiger Bestandteil in der Hygiene ist. Aber auch ein Grund, warum es manchmal zu Wartezeiten kommen kann 😉

 

 

Blinde Kuh

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Auf einem Gutschein für mich, steht ein Abendessen in der Blinden Kuh in Zürich an. Zunächst bin ich etwas überfordert, da ich mir nichts darunter vorstellen kann. Erstaunlicherweise kennen das Restaurant viele meiner Mitmenschen. Es sei ein Dunkelrestaurant. Den Rest muss man selbst erleben. Für mich bedeutet dies eine Premiere.

Der Eingang erinnert an eine Rezeption eines Hotels. Ein netter Portier bittet uns die Tasche samt Inhalt in die bereitgestellten Spinds zu schliessen. Der Grund ist banal. Erstens ist es mehr als lästig, wenn im Dunkeln etwas verloren geht und zweitens werden so alle Lichtquellen eliminiert. Die Auswahl auf der Menükarte ist übersichtlich, was gut ist, denn man muss sich merken, was später gegessen werden will.

Ab nun ist alles neu. Eine Bedienung namens Elisabeth nimmt uns in Empfang. Sie selbst ist blind und gibt uns Instruktionen, wie wir uns drinnen verhalten sollen, wenn jemand sich unwohl fühlt, oder etwas bestellen möchte.

Die Hànde auf die Schultern des Vordermannes gelegt und los geht es in eine Art abgdunkelte Schleuse, damit man sich etwas an die Dunkelheit gewöhnen kann. Und drei Schritte weiter ist nichts mehr wie vorher.

Dunkelheit und Stimmengewirr dominieren in einer unbekannten Gegend. Nun müssen wir unserer Vorderfrau völlig vertrauen, dass wir unseren Tisch erreichen, ohne den anderen Gästen unterwegs den Tisch abzuräumen. Verbissen versuche ich irgendetwas mit meinen Augen zu erhaschen. Nichts. So eine Dunkelheit habe ich zuvor noch nie erlebt. Normalerweise erkennt man irgendwann Schatten oder Umrisse. Aber nicht hier. Es ist einfach nur finster und laut. Elisabeth führt uns sicher an die Plätze und weiß mit ausgesuchten Worten uns gut zu führen. Endlich kann ich sitzen und habe meine Umgebung schnell ertastet. Ich sitze an einem Rand. Neben mir nur ein Vorhang. Die Hände ganz sachte über den Tisch schiebend finde ich meine Freundin gegenüber. Wir bestellen ein Prosecco und bekommen ihn schon bald geliefert. Die Bedienung streift kurz orientierend an meinem Oberarm und stellt die Gläser ab. Oha. Anstossen ist eine Meisterleistung. Dann höre ich ein österreichische Stimme. Zuerst kann ich es nicht glauben, und doch ist es so. Ein Überraschungsgast für mich wird gerade auf den freien Platz neben uns geführt. Irre. Nur zu schade, dass ich sie weder umarmen noch sehen kann. Ich tätschel ihr aus Versehen vor Freude ins Auge und fege dabei fast das Glas vom Tisch.

Nun wird die Bestellung aufgenommen. Ich bestelle gefüllte Zucchini auf Kichererbsen und sonstigem Gemüse. Mein Spezial-Gast möchte sich ein Kotelett gönnen. Um den Kontakt zum Tisch nicht zu verlieren, hänge ich mit dem Oberkörper fast auf dem Tisch und tratsche mit meinen Freundinnen. Die Augen haben sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt und suchen unaufhörlich einen Punkt zum Fixieren. Das tut schon fast weh.

Zuerst werden wir von der Küche mit einem kleinen Häppchen bedacht. Zum Glück beschreibt Elisabeth genau, was vor uns steht. Ein gebogener Löffel, der auf einer kleinen Schale liegt,  der zusätzlich Essbares beherbergt. Die Anhaltspunkte sind super. So kann man sich ein innerliches Bild erschaffen und die Hände am Rand gleiten lassen.

„Magst Du ein Brot?“ Es dauert etwas, bis das Brot zu mir findet, denn erst verschätzen wir uns in der Höhe und zudem möchte man die Gläser auch nicht verschütten. Zwischenzeitlich steht auch mein Schorley vor mir, welches ich mir selbst nachschenken muss. Also schnell den Finger ins Glas stecken und einschenken, damit nichts überlaufen kann. Zum Glück sieht mich hier wirklich niemand. Ich schäme mich ein bisschen, denn eine gute Figur mache ich sicher nicht.

Der Hauptgang stellt eine noch grössere Herausforderung dar. Jede zweite Gabel landet leer in meinem Mund. Bis ich endlich die Zucchini aufgepikst bekomme. Dass ich die nicht mehr hergebe ist klar und ich beisse einfach Stück für Stück davon ab. Ob ich die Beilage vollständig aus dem Teller bekommen habe, weiss nur der Abwäscher. Schade, dass ich nicht sehe, was ich esse, denn es schmeckt richtig lecker. Meine Freundin mit dem Kotelett hat sich auch schon für die Fingerfood-Variante entschieden und knabbert genüsslich an ihrem Stück Fleisch. Unsere Bedienung kümmert sich gut um uns und wir kommen auch ins Gespräch. Wir bedanken uns für ihre ausführlichen Beschreibungen und Hilfestellungen und fragen, ob auch sie nur diese Dunkelheit wahrnimmt. Die Antwort stimmt nachdenklich. „Ja“, meinte sie. Sie ist blind und würde sich freuen, wenn auch in der Welt draussen, sich die Menschen etwas mehr Zeit zum Reden nehmen würde. Sie bekommst ihre Bestellung meist ohne Kommentar und so muss sie sich in einer fremden Umgebung immer auf etwas Unbekanntes einlassen. Eine Meisterleistung.

Der Nachtisch, der aus einer Eiskugel besteht, ist schon leichter zu löffeln. Jeder möchte natürlich von den anderen probieren. Bis die Kugeln allerdings die Runde durchlaufen haben, ist fast nur noch eine zerflossene Masse vorhanden. Dabei sind Tauschaktionen schon einfacher, da die grazilen Sektgläser abgeräumt wurden.

Das Reden ist anstrengend. In dem Stimmengewirr die einzelnen Gesprächspartner auszumachen, fordert Konzentration. Zudem irren immer noch wild die Augen hin und her. Auf der Suche nach einem klitzekleinen Licht. Das schmerzt schon richtig. Ich versuche die Augen zu schliessen, aber auch das klappt nicht.

Die unmittelbaren Nachbarn sind bereits wieder losgezogen. Sie hatten sich in dieser Dunkelheit nicht wohlgefühlt. Ja, diese Menschen können es sich aussuchen. Aber Menschen, wie Elisabeth? Wie gerne würde auch sie sagen:“ Führen sie mich bitte wieder ins Licht“.

Irgendwann sind auch wir satt und möchten weiter. Es dauert allerdings, bis sich von uns jemand traut den Namen unserer Bedienung durch den Raum ins Nirgendwo zu rufen. Seltsame Hemmschwelle, aber ohne sie sind wir völlig aufgeschmissen. Sie hört uns und geleitet uns wieder nach draussen. Zuerst passieren wir die Schleuse, um die Augen wieder etwas an das Helle zu gewöhnen. Autsch, tut das weh. Wie gleisend hell es plötzlich ist.

Dann Freude, denn ich kann endlich meine Freundin sehen und umarmen. Ich mustere sie von oben bis unten, denn ich hatte sie schon lange nicht mehr gesehen. Ich kann sehen und ich freu mich um so mehr.

 

Ganz herzlichen Dank an das Team von dem Dunkelrestaurant „Blinden Kuh“ in Zürich. Es ist wirklich eine Erfahrung, die beängstigend, neu und sehr speziell ist. Ich hoffe, dass ich das nächste Mal empathischer und offener auf eine blinde Person zugehe.

Menschliche Exponate

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Zum zweiten Mal besuche ich eine Ausstellung des Plastinators Gunther von Hagens.. Gerade jetzt, wo ich durch Intensivkurse meine Massagekenntnisse erweitere, finde ich das menschliche Gerüst um so spannender und vertiefe hier mein Wissen. Entdecke neues. Ich muss zugeben, dass ich fasziniert bin.

In meiner Ausbildung war ein Praktika in der Obduktion obligatorisch. Daher ist der Anblick  der inneren Organe für mich nicht schockierend. Und da der Formalingeruch sowie das typisch kühle Stahl-Fliesen-Ambiente wegfällt, kann ich mich voll auf die Anatomie fokussieren. Ich finde es unglaublich spannend, wie diese Ausstellungsstücke so abstrakt drapiert werden, um spezielle Einblicke in den menschlichen Körper zu gewähren. Leicht vergisst man, dass hier ein Verstorbener liegt/steht.

Nur eines darf ich nicht: Das Gesicht inspizieren. Wehe ich entdecke ein Detail wie ein Haar, die Braue…erschaudere ich. Nur nicht den Gedanken freien Lauf lassen. So ähnlich sich der Aufbau der menschlichen Hülle sind, so unterschiedlich und einzigartig ist die Seele.

Für die einen abartig und krank, für die anderen  spannend und lehrreich. Die Werke des Plastinators Gunther von Hagens werden umstritten bleiben. Eine Faszination besteht auf alle Fälle. Die Schlangen vor den Ausstellungshallen beweisen es.

Obwohl bald jeder Milimeter ausgeleuchtet wurde, sind noch so viele Fragen offen. Irgendwie beruhigend das zu wissen, trotz meiner Begeisterung um das Wissen in der Schulmedizin.

Der Mensch ist  ein Mysterium. Gut so..

 

 

körperwelten Körperweltn Gunter von Hagen

 

 

 

 

 

Quelle Beitrags-Bild: image.epd

Schlangenbiss und die Hilfe vom Bodensee naht

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Ein Anruf in der Notzentrale: Ein Mensch wurde von einer Königskobra gebissen und benötigt dringend Hilfe!

Der Anruf kam 22:30 Uhr aus dem Ausland. Und plötzlich laufen die Drähte heiss. Ich arbeite in einem Krankenhaus am idyllischen Bodensee, das ein Depot für Schlangenserum hält. Wir stehen auf einer internationalen Versorgungsliste mit unseren gelagerten Antiveninen. Im Fall eines Bisses von exotischen Schlangen, ist schnelle Hilfe nötig. Bei Bedarf wird auch international ausgeholfen. Die Beschaffung und das  Lagern  der Antivenine ist teuer und aufwendig und wird daher nur auf wenige Zentren verteilt.

 

Eine unglaubliche  Maschinerie kam ins Rollen, als dieser Anruf kam. Ein Hubschrauber soll das Antivenom abholen. Das bedarf viele Telefonate, denn Sondergenehmigungen müssen eingeholt werden. Sämtliche Aemter/Behörden müssen kooperieren. Im besten Schulenglisch wird korrespondiert und die Hirnsynapsen laufen zur Nachtzeit auf Hochtouren.

Obwohl solche Einsätze(zum Glück)  selten sind, hat alles super funktioniert. Klasse.

In Deutschland/Schweiz gibt es zum Glück wenige Giftschlangen. Die Aspisviper und die Kreuzotter werden hier aufgezählt. Hin und wieder gibt es aber auch Fälle von Bissen bei Privathaltern von tropischen Giftschlangen.

Wir sind allzeit bereit!

 

Thrombosespritze

Thrombosespritze

Ein aufgewühlter Anruf einer Freundin zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Sie muss sich einige Tage  prophylaktisch (= vorbeugend) Thrombosespritzen verabreichen. Zwar gibt es eine gute Anleitung zum Gebrauch der Spritzen, aber sich selbst eine Nadel in ein Körperteil zu stecken, ist nicht jedermanns Sache. Der Bitte, dass ich diesen Part übernehme, komme ich gerne nach.

Der Inhalt der Thrombosespritze wird subkutan ( unter die Haut , in das Unterfettgewebe) gespritzt. Dort wird es von den Zellen aufgenommen und in den Blutkreislauf transportiert, wo die Wirkung beginnt.  Als Einstichsort etabliert hat sich der Bauch, oder auch der Oberschenkel.

Wie geht man vor:

  • Geplante Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer desinfizieren und einwirken lassen ( ca. 30 sek).
  • Fertigspritze aus der Verpackung nehmen.
  • Gummistopfen von der Nadel ziehen.
  • Mit einer Hand (am besten mit Daumen und Zeigefinger) die Haut an der Einstichstelle wegziehen und ein Röllchen bilden.
  • Die Nadel senkrecht und gerne etwas zügig in diese Hautfalte stecken. Picks. (Die Nadel ist so fein, dass man sie fast nicht spürt)
  • Nun das Medikament langsam(!!) injizieren.  Dazu den Kolben an der Spritze runterdrücken.
  • Die Nadel wieder senkrecht rausziehen.
  • Die Nadel entsorgen ( nach Anleitung, damit keine Stichverletzung möglich ist)

Ein leichtes Brennen oder Druckgefühl ist häufig und muss nicht beunruhigen.

Ich pikse lieber ( was man wohl hier schon erkennen konnte), als gepikst zu werden. Und diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn anschliessend folgte natürlich ein obligatorisches Frauengespräch ;-). Durchweg ein gelungener Abend!

 

 

Brandblase aufstechen ?

Brandblase

Zisch.

Den berühmten Test, ob das Bügeleisen noch heiss ist, wollte ich unbedingt auch mal machen. Und schon war sie da. Die Brandblasen, die sich trotz kaltem Wasser aufbläst und vor sich hin gurgelt. Man spürt es bei jedem Handgriff und popelt gedankenverloren unaufhörlich an ihr rum.

Da stellt sich doch mal die Frage: Aufstechen? Oder doch abwarten?

Eine Brandblase ist eine Verbrennung 2. Grades. Als Schutz für die eigentliche Verletzung bildet sich diese Blase. Somit können keine Bakterien eintreten und dem Heilungsprozess steht nichts im Wege. Mit einem Stich rein, sieht das gerne mal anders aus und das Elend entzündet sich auch noch. Doppelter Mist sozusagen.  Also brav sein und abwarten!

Und wer nicht widerstehen kann, sollte die Wunde  desinfizieren ( in den Apotheken gibt es kleine abgepackte Alkoholtupfer, die man für viele Dinge benutzen kann) und etwas verbinden. Das ist meine Strategie, da ich leider zu der Popelfraktion gehöre….

 

 

10 kleine Helferlein…

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…lenkten meinen Blick auf etwas, was ich fast schon vergessen schien: Hilfe von Freunden annehmen zu können.

Keine Ahnung wann es begann.  Wollte ich keinem zur Last fallen?  Bloss niemanden um einen Gefallen bitten. Sogar, wenn Hilfe angeboten wurde, lehnte ich ab. Die Gründe? Hmm. Keine Ahnung. Wollte ich immer nur die Starke sein, die alles alleine bewältigen kann? Keine „Schulden“ bekommen?

Nun war es so weit. Ein Umzug stand an. 2 Wohnungen. Putzen und Streichen verlagerte ich nach Extern. Ein Kostenfaktor, den ich nicht bedachte. So reichte das Budget  nicht auch noch für eine Umzugsfirma.

Und nun? Ich war am Anschlag und brauchte Hilfe.

Und plötzlich waren sie alle da. Meine Freunde und Kollegen. Ohne grosse Worte. Einfach da! Und nahmen mir einen riesigen Druck von den Schultern. Dass ich den gemieteten Sprinter immerhin heil vor die Haustüre bekam, war an diesem Tag  meine grösste Aktion. Während neun sich als ausdauernde Schlepper entpuppten (ich wohnte immerhin im Dachgeschoss ohne Lift), stopfte der 10te Helfer in bester Tetris-Manier kunstvoll das Auto voll.  Die neue Wohnung ist zum Glück im ersten Stock und somit schneller wieder befüllt. Eigentlich wäre die Hilfe schon genug, aber es ging einfach weiter. Auspacken, aufbauen, zwischendurch Brötchen schmieren, putzen, einräumen. Sogar ein defekter Wasserhahn wurde repariert.

Nachmittags sass ich ungläubig und unglaublich erleichtert an meinem Tisch.  In wenigen Stunden zauberten diese Jungs und Mädels mir ein neues Wohngefühl. Auch Wochen danach bekomme ich weiter Hilfe angeboten. Der Umgang mit Strom lag mir nämlich auch nicht sonderlich.

3 Wochen später hat sich in meiner Wohnung noch immer nicht viel verändert. Keine Zeit für Firlefanz, dekorieren, Lampen aufhängen, Wände streichen. Der Druck ist weg. Denn die Utensilien, die ich zum Wohlfühlen benötige, stehen schon seit Beginn an ihrem Platz.

 

Es ist ein wunderbares Gefühl, Freunde zu haben. Danke für Eure Hilfe! Und dass ich sie annehmen durfte.