Kategorie -Alltag

Fremdgesteuert und deprimiert

Selbstbestimmung ist zur Zeit ein Fremdwort für mich. Gar nicht gut. Vieles, was mir gut tut, ist in den Hintergrund gerutscht.

Gesundheitlich stark angeschlagene liebe  Menschen benötigen volle Aufmerksamkeit . Ihre Anforderungen/Erwartungen an mich übersteigen teilweise meine Kraft und meine zeitliche Ressourcen. Meist subtil, manchmal aber auch angriffslustig äußern die Kranken und Hilfsbedürftige ihren Unmut, dass ich mich so selten blicken lasse. Ich enttäusche.

Das Krankenhaus läuft auf Hochtouren. Der Winter beschert meist ein ausgebuchtes Haus. Im Gegenzug ist das Arbeitsteam im Winter krankheitsbedingt reduziert. Konzentration, Flexibilität und Ausdauer ist gefragt.Trotz Vollgas wird genörgelt und gemosert. Ermüdend.

Ein wöchentliches Klettertraining ist bezahlt. Hetze gleich nach der Arbeit los, um einigermaßen rechtzeitig dort zu sein. Bevor es losgeht, bin ich schon fertig wie ein Schnitzel. Meine Leistung ist lausig.

Meine Woche hat definitiv zu wenig Tage/ Stunden. Vollgestopft mit Spätdiensten, Besuchen, Besorgungen bleibt der Rest auf der Strecke. Meine Freunde sind enttäuscht, weil ich viele Absagen erteile und mich selten auf ein Treffen festlege.

Frustration hat sich breitgemacht. Das muss sich ändern. Schliesslich will ich wieder die Power-Frau sein, die  neugierig auf das Leben ist und es geniessen kann.  Für mein Glück bin nur ich verantwortlich, dann möchte ich es auch selbst bestimmen können.

 

 

 

 

 

Eine Reise in die Vergangenheit

Da hat sich die letzten Jahre aber mächtig viel getan. Aus schwarz wurde weiss. Der Stuhl verschwand zum Glück auch aus dem Bild. Inzwischen darf glücklich gelächelt werden . Hier habe ich einige Hochzeitsbilder aus einem Familienalbum:

 

Klasse sind jedoch die Kinderfotos. Spielende Kinder im Laufstall. Arbeitende Kinder. Kinder, die  Spass haben:

Und natürlich dürfen nicht die jungen Männer und Frauen fehlen..

 

 Es war  anders und doch irgendwie gleich…

Ramsch-Schnäppchen-Häppchen und viele Begegnungen

Grenzüberschreitender und 48-Stunden-Flohmarkt ! Wie ich es liebe. Wieder durfte ich mit Freunden einen Stand mitbestücken. Der Schrank wurde ausgemistet. Gelegenheit um Staubfänger loszuwerden. Kleidungsstücke, in die man auch in 5 Jahren noch nicht reinpassen wird, verlassen endlich die hintere Schrankecke. Das Verkaufsgut wird mit ein  paar Dachbodenfunde und sonstigen Highlights aufgepeppt.

Feilschen, Handeln …liegt mir gar nicht. Meist bekomme ich gerade die Standgebühr raus und kann mit dem Restgeld lecker essen gehen. Ein schlechter Stundenlohn. Warum ich mir das trotzdem antue?

Es geht gar nicht ums Gewinn machen ( wer hätte das gedacht), sondern um das Drumrum (auch nicht zum ersten Mal gehört). Ich geniesse es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Begegnungen mit allen möglichen und unmöglichen Menschen sind garantiert und überaus spannend.

…und ja.. ich habe  auch wieder kräftig eingekauft. Liegt vielleicht nächstes Jahr dann wieder auf meinen Tisch zum Verkauf…

Hier einfach ein paar Impressionen des 48-Stunden-Flohmarktes: ( die abgebildeten Personen gaben die Erlaubnis zur Veröffentlichung)

 

 

Vorurteil

Mit voller Breitseite in die Vorurteilsfalle getappt!

Während einer Felskletterei versuchten sich ebenfalls zwei Deutsche am Fels. Lautstark konnte jeder die Kommunikation mitverfolgen.Die obligatorischen Zurufe, die beim Klettern wichtig sind, wurden um Vielfaches des üblichen Lärmpegels zugeworfen. Aber auch die normalen Gespräche und Foppereien wurden mehr geschrien. Der Mann fiel in diesen Situationen besonders auf  : Ein verlebter Eindruck unterstrich die Derbheit: Lang, breit, aber nicht sportlich; ein Tattoo auf dem Nacken und auf dem Kopf ein Kopftuch, unter dem ein paar lange Zotteln hervorlugten.

Die Augen wurden verdreht und die Nase gerümpft.

Irgendwie kamen wir dann doch ins Gespräch. Er kam zu uns und brüllte und Fragen zu. Die Antworten kamen allerdings nicht wirklich an sein Ohr. Wir mussten vieles wiederholen. Dabei kam heraus, dass er einen Hirntumor hat, der bestrahlt wurde. Dabei wurden das Ohr verletzt  (auch im Ohr hat es Härchen, die allerdings nicht mehr nachwachsen, aber fürs Hören und Gleichgewicht wichtig sind). Nun hört er auf jedem Ohr nur noch 20%. Pfff. Dabei zieht er sein Tuch herab,um die verbliebene Haare zu ordnen. Freier Blick auf eine riesige OP-Narbe und einer grossen kahlen Stelle. Tuch wieder drauf und ein nettes Gespräch folgte. Nicht verlebt, sondern gezeichnet ist die Wahrheit…

Der erste Eindruck war mächtig daneben! Sch….

Ich wünsche ihm und seiner Frau alles Gute.

Traurig…

Das ging unter die Haut!. Ein 40-jähriger Mann spürte am Abend, dass der Mundwinkel runter hing.  Aber er machte sich keine Sorgen, denn schon vor einem halben Jahr hatte er ein ähnliches Phänomen erlebt, was wieder verschwand. Dieses Mal leider nicht. Über Nacht entwickelte er auch eine Halbseitenlähmung , was ihn schliesslich zu mir 12 Stunden später ins MRT brachte.

Diagnose: Ein Schlaganfall!  Wie er sich davon erholen wird, wird sich zeigen, aber Fakt ist, wenn er sofort beim hängenden Mundwinkel das Krankenhaus aufgesucht hätte, wären die Chancen viel viel besser. In einer Klinik , die eine „Stroke-Unit“ beinhaltet, wird sofort reagiert und entsprechend gehandelt….

TIME IS BRAIN!

Es kann jeden treffen…

Eine gute Arbeitskollegin muss aktuell mit der Diagnose Brustkrebs klarkommen… Von heute auf morgen neue Situationen, Prioritäten,Gefühle, Gedanken.

  • Ich denke: “ Mich trifft es sicher nicht“
  • Ich schau‘ mich um: In meinem Arbeitsumfeld haben 20% die Diagnose Krebs. In meiner Familie kämpfen 30% gegen ihn an. Manche haben den Kampf  schon verloren.
  • Ich muss weinen.
  • Ich hoffe.
  • Ich bin dankbar, ich lebe und bin noch gesund.

DKMS // Blood Cancer Day

Der erste World Blood Cancer Day findet am 28. Mai statt. Gemeinsam mit Ihnen und vielen anderen möchten wir ein Zeichen gegen Blutkrebs setzen: #wbcd

Einfach mal reinschauen.. für wenig Auwand kann man Leben retten. Vielleicht auch Du? -> www.dkms.de