Kategorie -Drinnen

scharenweise Männer

Ich kann mich eigentlich nicht beklagen. Zuhauf liegen mir die Männer zu Füssen oder lassen sich sanft in meine Hände gleiten…. nun… ich kann nichts dafür….fast nichts. Leider hat es aber auch nichts mit mir zu tun. So rein gar nichts. Seufz.

Der Grund dafür ist meist grün, rosa oder blau und etwas spitz. Es macht kurz pieks und schon ist  es um die Männer, manchmal auch Frauen, geschehen. Unsere Venflons (= Nadeln) für die Blutentnahmen oder intravenöse Zufuhren von diversen Stoffen, haben zeitweise eine beeindruckende Wirkung auf meine Patienten. Der Kreislaufkollaps kündigt sich an.

Dass vor allem Männer sehr sensibel auf diesen kleinen Pickser reagieren ist ein ungeklärtes Phänomen. Besonders „gestandene „Männer lassen sich in dieser Situation, mit einem nicht allzu glücklichen Gesichtsausdruck, auf Nähe mit mir ein ;-).

 

Leider wissen einige Patienten um ihre Kollapsneigung bei Blutentnahmen etc. und trauen sich aus Schamgefühl nicht, mir dies mitzuteilen. Dabei wäre es für alle Beteiligten einfacher, wenn dies gesagt wird.

So kann man  einem Kollaps entgegenwirken:

  • Die „Nadel“ wird liegend gelegt.
  • Beim Stich kann der Patient mit belanglosem Gerede abgelenkt werden.
  • Kalte Lappen auf der Stirn und Wasser zum Trinken sind kleine Helfer.

Also keine Scheu bei der nächsten Begegnung mit einer Nadel.

 

HCG-Diät

Eine Welle der Euphorie schwappt durch meine Abteilung. Trotz Weihnachtsplätzchen wird um die Wette abgenommen. 4-6 kg in 2 Wochen. Ohne grossen Aufwand und Entbehrungen… Da wurde ich natürlich auch neugierig. Ein Super-Diät ohne Nebenwirkungen? Der Renner, auf den bei uns viele schwören ist die HCG -Diät. HCG (=Humanes Chloriongonadotropin), ist ein Schwangerschaftshormon, das für den Schutz des Kindes während der Schwangerschaft zuständig ist. In Notzeiten soll der Körper  auf die Fettreserven der Mutter zugreifen.

Wie funktioniert die Diät?

„Die HCG Diät soll sich über vier Wochen erstrecken. Während der gesamten Zeit derHCG Tropfen Diät reduziert man die Nahrungsaufnahme auf 500 Kalorien am Tag , das sind rund 1.500 Kalorien weniger, als eine normalgewichtige Fraui pro Tag verbraucht. Das Hungergefühl soll durch das zugeführte Hormon (als Injektionen, Tropfen oder Spray erhältlich) stark reduziert sein“.

Diese Diät ist umstritten. Bei vielen hat es sichtlich Erfolg gebracht und die Kilos purzelten. Und dennoch ist es mit Vorsicht zu geniessen. Eine so starke Kalorienreduktion geht häufig mit Mangelerscheinungen einher. Die Präparate können im Internet überall bestellt werden. Sie bedürfen keine Zulassungen und Kontrollen sind rar. Was ist wirklich im Endprodukt drin?

Unglaublich, wie die Nebenwirkungen ignoriert werden, sobald leichter Gewichtsverlust versprochen wird. Diese Nebenwirkungen sind möglich: Zyklusstörungen; Thrombosen, Brustschmerzen, Kopfweh, Eierstockzysten.

 

Ich hatte diese Woche im MRT eine Patientin, die durch diese Diät 25 kg verlor. Allerdings blieb ihr Bauch dick und der Umfang erinnerte an eine Schwangerschaft im 6. Monat. Also untersuchten wir sie im Kernspin. Befund: Eine riesige Zyste, die vom Ovar(Eierstock)  ausging. Die OP ist auf jeden Fall kein Zuckerschlecken.  Ob sich das gelohnt hat?

Fremdgesteuert und deprimiert

Selbstbestimmung ist zur Zeit ein Fremdwort für mich. Gar nicht gut. Vieles, was mir gut tut, ist in den Hintergrund gerutscht.

Gesundheitlich stark angeschlagene liebe  Menschen benötigen volle Aufmerksamkeit . Ihre Anforderungen/Erwartungen an mich übersteigen teilweise meine Kraft und meine zeitliche Ressourcen. Meist subtil, manchmal aber auch angriffslustig äußern die Kranken und Hilfsbedürftige ihren Unmut, dass ich mich so selten blicken lasse. Ich enttäusche.

Das Krankenhaus läuft auf Hochtouren. Der Winter beschert meist ein ausgebuchtes Haus. Im Gegenzug ist das Arbeitsteam im Winter krankheitsbedingt reduziert. Konzentration, Flexibilität und Ausdauer ist gefragt.Trotz Vollgas wird genörgelt und gemosert. Ermüdend.

Ein wöchentliches Klettertraining ist bezahlt. Hetze gleich nach der Arbeit los, um einigermaßen rechtzeitig dort zu sein. Bevor es losgeht, bin ich schon fertig wie ein Schnitzel. Meine Leistung ist lausig.

Meine Woche hat definitiv zu wenig Tage/ Stunden. Vollgestopft mit Spätdiensten, Besuchen, Besorgungen bleibt der Rest auf der Strecke. Meine Freunde sind enttäuscht, weil ich viele Absagen erteile und mich selten auf ein Treffen festlege.

Frustration hat sich breitgemacht. Das muss sich ändern. Schliesslich will ich wieder die Power-Frau sein, die  neugierig auf das Leben ist und es geniessen kann.  Für mein Glück bin nur ich verantwortlich, dann möchte ich es auch selbst bestimmen können.

 

 

 

 

 

Fingerhakeln

Nach einem  Kräftmessen in der Kneipe  landete einer von ihnen bei mir in der Radiologie.  Eine typische Verletzung, die  beim  Fingerhakeln vorkommt:  Luxation (=Auskugeln) vom Finger. Sogar Sport, der am Tisch praktiziert wird, kann daneben gehen 😉

 

 

 

 

Jagdunfall

Hier ging der Schuss wohl in die falsche Richtung. (Andere Spekulationen wären unfair ;-). Eine detaillierte Beschreibung des Geschehens  konnte ich auch nach längerem Bearbeiten nicht aus dem Patienten rauskitzeln.

Was soll man(n) zu Schrotkugeln im Hintern schon sagen.

Und wenn jemand verzweifelt den Hodenschutz sucht….weggelassen, da sonst event. diese nette Kügelchen nicht mehr sichtbar sind.

Pro und Contra – Grippeimpfung

Mit Nachdruck wurde dieses Jahr im Krankenhaus  die Werbetrommel für die Grippeimpfung gerührt.  Die letzten Jahre zeigten, dass sich  scheinbar nur 10% des Personals impfen liessen.  Ab Mitte Oktober wird  alljährlich eine Impfung für alle Mitarbeiter kostenfrei angeboten. Und prompt starten die zahlreichen Disskussionen darüber, ob eine Impfung überhaupt sinnvoll ist.

Häufige Diskussionspunkte:

  • “ Der Arbeitgeber möchte nur den Krankenstand des Personals in der Grippensaison reduzieren“.

Vermutlich auch ein Grund. Na und? Wer lieber krank im Bett liegt, anstatt zu arbeiten, sollte sich Gedanken über seinen Beruf machen.

  • „Nach der Impfung bin ich immer krank“

Bei diesem  Satz rollen sich meine Fussnägel auf! Denn eine Impfung löst keine Grippe aus. Höchstens kurzweiligen Beschwerden oder Unwohlsein können auftreten. Und die Impfung schützt nicht vor einer Erkältung, die nicht mit einer Grippe gleichzusetzen ist (das sollten aber Krankenhäusler wissen)

  • „Ich lass mir nichts aufzwingen“. 

Sind wir hier im Kindergarten? Natürlich darf keiner gezwungen werden (wobei die bekannten Pflichtimpfungen  gute Dienste geleistet haben) . Gehört man nicht zu der Risikogruppe und hat  keine Überempfindlichkeit  der Impfstoffbestandteile , sollte der gesunde Menschenverstand ausreichen. Als Gesunder verkraftet man eine Grippe gut, aber steckt man einen Menschen mit erhöhtem Risiko an, kann dies bis zum Tode führen.

 

Ich bin der Meinung, dass der Nutzen einer Impfung erheblich höher ist, als die mutmasslichen (noch nicht bewiesenen) Komplikationen, die auftreten können.

Wer geimpft werden sollte:

  • Alte Menschen ab ca 60 Jahre
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem
  • Berufsgruppen mit erhöhter Gefährdung (z.B. Pflegepersonal, Ärzte…)

 

Wer nicht geimpft werden sollte :

  • Allergiker gegen Hühnereiweiss
  • Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen einen Impfstoffbestandteil
  • Immunsuppremierte Menschen
  • Ausgenommen sind auch Impfwillige, die jedoch aktuell eine Infektion durchstehen müssen.

 

 

 

Ich wünsche Euch allen eine grippefreie Zeit!

 

Nasenbeinbruch

Eine gebrochene Nase ist meist das Resultat aus einer Schlägerei oder einer Tollpatschigkeit. Der Träger dieser Nase fällt aus diesem Raster raus. Einen fast romantischen Touch hat diese kleine Geschichte :

Er stolperte, als er die Treppen zu seiner Freundin hochstieg. In den Armen hielt er einen Rosenstrauss, den er schliesslich nicht loslassen durfte. So knallte er frontal mit der Nase an die Eingangstüre. Hach!