Kategorie -Arbeit

Pro und Contra – Grippeimpfung

Mit Nachdruck wurde dieses Jahr im Krankenhaus  die Werbetrommel für die Grippeimpfung gerührt.  Die letzten Jahre zeigten, dass sich  scheinbar nur 10% des Personals impfen liessen.  Ab Mitte Oktober wird  alljährlich eine Impfung für alle Mitarbeiter kostenfrei angeboten. Und prompt starten die zahlreichen Disskussionen darüber, ob eine Impfung überhaupt sinnvoll ist.

Häufige Diskussionspunkte:

  • “ Der Arbeitgeber möchte nur den Krankenstand des Personals in der Grippensaison reduzieren“.

Vermutlich auch ein Grund. Na und? Wer lieber krank im Bett liegt, anstatt zu arbeiten, sollte sich Gedanken über seinen Beruf machen.

  • „Nach der Impfung bin ich immer krank“

Bei diesem  Satz rollen sich meine Fussnägel auf! Denn eine Impfung löst keine Grippe aus. Höchstens kurzweiligen Beschwerden oder Unwohlsein können auftreten. Und die Impfung schützt nicht vor einer Erkältung, die nicht mit einer Grippe gleichzusetzen ist (das sollten aber Krankenhäusler wissen)

  • „Ich lass mir nichts aufzwingen“. 

Sind wir hier im Kindergarten? Natürlich darf keiner gezwungen werden (wobei die bekannten Pflichtimpfungen  gute Dienste geleistet haben) . Gehört man nicht zu der Risikogruppe und hat  keine Überempfindlichkeit  der Impfstoffbestandteile , sollte der gesunde Menschenverstand ausreichen. Als Gesunder verkraftet man eine Grippe gut, aber steckt man einen Menschen mit erhöhtem Risiko an, kann dies bis zum Tode führen.

 

Ich bin der Meinung, dass der Nutzen einer Impfung erheblich höher ist, als die mutmasslichen (noch nicht bewiesenen) Komplikationen, die auftreten können.

Wer geimpft werden sollte:

  • Alte Menschen ab ca 60 Jahre
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem
  • Berufsgruppen mit erhöhter Gefährdung (z.B. Pflegepersonal, Ärzte…)

 

Wer nicht geimpft werden sollte :

  • Allergiker gegen Hühnereiweiss
  • Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen einen Impfstoffbestandteil
  • Immunsuppremierte Menschen
  • Ausgenommen sind auch Impfwillige, die jedoch aktuell eine Infektion durchstehen müssen.

 

 

 

Ich wünsche Euch allen eine grippefreie Zeit!

 

Nasenbeinbruch

Eine gebrochene Nase ist meist das Resultat aus einer Schlägerei oder einer Tollpatschigkeit. Der Träger dieser Nase fällt aus diesem Raster raus. Einen fast romantischen Touch hat diese kleine Geschichte :

Er stolperte, als er die Treppen zu seiner Freundin hochstieg. In den Armen hielt er einen Rosenstrauss, den er schliesslich nicht loslassen durfte. So knallte er frontal mit der Nase an die Eingangstüre. Hach!

 

Röntgenschutz bei Frauen

Ich bekomme ab und zu Anfragen betreffend Strahlenschutz für Frauen beim Röntgen….In meinem kleinen Aufreger Besserwisser, kann man vielleicht schon erahnen, dass es nicht immer möglich ist. Da die zu schützenden Organe im kleinen Becken liegen (beim Herrn sind sie bekanntlich ausserhalb und etwas tiefer), kann man z.B. bei einer Beckenaufnahme oder auch einer Lendenwirbelsäule keinen Schutz anwenden.Hier würde man einige Knochenstrukturen überdecken. Auch eine Bauchaufnahme muss ohne Schutz auskommen.

 

 

 

Bei Kontrollaufnahmen von Hüften, kann man es sich überlegen. Da die Lagerung und Grösseneinschätzung des Ovarienschutzes schwierig ist und es zudem diverse Messungen bezüglich effektiven Schutz gibt, wird auch hier oft darauf verzichtet. (Obwohl von oben angeordnet). Bei den meist anderen Röntgenuntersuchungen sollte ein Schutz angelegt werden.

 

 

Ich rede hier nur vom Röntgen. Nicht mit CT (= Computertomographie), Nuklearmedizin und Strahlentherpie gleichzusetzen. Da sieht es anders aus. Zudem gibt es einige andere Kriterien, die die Krankenhäuser unterschiedlich bestimmen.

Dennoch wird vor allem bei Hausärzten leider häufig ohne Schutz geröngt. Traut Euch und fragt nach!

 

Suchbild

Da hatte ein kleiner Bub wohl wieder Langeweile und tobte sich an Papas Heftklammern aus. Nur dumm, dass der Kleine sich gerade in der „oralen“Phase befindet….

 

Besserwisser…

Immer diese Diskussionen. Vor allem deutsche Patientinnen haben, dank der vielen panikverbreitende Berichte  über Strahlung, eine gewisse Strahlenphobie entwickelt. Nervig, vor allem wenn diese Damen im Notfallröntgen dann noch der Meinung sind, alles besser zu wissen und auf Strahlenschutz bestehen.

Im Nachtdienst hatte ich eine junge Frau, bei der ich eine Beckenaufnahme anfertigen sollte. Aber natürlich nur mit einer Bleischürze. Am besten über das ganze Becken….Arggh. Meine Erklärungen (ich bin schliesslich die Fachfrau) wurden ignoriert. Sie hat es schliesslich  gelesen, dass man da was drüberlegen muss. …Aha. Ablehnen möchte  sie diese Aufnahme auch nicht.

Nach 15 Minuten habe ich es aufgegeben.Dann zurück auf den Notfall geschoben (nachdem ich meinen Rücken mit x-Mal herumziehen der granziösen 100 kg Dame  gefordert habe). Soll sich der Notfallarzt mit ihr beschäftigen. Das klappt  meistens, denn schliesslich ist er ein Mann und hat ein Arztkittel an. So kam sie dann doch nochmals zu mit. Das war das schweigsamste Röntgen seit langem 🙂 . Hi.

 

 

Motorrad-Schutzkleidung im Sommer

Arbeitslos werde ich wohl vorerst nicht. Dank den vielen Zweiradfahrer, die einen Sturz ohne Schutzkleidung hinlegen und mich anschliessend im Krankenhaus besuchen.

Heute hatte ich einen 35 Jährigen, der sich mit einer Hummel während dem Fahren anlegte. Das arme Tier erleidete einen schnellen Tod am Oberschenkel des Fahrers, während der Mopedfahrer zum Glück  beim Sturz mit „nur“ starken Schürfwunden davonkam. Man beachte, dass bei gewissen Traumen jedoch grössere Ausschlussdiagnostik gemacht wird. Das ist aufwendig, teuer und für Mitarbeiter und Patienten belastend.

Schaltet das Hirn ab 25 Grad aus? Immer wieder sitzen Fahrer/Sozia-o mit Flip Flops und kurzen Hosen auf dem Zweirad und geniessen den Fahrtwind. Man könnte schliesslich in der Schutzkleidung etwas ins Schwitzen kommen!

Dies ist mal eine Miniauflistung der häufigsten Tätigkeiten bei Verletzten ohne Schutzkleidung (leichte Stürze) :

  • Stundenlanges Rauspopeln von Kieselsteinen aus Wunden. (Riesen Arbeitsaufwand)
  • Eingebrannte Jeans aus der Haut entfernen (wer wissen  will wie es sich anfühlt, muss einfach mit Stoffhöschen bei 20 km/h auf dem Asphalt schlittern)
  • Knochenbrüche reponieren/operieren… (an exponierte Stellen, die mit Protektoren seltener wären)
  • Starke Verbrennungen (wer steckt denn schon einen heissen Auspuff einfach so weg) versorgen.

Ach Leute…*seufz*. Ich weiss, dass es Überwindung kostet auch bei Hitze und kleinen Strecken ins Leder zu schlüpfen. Aber vergesst bitte nicht, dass „ohne“ sehr schmerzhaft sein kann. Ich gönne es keinem, nur wegen einer kurzen Unüberlegtheit, im Krankenhaus zu landen.

Allen motorisierten Zweiradfahrern eine gute Fahrt!