Kategorie -Arbeit

Besserwisser…

Immer diese Diskussionen. Vor allem deutsche Patientinnen haben, dank der vielen panikverbreitende Berichte  über Strahlung, eine gewisse Strahlenphobie entwickelt. Nervig, vor allem wenn diese Damen im Notfallröntgen dann noch der Meinung sind, alles besser zu wissen und auf Strahlenschutz bestehen.

Im Nachtdienst hatte ich eine junge Frau, bei der ich eine Beckenaufnahme anfertigen sollte. Aber natürlich nur mit einer Bleischürze. Am besten über das ganze Becken….Arggh. Meine Erklärungen (ich bin schliesslich die Fachfrau) wurden ignoriert. Sie hat es schliesslich  gelesen, dass man da was drüberlegen muss. …Aha. Ablehnen möchte  sie diese Aufnahme auch nicht.

Nach 15 Minuten habe ich es aufgegeben.Dann zurück auf den Notfall geschoben (nachdem ich meinen Rücken mit x-Mal herumziehen der granziösen 100 kg Dame  gefordert habe). Soll sich der Notfallarzt mit ihr beschäftigen. Das klappt  meistens, denn schliesslich ist er ein Mann und hat ein Arztkittel an. So kam sie dann doch nochmals zu mit. Das war das schweigsamste Röntgen seit langem 🙂 . Hi.

 

 

Motorrad-Schutzkleidung im Sommer

Arbeitslos werde ich wohl vorerst nicht. Dank den vielen Zweiradfahrer, die einen Sturz ohne Schutzkleidung hinlegen und mich anschliessend im Krankenhaus besuchen.

Heute hatte ich einen 35 Jährigen, der sich mit einer Hummel während dem Fahren anlegte. Das arme Tier erleidete einen schnellen Tod am Oberschenkel des Fahrers, während der Mopedfahrer zum Glück  beim Sturz mit „nur“ starken Schürfwunden davonkam. Man beachte, dass bei gewissen Traumen jedoch grössere Ausschlussdiagnostik gemacht wird. Das ist aufwendig, teuer und für Mitarbeiter und Patienten belastend.

Schaltet das Hirn ab 25 Grad aus? Immer wieder sitzen Fahrer/Sozia-o mit Flip Flops und kurzen Hosen auf dem Zweirad und geniessen den Fahrtwind. Man könnte schliesslich in der Schutzkleidung etwas ins Schwitzen kommen!

Dies ist mal eine Miniauflistung der häufigsten Tätigkeiten bei Verletzten ohne Schutzkleidung (leichte Stürze) :

  • Stundenlanges Rauspopeln von Kieselsteinen aus Wunden. (Riesen Arbeitsaufwand)
  • Eingebrannte Jeans aus der Haut entfernen (wer wissen  will wie es sich anfühlt, muss einfach mit Stoffhöschen bei 20 km/h auf dem Asphalt schlittern)
  • Knochenbrüche reponieren/operieren… (an exponierte Stellen, die mit Protektoren seltener wären)
  • Starke Verbrennungen (wer steckt denn schon einen heissen Auspuff einfach so weg) versorgen.

Ach Leute…*seufz*. Ich weiss, dass es Überwindung kostet auch bei Hitze und kleinen Strecken ins Leder zu schlüpfen. Aber vergesst bitte nicht, dass „ohne“ sehr schmerzhaft sein kann. Ich gönne es keinem, nur wegen einer kurzen Unüberlegtheit, im Krankenhaus zu landen.

Allen motorisierten Zweiradfahrern eine gute Fahrt!

 

 

Traurig…

Das ging unter die Haut!. Ein 40-jähriger Mann spürte am Abend, dass der Mundwinkel runter hing.  Aber er machte sich keine Sorgen, denn schon vor einem halben Jahr hatte er ein ähnliches Phänomen erlebt, was wieder verschwand. Dieses Mal leider nicht. Über Nacht entwickelte er auch eine Halbseitenlähmung , was ihn schliesslich zu mir 12 Stunden später ins MRT brachte.

Diagnose: Ein Schlaganfall!  Wie er sich davon erholen wird, wird sich zeigen, aber Fakt ist, wenn er sofort beim hängenden Mundwinkel das Krankenhaus aufgesucht hätte, wären die Chancen viel viel besser. In einer Klinik , die eine „Stroke-Unit“ beinhaltet, wird sofort reagiert und entsprechend gehandelt….

TIME IS BRAIN!

Umfunktionierter Bleischutz

Eine Lendenwirbelsäule sollte ich bei einem jungen Mann aus Serbien röntgen. Ich bat ihn, sich in der Kabine  entsprechend zu entkleiden und eine Hodenkapsel anzulegen. Allerdings hatten wir Kommunikationsprobleme, denn mein Kunde und ich hatten keine gemeinsamen Fremdsprachenkenntnisse. Es blieb nur die gute alte Hand-Fuss-Verständigung. So versuchte ich die Handhabung dieses Bleischutzes irgendwie begreiflich zu machen. Mit grossen Augen gab er mit einem Nicken an, dass er mich wohl verstanden habe. Nach langem Gebastel hinter der Kabinentür, kam schliesslich ein strahlender Patient und übergab mir die nun mit Urin gefüllte Kapsel…Nun hatte ich die grossen Augen und musste mir ein Lachen verkneifen!

Hier für Euch ein Bild einer sog. Hodenkapsel, die u.a. für Männer beim Röntgen benutzt wird.

Hodenkapsel in Aktion (1)

 

Mammographie

Keine Angst vor der Mammographie!

Brustkrebs ist noch immer bei Frauen die häufigste Krebsart. Nun versucht man mit Screening dies ein bisschen einzudämmen. Dadurch werden mehr Frauen mit der Mammographie konfrontiert.

Andere Frauen sind event. familiär vorbelastet oder haben gar etwas ungewöhnliches getastet. Dann ist die Röntgenuntersuchung primär sicherlich die richtige Entscheidung. Hier kann man schon gut Veränderungen sehen. Bei suspekten Befunden oder bei dichtem Drüsengewebe werden ergänzende Untersuchungen gemacht.

Gerade heute kam lauthals schimpfend eine „Kundin“ aus dem Untersuchungsraum und wetterte gegen die arme MTRA. Eine Masochistin sei sie, da sie die Brust viel zu fest eingeklemmt hatte–nach ihrer Meinung. Aufwendige Arbeit, die armen wartenden Frauen im Wartezimmer , die das ganze Spektakel natürlich mit grossen Augen und Ohren verfolgten, wieder zu beruhigen.

Tut das wirklich so weh?  Normalerweise nein. Das Drüsengewebe muss tatsächlich etwas komprimiert werden. Bei kleinen Brüsten zieht das etwas mehr, vor allem am Rand und an der Haut am Brustwand. Schliesslich will man so viel wie nur möglich auf das Bild bekommen.  Zudem wird das vorhandene Drüsengewebe aufgefächert und besser beurteilbar. Fixiert ist es ebenfalls…Normalerweise 4 Aufnahmen mit ein paar Sekunden Druck sollte auszuhalten sein. Der Nutzen ist wesentlich höher.

Ausnahmen gibt es natürlich immer. Bei Narben, Entzündungen, festem Drüsengewebe, falscher Aufnahmezeitpunkt im Zyklus…Dazu kommen Jammerlappen und Maulerinnen. Die MTRA muss die Aufnahmen nach sehr strengen Regeln fertigstellen und wird in engmaschigen Kontrollen bewertet. Also ruhig Vertrauen schenken und durch!

Ein paar Trostworte an die älteren Damen. Mit der Zeit nimmt das feste Drüsengewebe ab und dafür das Fettgewebe zu. In der Mammographie ein Pluspunkt. Drückt weniger und ist einfacher zu beurteilen!! Na also….:-)