Kategorie -Alltag

vom Erfolg und Scheitern beim Fasten…

Überaus motiviert ging ich an meinen Fastenplan heran. So teilte ich mir die 6 Wochen Verzicht vor Ostern ein:

6 Wochen : Keine Schokolade,Kuchen,Kekse +

5 Wochen: Kein Alkohol +

4 Wochen : Kein Brot/Müsle /keine Nudeln/keinen Reis.. +

3 Wochen:  Kein Fleisch/keine Wurst +

2 Wochen: Keinen Kaffee +

1 Woche: Kein Handy, keine heisse Dusche

 

Wie ich scheiterte und was das Fasten sonst noch mit mir angestellt hat :

1.Woche:

Den Schokoladenverzicht habe ich fast durchgehalten. Nur am Betriebsausflug überredeten mich meine Arbeitskolleginnen zum Nachtisch: Eis in 3-facher Ausführung! Meine Ausrede: Tiramisu-Eis ist ja keine Schokolade. Naja. Und eine heisse Schokolade zählte ich zu den Getränken dazu…hüstel..

2.Woche:

+ Alkoholverbot: Kein Problem.

3.Woche:

+ Kein Müsli zum Frühstück.  Das Frühstück war leicht zum Ersetzen: Quark, Joghurt, Eier, Obst…da lässt sich noch ordentlich was zaubern.  In Unmengen futterte ich diverse Milchspeisen und Obst. Diesem Umstand habe ich es wohl zu verdanken, dass ich während der Grippe/Erkältungswelle eine der raren „Keimfreien“ war. Allerdings übersäuerte mein Magen ziemlich schnell.

Käse auf s Brot und das Problem wäre gelöst. Aber neiiiin. Brot ist ja tabu… Hier dann also die nächste Mogelei: Ich kaufte Grosspackungen an Wasa-Knäckebrot und belegte es dreifach, so dass dieses hauchdünne brotähnliche Gebilde unsichtbar wurde.

Ausserdem  aß ich gedankenlos bei diesem schon o.g. Betriebsausflug ein Gipfele…arrgh

Meine Stimmung sank . Müdigkeit bestimmt den Tag. Ich schob es mal auf das Wetter…

4.Woche:

+ Kein Fleisch und keine Wurst. Das wurde nun richtig kompliziert. Denn nur Salatblätter mit Tofu naschen halte ich nicht durch.  Rezepte wurden durchforstet und ich staune, was man so alles kochen kann. Aufläufe, Gemüseburger, Fisch, Suppen… So lecker habe ich schon lange nicht mehr gegessen.

Und trotzdem nahm die Müdigkeit zu.  Zudem wurde ich schnell reizbar und zickte des öfteren. Ich schob es wieder auf das Wetter und auf die überbordende Arbeit bei mieser Stimmung.

5.Woche:

+Keinen Kaffee. Das war Folter. Mein  morgendliches Ritual ,3 Kaffees zu schlürfen, wurde aufgehoben. Stattdessen fristete ich mein Dasein bei  Wasser und Tee.  Während der Arbeit blieb mir nur der neidvolle Blick in die Kaffeetassen der Arbeitskollegen…

Nun gelangte  mein psychischer Zustand an den  Rand des erträglichen.  Ich bin: müde, träge, schlecht gelaunt und nahe am Wasser gebaut. Und das 24 Stunden am Tag.

Aber irgendwie musste ich auch arbeiten. Also kommt die nächste Mogelei: entkoffeinierter Kaffee. In einer Ecke findet sich eine erst seit 2 Jahren abgelaufene halbe Packung .  Immerhin noch bräunliches Pulver , das sich mit dem verstaubten Bodum-Kaffeemacher in eine warme braune Brühe verwandeln lässt.

6.Woche:

+Kein Handy. Erstaunlich, wie schnell ich hier positives rausziehen konnte. Plötzlich hatte ich mehr Zeit. Morgens keine mails, sms und posts zur braunen Brühe mehr. Das bedeutete 15 min länger schlafen. Sehr wertvoll! Verabredungen wurden über das sogenannte Festnetz ausgemacht. Auch ganz nett.

In dieser letzten Woche wollte ich zusätzlich auch dem warmen Wasser entsagen und als Powerfrau dastehen. Stattdessen sah ich im Spiegel eine übermüdete und  kraftlose Visage, die am Rande des Nervenzusammenbruchs war. Also lies ich den letzten Teil einfach weg.

Dann kam  Ostern… Ich feierte Geburtstag mit Freunden bei Pizza, Schokolade und Sekt. Komisch. Seit diesem Tag geht es mit meiner Verfassung (und auch mit  meinem Gewicht) wieder  steil bergauf.

An was das wohl liegt? Habe ich mich mit den Mottos übernommen? Dabei habe ich sicherlich keine Defizite bei der Ernährung gehabt. Oder lag es doch nur am Wetter und an der Arbeit? (Wobei das Wetter und die Arbeit unverändert mies sind).

Fazit:

pfui:

  • Betriebsfeste sind böse.
  • Mogeleien =  Selbstverarschung = Scheitern
  • Übernommen und meine Disziplin überschätzt

 

 huis 

  • 2 kg Gewichtverlust
  • Smartphonezeiten bleiben reduziert , dadurch mehr Zeit

Das Unterfangen war eine einmalige Sache und wird  nicht mehr in dieser Art wiederholt. So!

 

 

Mottofasten

…hört sich für mich umsetzbar an. Bisher sah ich keine Notwendigkeit dies zu tun, aber als man(n) mich fragte, ob ich nicht auch in der Fastenzeit „Verzicht“üben möchte, nickte ich motiviert zu. Ehrlicherweise eher aus der Hoffnung heraus, dass ich meinen Wohlfühlwinterspeck etwas reduzieren kann, da sich dieser die letzten Monate  auffällig hartnäckig um die Hüften klammert und Hosen zum explodieren bringt.

Ausserdem schadet es nicht, wenn dieser täglicher Überfluss an Leckereien und Komfort ins Bewusstsein tritt. Ich möchte innehalten und reduzieren, damit ich  dankbar für das bin, was für mich schon eine Selbstverständlichkeit darstellt. Warum nicht.

Damit diese 6 Wochen nicht von Beginn an zum Scheitern verurteilt sind, entscheide ich mich für Fasten in Häppchen.  Jede Woche wähle ich einen zusätzlichen Verzicht zu meinem Hauptthema, der Süssigkeitenabstinenz.

Und so sieht mein Plan aus:

  • 6 Wochen keine Süssigkeiten (Kuchen/ Schokolade / Kekse etc., also alles, was mich seit November 2016 täglich begleitet und zu einem Suchtverhalten geführt hat. )
  • 5 Wochen kein Alkohol
  • 4 Wochen : keine Kohlenhydrate. Dazu zählt für mich: Brot/Nudeln/Reis/Müsli ….Arrgh. Das wird hart.( Bei anderen Inhaltsstoffen, die auch zu den Kohlenhydrate zählen, bin ich strikt zu faul, diese akribisch zu enttarnen)
  • 3 Wochen: keine Fleisch- und Wurstwaren
  • 2 Wochen: keinen  Kaffee ( Mist. Mein Laster schlechthin. Das gibt Entzugskopfweh!
  • 1 Woche: Das Mobiltelefon wird ausgeschaltet. Nur Anrufe über Festnetz sind angesagt. / Kein Warmwasser für die Körperpflege.

 

Ich bin gespannt, ob ich durchhalten werde und wie es sich anfühlt. Oder drehe ich dann völlig durch? Mal schauen.

Blinde Kuh

Auf einem Gutschein für mich, steht ein Abendessen in der Blinden Kuh in Zürich an. Zunächst bin ich etwas überfordert, da ich mir nichts darunter vorstellen kann. Erstaunlicherweise kennen das Restaurant viele meiner Mitmenschen. Es sei ein Dunkelrestaurant. Den Rest muss man selbst erleben. Für mich bedeutet dies eine Premiere.

Der Eingang erinnert an eine Rezeption eines Hotels. Ein netter Portier bittet uns die Tasche samt Inhalt in die bereitgestellten Spinds zu schliessen. Der Grund ist banal. Erstens ist es mehr als lästig, wenn im Dunkeln etwas verloren geht und zweitens werden so alle Lichtquellen eliminiert. Die Auswahl auf der Menükarte ist übersichtlich, was gut ist, denn man muss sich merken, was später gegessen werden will.

Ab nun ist alles neu. Eine Bedienung namens Elisabeth nimmt uns in Empfang. Sie selbst ist blind und gibt uns Instruktionen, wie wir uns drinnen verhalten sollen, wenn jemand sich unwohl fühlt, oder etwas bestellen möchte.

Die Hànde auf die Schultern des Vordermannes gelegt und los geht es in eine Art abgdunkelte Schleuse, damit man sich etwas an die Dunkelheit gewöhnen kann. Und drei Schritte weiter ist nichts mehr wie vorher.

Dunkelheit und Stimmengewirr dominieren in einer unbekannten Gegend. Nun müssen wir unserer Vorderfrau völlig vertrauen, dass wir unseren Tisch erreichen, ohne den anderen Gästen unterwegs den Tisch abzuräumen. Verbissen versuche ich irgendetwas mit meinen Augen zu erhaschen. Nichts. So eine Dunkelheit habe ich zuvor noch nie erlebt. Normalerweise erkennt man irgendwann Schatten oder Umrisse. Aber nicht hier. Es ist einfach nur finster und laut. Elisabeth führt uns sicher an die Plätze und weiß mit ausgesuchten Worten uns gut zu führen. Endlich kann ich sitzen und habe meine Umgebung schnell ertastet. Ich sitze an einem Rand. Neben mir nur ein Vorhang. Die Hände ganz sachte über den Tisch schiebend finde ich meine Freundin gegenüber. Wir bestellen ein Prosecco und bekommen ihn schon bald geliefert. Die Bedienung streift kurz orientierend an meinem Oberarm und stellt die Gläser ab. Oha. Anstossen ist eine Meisterleistung. Dann höre ich ein österreichische Stimme. Zuerst kann ich es nicht glauben, und doch ist es so. Ein Überraschungsgast für mich wird gerade auf den freien Platz neben uns geführt. Irre. Nur zu schade, dass ich sie weder umarmen noch sehen kann. Ich tätschel ihr aus Versehen vor Freude ins Auge und fege dabei fast das Glas vom Tisch.

Nun wird die Bestellung aufgenommen. Ich bestelle gefüllte Zucchini auf Kichererbsen und sonstigem Gemüse. Mein Spezial-Gast möchte sich ein Kotelett gönnen. Um den Kontakt zum Tisch nicht zu verlieren, hänge ich mit dem Oberkörper fast auf dem Tisch und tratsche mit meinen Freundinnen. Die Augen haben sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt und suchen unaufhörlich einen Punkt zum Fixieren. Das tut schon fast weh.

Zuerst werden wir von der Küche mit einem kleinen Häppchen bedacht. Zum Glück beschreibt Elisabeth genau, was vor uns steht. Ein gebogener Löffel, der auf einer kleinen Schale liegt,  der zusätzlich Essbares beherbergt. Die Anhaltspunkte sind super. So kann man sich ein innerliches Bild erschaffen und die Hände am Rand gleiten lassen.

„Magst Du ein Brot?“ Es dauert etwas, bis das Brot zu mir findet, denn erst verschätzen wir uns in der Höhe und zudem möchte man die Gläser auch nicht verschütten. Zwischenzeitlich steht auch mein Schorley vor mir, welches ich mir selbst nachschenken muss. Also schnell den Finger ins Glas stecken und einschenken, damit nichts überlaufen kann. Zum Glück sieht mich hier wirklich niemand. Ich schäme mich ein bisschen, denn eine gute Figur mache ich sicher nicht.

Der Hauptgang stellt eine noch grössere Herausforderung dar. Jede zweite Gabel landet leer in meinem Mund. Bis ich endlich die Zucchini aufgepikst bekomme. Dass ich die nicht mehr hergebe ist klar und ich beisse einfach Stück für Stück davon ab. Ob ich die Beilage vollständig aus dem Teller bekommen habe, weiss nur der Abwäscher. Schade, dass ich nicht sehe, was ich esse, denn es schmeckt richtig lecker. Meine Freundin mit dem Kotelett hat sich auch schon für die Fingerfood-Variante entschieden und knabbert genüsslich an ihrem Stück Fleisch. Unsere Bedienung kümmert sich gut um uns und wir kommen auch ins Gespräch. Wir bedanken uns für ihre ausführlichen Beschreibungen und Hilfestellungen und fragen, ob auch sie nur diese Dunkelheit wahrnimmt. Die Antwort stimmt nachdenklich. „Ja“, meinte sie. Sie ist blind und würde sich freuen, wenn auch in der Welt draussen, sich die Menschen etwas mehr Zeit zum Reden nehmen würde. Sie bekommst ihre Bestellung meist ohne Kommentar und so muss sie sich in einer fremden Umgebung immer auf etwas Unbekanntes einlassen. Eine Meisterleistung.

Der Nachtisch, der aus einer Eiskugel besteht, ist schon leichter zu löffeln. Jeder möchte natürlich von den anderen probieren. Bis die Kugeln allerdings die Runde durchlaufen haben, ist fast nur noch eine zerflossene Masse vorhanden. Dabei sind Tauschaktionen schon einfacher, da die grazilen Sektgläser abgeräumt wurden.

Das Reden ist anstrengend. In dem Stimmengewirr die einzelnen Gesprächspartner auszumachen, fordert Konzentration. Zudem irren immer noch wild die Augen hin und her. Auf der Suche nach einem klitzekleinen Licht. Das schmerzt schon richtig. Ich versuche die Augen zu schliessen, aber auch das klappt nicht.

Die unmittelbaren Nachbarn sind bereits wieder losgezogen. Sie hatten sich in dieser Dunkelheit nicht wohlgefühlt. Ja, diese Menschen können es sich aussuchen. Aber Menschen, wie Elisabeth? Wie gerne würde auch sie sagen:“ Führen sie mich bitte wieder ins Licht“.

Irgendwann sind auch wir satt und möchten weiter. Es dauert allerdings, bis sich von uns jemand traut den Namen unserer Bedienung durch den Raum ins Nirgendwo zu rufen. Seltsame Hemmschwelle, aber ohne sie sind wir völlig aufgeschmissen. Sie hört uns und geleitet uns wieder nach draussen. Zuerst passieren wir die Schleuse, um die Augen wieder etwas an das Helle zu gewöhnen. Autsch, tut das weh. Wie gleisend hell es plötzlich ist.

Dann Freude, denn ich kann endlich meine Freundin sehen und umarmen. Ich mustere sie von oben bis unten, denn ich hatte sie schon lange nicht mehr gesehen. Ich kann sehen und ich freu mich um so mehr.

 

Ganz herzlichen Dank an das Team von dem Dunkelrestaurant „Blinden Kuh“ in Zürich. Es ist wirklich eine Erfahrung, die beängstigend, neu und sehr speziell ist. Ich hoffe, dass ich das nächste Mal empathischer und offener auf eine blinde Person zugehe.

Thrombosespritze

Ein aufgewühlter Anruf einer Freundin zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Sie muss sich einige Tage  prophylaktisch (= vorbeugend) Thrombosespritzen verabreichen. Zwar gibt es eine gute Anleitung zum Gebrauch der Spritzen, aber sich selbst eine Nadel in ein Körperteil zu stecken, ist nicht jedermanns Sache. Der Bitte, dass ich diesen Part übernehme, komme ich gerne nach.

Der Inhalt der Thrombosespritze wird subkutan ( unter die Haut , in das Unterfettgewebe) gespritzt. Dort wird es von den Zellen aufgenommen und in den Blutkreislauf transportiert, wo die Wirkung beginnt.  Als Einstichsort etabliert hat sich der Bauch, oder auch der Oberschenkel.

Wie geht man vor:

  • Geplante Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer desinfizieren und einwirken lassen ( ca. 30 sek).
  • Fertigspritze aus der Verpackung nehmen.
  • Gummistopfen von der Nadel ziehen.
  • Mit einer Hand (am besten mit Daumen und Zeigefinger) die Haut an der Einstichstelle wegziehen und ein Röllchen bilden.
  • Die Nadel senkrecht und gerne etwas zügig in diese Hautfalte stecken. Picks. (Die Nadel ist so fein, dass man sie fast nicht spürt)
  • Nun das Medikament langsam(!!) injizieren.  Dazu den Kolben an der Spritze runterdrücken.
  • Die Nadel wieder senkrecht rausziehen.
  • Die Nadel entsorgen ( nach Anleitung, damit keine Stichverletzung möglich ist)

Ein leichtes Brennen oder Druckgefühl ist häufig und muss nicht beunruhigen.

Ich pikse lieber ( was man wohl hier schon erkennen konnte), als gepikst zu werden. Und diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn anschliessend folgte natürlich ein obligatorisches Frauengespräch ;-). Durchweg ein gelungener Abend!

 

 

Brandblase aufstechen ?

Zisch.

Den berühmten Test, ob das Bügeleisen noch heiss ist, wollte ich unbedingt auch mal machen. Und schon war sie da. Die Brandblasen, die sich trotz kaltem Wasser aufbläst und vor sich hin gurgelt. Man spürt es bei jedem Handgriff und popelt gedankenverloren unaufhörlich an ihr rum.

Da stellt sich doch mal die Frage: Aufstechen? Oder doch abwarten?

Eine Brandblase ist eine Verbrennung 2. Grades. Als Schutz für die eigentliche Verletzung bildet sich diese Blase. Somit können keine Bakterien eintreten und dem Heilungsprozess steht nichts im Wege. Mit einem Stich rein, sieht das gerne mal anders aus und das Elend entzündet sich auch noch. Doppelter Mist sozusagen.  Also brav sein und abwarten!

Und wer nicht widerstehen kann, sollte die Wunde  desinfizieren ( in den Apotheken gibt es kleine abgepackte Alkoholtupfer, die man für viele Dinge benutzen kann) und etwas verbinden. Das ist meine Strategie, da ich leider zu der Popelfraktion gehöre….

 

 

10 kleine Helferlein…

…lenkten meinen Blick auf etwas, was ich fast schon vergessen schien: Hilfe von Freunden annehmen zu können.

Keine Ahnung wann es begann.  Wollte ich keinem zur Last fallen?  Bloss niemanden um einen Gefallen bitten. Sogar, wenn Hilfe angeboten wurde, lehnte ich ab. Die Gründe? Hmm. Keine Ahnung. Wollte ich immer nur die Starke sein, die alles alleine bewältigen kann? Keine „Schulden“ bekommen?

Nun war es so weit. Ein Umzug stand an. 2 Wohnungen. Putzen und Streichen verlagerte ich nach Extern. Ein Kostenfaktor, den ich nicht bedachte. So reichte das Budget  nicht auch noch für eine Umzugsfirma.

Und nun? Ich war am Anschlag und brauchte Hilfe.

Und plötzlich waren sie alle da. Meine Freunde und Kollegen. Ohne grosse Worte. Einfach da! Und nahmen mir einen riesigen Druck von den Schultern. Dass ich den gemieteten Sprinter immerhin heil vor die Haustüre bekam, war an diesem Tag  meine grösste Aktion. Während neun sich als ausdauernde Schlepper entpuppten (ich wohnte immerhin im Dachgeschoss ohne Lift), stopfte der 10te Helfer in bester Tetris-Manier kunstvoll das Auto voll.  Die neue Wohnung ist zum Glück im ersten Stock und somit schneller wieder befüllt. Eigentlich wäre die Hilfe schon genug, aber es ging einfach weiter. Auspacken, aufbauen, zwischendurch Brötchen schmieren, putzen, einräumen. Sogar ein defekter Wasserhahn wurde repariert.

Nachmittags sass ich ungläubig und unglaublich erleichtert an meinem Tisch.  In wenigen Stunden zauberten diese Jungs und Mädels mir ein neues Wohngefühl. Auch Wochen danach bekomme ich weiter Hilfe angeboten. Der Umgang mit Strom lag mir nämlich auch nicht sonderlich.

3 Wochen später hat sich in meiner Wohnung noch immer nicht viel verändert. Keine Zeit für Firlefanz, dekorieren, Lampen aufhängen, Wände streichen. Der Druck ist weg. Denn die Utensilien, die ich zum Wohlfühlen benötige, stehen schon seit Beginn an ihrem Platz.

 

Es ist ein wunderbares Gefühl, Freunde zu haben. Danke für Eure Hilfe! Und dass ich sie annehmen durfte.

 

Klassische Massage

Wer kennt das nicht: Stress, einseitige Bewegungen, Bewegungsmangel führen auf Dauer zu physischen und psychischen Problemen. Wer dann in den Genuss einer Massage kommt,  genießt sie in vollen Zügen. Zwischen 20-90 min darf man schnurren und sich der Wärme und den wohltuenden Berührungen hingeben.

Obwohl die Wirkungen einer Massage auf den Menschen bekannt sind, werden Massagen immer seltener verschrieben und bezahlt. Die Alternative selbst zu zahlen, scheitert meist am Geldbeutel. Daher verwundert es nicht, dass meine Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen sofort inne halten, wenn meine Hand nur die kleinste Andeutung einer Massage ankündigt. Dabei bin ich nur Hobby-Muskel-Drückerin und bin nicht sehr kreativ in meinen Griffen.

So beschloss ich, mich mehr mit der klassischen Massage  zu beschäftigen. Sie ist die älteste Massageart und ich kann sie gut mit meiner klinischen Ausbildung vereinbaren. Sie gehört zu den direkten Massagen. In Deutschland dürfen nur Masseure, Physiotherapeuten und Heilpraktiker diese Massage anbieten und einen Körperteil „behandeln“. Allerdings ist die klassische Massage kein geschützter Begriff, so dass man diese Massage in vielen Spas, Hotels und anderen Einrichtungen erhalten kann. Allerdings ist es hier ein Tabu, eine Diagnose zu stellen oder das Wort Therapie in den Mund zu nehmen. Verständlicherweise, denn der Körper ist nun mal sehr komplex und es gibt einiges zu beachten. Aber wer hat schon was gegen eine Wellness-Massage einzuwenden?

So meldete ich mich also mutig bei einem 2-Tages-Seminar an, um Grifftechniken zu lernen. Berührungsängste kenne ich nicht, dennoch war mir etwas mulmig zumute.

Die Vorstellungsrunde der Teilnehmer war spannend: 14 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können: Von Hausfrauen bis zum IT-ler, über Esoteriker und Hobbymasseure…alles dabei. Da ein gemeinsames Ziel bekanntlich verbindet, war die Atmosphäre schnell entspannter und die Gruppen bildeten sich ebenso unkompliziert.

Nach einer kurzen und informativen Stunde über Rechte, Indikationen und Komplikationen… ging es sofort an den Mann bzw. die Frau. Jetzt wurde es anstrengend. Unter Aufsicht wurde massiert, erklärt, massiert, Haltung korrigiert, massiert und nochmals massiert. Nach zwei Tagen kneten, walken, streichen und reiben, sind einige Grundgriffe gelernt und an verschiedenen Personen getestet. Die Ganzkörpermassage, die jedoch jeder am Ende des Kurses selbst bekam, entlohnte für die Mühe davor.

Nun heißt es verinnerlichen und viel üben. Der Wille ist da, nur die Zeit ist etwas knapp. Eine Massageliege ist bereits gekauft und steht mitten im Büro, was nicht besonders dekorativ ist, aber nicht anders regelbar ist. Freiwillige finden sich- oh Wunder- ohne Probleme.

Noch bin ich selbst angespannt, aber ich freue mich auf die Zeit, wenn ich beim Massieren selbst  zur Ruhe komme. Eine gute Ergänzung zu meinem restlichen Leben. Es ist schön zu sehen, wenn alte Menschen  allein durch die Berührungen mehr Lebensenergie bekommen, oder das Kopfweh einer Freundin verschwindet…..

Das einzige Problem dabei: Ich werde wohl weiterhin das Auffüllen meines Energiespeicher durch Massage bezahlen und planen müssen. Schniff. Oder gibt es Freiwillige? Dann gerne eine Mail an mich 😉

Mutig oder übermütig

Einen dieser Stempel bekomme ich tagtäglich bei irgendwelchen Aktionen auf die Stirn gedrückt.
Definieren meine Mitmenschen Mut als freiwilliges Eingehen eines Risikos oder als moralische Heldentat, hat es mal einen negativen oder eben auch einen positiven Touch.

Egal ob ich  eine Schlägerei schlichten möchte, alleine reise,  Motorrad fahre, klettere, spontan mit fremde Menschen ein Hotelzimmer teile (aus der Not heraus ;-)) ….ständig bekommen diese Aktionen das Prädikat mutig, unverantwortlich oder sonstiges angehängt.

Wie auch immer. Für mich bedeutet es einfach Angst zu überwinden. Tag für Tag konfrontieren mich Situationen, die eine Entscheidung fordern. Der ständige Begleiter, namens Angst, meldet sich zu Wort.  Das Abwägen von Nutzen und Gefahr macht die Entscheidungsfindung nicht leichter. Angst vor dem Ungewissen, vor möglichen Gefahren und Komplikationen kann sie sogar lähmen.

Diese lähmende Angst zu besiegen ist meine Motivation neues zu versuchen. Manchmal klappt es und manchmal eben nicht. Aber ich bleibe dran!

 

Mut bedeutet nicht , keine Angst zu haben.

Mut ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst.

„Ambrose Red Moon“

 

 

 Versuche es! Glaube an Dich. Und wenn es nicht klappt, dann stehe auf und mache es nochmals.

„E. N.“

Leben und Tod

Jeden Menschen trifft es irgendwann mal und er wird sterben. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt. Wie ein Faustschlag ins Gesicht trifft es die Angehörigen und Freunde, die sich plötzlich mit dem Thema Sterben /Tod auseinandersetzen müssen. Beerdigungen gehen in Trance vorbei und man versinkt in den eigenen Gedanken. Bekommt Angst. Gerade Senioren im hohen Alter, oder Kranke sehen vielleicht sich schon selbst als nächster. Oder man reflektiert das eigene Leben und ver-zweifelt eventuell am bisherigen Verlauf.

Ich finde die Aussagen von Bronnie Ware richtig. Immer wieder muss man sich die Frage stellen: „Lebe ich mein Leben so, wie ich es will?“ Oder lässt man sich zu sehr von der Aussenwelt beeinflussen? Schon kleine Veränderungen können das Leben lebenswert gestalten und das Glück herausholen.

Wer ein erfülltes Leben gelebt hat, kann besser loslassen. Hier ein kleiner Auszug von Bronnie Ware, die für ihr Buch: 5 Dinge, die Sterbende am meiste bereuen bekannt ist.

scharenweise Männer

Ich kann mich eigentlich nicht beklagen. Zuhauf liegen mir die Männer zu Füssen oder lassen sich sanft in meine Hände gleiten…. nun… ich kann nichts dafür….fast nichts. Leider hat es aber auch nichts mit mir zu tun. So rein gar nichts. Seufz.

Der Grund dafür ist meist grün, rosa oder blau und etwas spitz. Es macht kurz pieks und schon ist  es um die Männer, manchmal auch Frauen, geschehen. Unsere Venflons (= Nadeln) für die Blutentnahmen oder intravenöse Zufuhren von diversen Stoffen, haben zeitweise eine beeindruckende Wirkung auf meine Patienten. Der Kreislaufkollaps kündigt sich an.

Dass vor allem Männer sehr sensibel auf diesen kleinen Pickser reagieren ist ein ungeklärtes Phänomen. Besonders „gestandene „Männer lassen sich in dieser Situation, mit einem nicht allzu glücklichen Gesichtsausdruck, auf Nähe mit mir ein ;-).

 

Leider wissen einige Patienten um ihre Kollapsneigung bei Blutentnahmen etc. und trauen sich aus Schamgefühl nicht, mir dies mitzuteilen. Dabei wäre es für alle Beteiligten einfacher, wenn dies gesagt wird.

So kann man  einem Kollaps entgegenwirken:

  • Die „Nadel“ wird liegend gelegt.
  • Beim Stich kann der Patient mit belanglosem Gerede abgelenkt werden.
  • Kalte Lappen auf der Stirn und Wasser zum Trinken sind kleine Helfer.

Also keine Scheu bei der nächsten Begegnung mit einer Nadel.