Kategorie -Menschen

HCG-Diät

Eine Welle der Euphorie schwappt durch meine Abteilung. Trotz Weihnachtsplätzchen wird um die Wette abgenommen. 4-6 kg in 2 Wochen. Ohne grossen Aufwand und Entbehrungen… Da wurde ich natürlich auch neugierig. Ein Super-Diät ohne Nebenwirkungen? Der Renner, auf den bei uns viele schwören ist die HCG -Diät. HCG (=Humanes Chloriongonadotropin), ist ein Schwangerschaftshormon, das für den Schutz des Kindes während der Schwangerschaft zuständig ist. In Notzeiten soll der Körper  auf die Fettreserven der Mutter zugreifen.

Wie funktioniert die Diät?

„Die HCG Diät soll sich über vier Wochen erstrecken. Während der gesamten Zeit derHCG Tropfen Diät reduziert man die Nahrungsaufnahme auf 500 Kalorien am Tag , das sind rund 1.500 Kalorien weniger, als eine normalgewichtige Fraui pro Tag verbraucht. Das Hungergefühl soll durch das zugeführte Hormon (als Injektionen, Tropfen oder Spray erhältlich) stark reduziert sein“.

Diese Diät ist umstritten. Bei vielen hat es sichtlich Erfolg gebracht und die Kilos purzelten. Und dennoch ist es mit Vorsicht zu geniessen. Eine so starke Kalorienreduktion geht häufig mit Mangelerscheinungen einher. Die Präparate können im Internet überall bestellt werden. Sie bedürfen keine Zulassungen und Kontrollen sind rar. Was ist wirklich im Endprodukt drin?

Unglaublich, wie die Nebenwirkungen ignoriert werden, sobald leichter Gewichtsverlust versprochen wird. Diese Nebenwirkungen sind möglich: Zyklusstörungen; Thrombosen, Brustschmerzen, Kopfweh, Eierstockzysten.

 

Ich hatte diese Woche im MRT eine Patientin, die durch diese Diät 25 kg verlor. Allerdings blieb ihr Bauch dick und der Umfang erinnerte an eine Schwangerschaft im 6. Monat. Also untersuchten wir sie im Kernspin. Befund: Eine riesige Zyste, die vom Ovar(Eierstock)  ausging. Die OP ist auf jeden Fall kein Zuckerschlecken.  Ob sich das gelohnt hat?

Heile Familie an Weihnachten

—ein Weihnachtstraum?

Der Stress der Adventszeit ist geschafft. Der Baum steht, das Essen ist durchgeplant und die Geschenke sind eingepackt. Endlich ist Weihnachten.
Dann passiert es: Die ganz Familie ist angereist und plötzlich geht es mit Gezicke und Gewetter los. Und das nur, weil die Sehnsucht an Weihnachten nach der perfekten heilen Famile umschlägt zu grossen Erwartungen, die in Enttäuschungen enden.

Wehmütig schaut manch einer in die wunderschönen beleuchteten Fenster und grübelt: “ Warum ist nur in unserer Familie immer der Wurm drin?“

In der regionalen Zeitschrift Qlt hat jemand einen netten Bericht darüber geschrieben, der alles wieder relativiert.

„Schon die Heilige Familie war keine heile Familie, weder unversehrt, noch vollständig. Bei weitem keine Bilderbuchfamilie. Auch die Idylle, die in den Krippen vorgegaugelt wird, gab es nicht. Da ist ein junges Paar, unverheiratet. Aufgrund einer obligatorischen Volkszählung mussten Josef und  die schwangere Maria den beschwerlichen Weg nach Bethlehem auf sich nehmen. Arm. Ein Lager nur in einem Stall, wo auch das Kind geboren wird. Keine heile Familie. Keine heile. Und doch oder vielleicht deshalb entsteht hier der besondere Licht auf Weihnachten. Ein Licht, das davon erzählt, dass die Herkunftsfamilie nicht ideal sein muss. Nur liebevoll. Trotz Widrigkeiten hat die heilige Familie zusammengehalten. Sie mussten nach Ägypten, ins Exil, fliegen. Asylanten mit einem unehelichen Kind.

Zu Weihnachten betrachten wir Weihnachten mit Kinderaugen. Dazu gehört die heile Familie, die uns Heimat ist. Wenn sie nicht dem Ideal entspricht, bleibt nur die Flucht in den Freundeskreis, die uns in der Jugend Heimat war, weil wir dieselben Interessen teilten. Kumpel und Freunde müssen keine keinem Ideal entsprechen. Wir nehmen sie so wie sie sind. Familie kann man sich nicht aussuchen. Darf sie aber gerade deshalb auch nicht idealisieren. Es hilft viel, wenn wir Eltern und Geschwister so akzeptieren wie sie sind. Keine grossen Erwartungen, keine Enttäuschungen. Abschied nehmen von der heilen Familie. Dann kann „heimkommen“ auch wieder Freude bereiten. Ein Stück Heimat sein.“

 

 Ich wünsche Euch: Schöne Weihnachten!

 

 

 

 

Fingerhakeln

Nach einem  Kräftmessen in der Kneipe  landete einer von ihnen bei mir in der Radiologie.  Eine typische Verletzung, die  beim  Fingerhakeln vorkommt:  Luxation (=Auskugeln) vom Finger. Sogar Sport, der am Tisch praktiziert wird, kann daneben gehen 😉

 

 

 

 

7 Geschenkideen für Senioren

Alle Jahre wieder stellt sich die gleiche Frage: Was schenke ich nur meinen lieben Alten. Hakt man diskret nach, wird man mit dem nicht hilfreichen Satz: „Wir haben doch schon alles, wir brauchen nichts mehr“ abgespeist. Es ist müßig, sich bei alten Menschen nach ihren Wünschen zu erkundigen. Nachdem meine Gehirnzellen mich im Stich lassen, muss Google helfen. Schön.. eine gute Trefferquote. Beim Durchlesen bekomme ich Augenkrebs. Mir wird es schwindelig von den vielen Vorschlägen:

  • Ein Steinchen einer  Sternschnuppe wird abgeboten. Hallo? Noch einen Staubfänger auf dem Kaminsims?
  • Der Knaller ist ein Vorschlag der Suchmaschine: Body Painting mit Schokolade…mit Pinsel. Arrgh. Zum Glück kennen meine Senioren den Ausdruck nicht und würden es vermutlich zum Kuchen dekorieren benutzen.
  • Zeitungen aus dem Geburtsjahr finde ich nicht prächtig. Glaube nicht, dass sie die Kriegszeit nochmals aufleben lassen möchten.
  • Eine auf  retrogestyle Schutzhülle für das Handy. Auch nicht schlecht, vor allem wenn  die alte Dame noch auf das Telefon mit Drehscheibe schwört.
  • Am lustigsten finde ich die „Erlebnisgeschenke für 80Jährige“: Ich soll meine alten Dame in einen Ballon setzen und in die Höhe schweben lassen? Sicher nette Aussicht, aber der Herzinfarkt ist schon vorprogrammiert, falls sie überhaupt in den Korb einsteigen kann.
  • Personalisierte Geschenke finde ich nicht ganz so übel. Aber Fotos auf Kissen/Tassen oder irgendwelche Gravuren dürfen weiterhin die Enkelkinder erstellen. Sind kreativer und sehen dann besser aus.

Das Internet ist voller Ideen, aber so wirklich Tolles auf Senioren zugeschnittenes, habe ich nicht gefunden. Klar hängt es sehr von der geistigen und körperlichen Fitness der Herrschaften ab, was man schenken kann. Zudem ändert sich scheinbar im Alter das Glücklichsein, und die „abgefahrenen“Geschenke können eingemottet werden.

Meine Vorschläge:

Geschenketipp Nr. 1)

Zeit! Gerade Senioren freuen sich über Abwechslung und lieben es, wenn man Zeit mit Ihnen verbringt. Egal in welcher Form. Gemeinsames Kaffeetrinken/ Zoobesuch/Museumsbesuch…

Kuckucksur

 

Geschenketipp Nr. 2)

Ein Gutschein ist nicht doof! Wie wäre es mit Fusspflege, Kosmetik, Massage? Auch Senioren lassen sich gerne verwöhnen.

Gutschein

Geschenketipp Nr. 3)

Heinzelmännchenkalender mit monatlichen Hilfeleistungen: z.B. Fenster putzen, Einkaufen gehen, Rasen mähen…

Geschenktipp Nr. 4)

Gemeinsam zu einem Konzert gehen: Je nach Geschmack zu Volksmusik und Schlager schunkeln. (Der Begleiter nimmt am besten Ohrenstöpsel mit. Und ein Sekt davor hilft auch!)

Geschenktipp Nr. 5)

Der gute alte Präsentkorb ist nicht ausgestorben. Allerdings sollte man die Person gut kennen und wissen, was man hinein drapiert.

Geschenktipp Nr. 6)

Ein Zeitschriftenabo eines geliebten Magazins… Immer wieder gut.

Abo

Abo

 

 

 

 

 

 

 

Geschenktipp Nr. 7)

Ein Clownauftritt, der einfühlsam und mit viel Humor ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

 

Vielleicht ist das eine oder andere auch für Deine Eltern, Opa oder Oma dabei? Weitere Vorschläge werden jederzeit gerne angenommen.

Jagdunfall

Hier ging der Schuss wohl in die falsche Richtung. (Andere Spekulationen wären unfair ;-). Eine detaillierte Beschreibung des Geschehens  konnte ich auch nach längerem Bearbeiten nicht aus dem Patienten rauskitzeln.

Was soll man(n) zu Schrotkugeln im Hintern schon sagen.

Und wenn jemand verzweifelt den Hodenschutz sucht….weggelassen, da sonst event. diese nette Kügelchen nicht mehr sichtbar sind.

Pro und Contra – Grippeimpfung

Mit Nachdruck wurde dieses Jahr im Krankenhaus  die Werbetrommel für die Grippeimpfung gerührt.  Die letzten Jahre zeigten, dass sich  scheinbar nur 10% des Personals impfen liessen.  Ab Mitte Oktober wird  alljährlich eine Impfung für alle Mitarbeiter kostenfrei angeboten. Und prompt starten die zahlreichen Disskussionen darüber, ob eine Impfung überhaupt sinnvoll ist.

Häufige Diskussionspunkte:

  • “ Der Arbeitgeber möchte nur den Krankenstand des Personals in der Grippensaison reduzieren“.

Vermutlich auch ein Grund. Na und? Wer lieber krank im Bett liegt, anstatt zu arbeiten, sollte sich Gedanken über seinen Beruf machen.

  • „Nach der Impfung bin ich immer krank“

Bei diesem  Satz rollen sich meine Fussnägel auf! Denn eine Impfung löst keine Grippe aus. Höchstens kurzweiligen Beschwerden oder Unwohlsein können auftreten. Und die Impfung schützt nicht vor einer Erkältung, die nicht mit einer Grippe gleichzusetzen ist (das sollten aber Krankenhäusler wissen)

  • „Ich lass mir nichts aufzwingen“. 

Sind wir hier im Kindergarten? Natürlich darf keiner gezwungen werden (wobei die bekannten Pflichtimpfungen  gute Dienste geleistet haben) . Gehört man nicht zu der Risikogruppe und hat  keine Überempfindlichkeit  der Impfstoffbestandteile , sollte der gesunde Menschenverstand ausreichen. Als Gesunder verkraftet man eine Grippe gut, aber steckt man einen Menschen mit erhöhtem Risiko an, kann dies bis zum Tode führen.

 

Ich bin der Meinung, dass der Nutzen einer Impfung erheblich höher ist, als die mutmasslichen (noch nicht bewiesenen) Komplikationen, die auftreten können.

Wer geimpft werden sollte:

  • Alte Menschen ab ca 60 Jahre
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem
  • Berufsgruppen mit erhöhter Gefährdung (z.B. Pflegepersonal, Ärzte…)

 

Wer nicht geimpft werden sollte :

  • Allergiker gegen Hühnereiweiss
  • Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen einen Impfstoffbestandteil
  • Immunsuppremierte Menschen
  • Ausgenommen sind auch Impfwillige, die jedoch aktuell eine Infektion durchstehen müssen.

 

 

 

Ich wünsche Euch allen eine grippefreie Zeit!

 

Böses Mädchen..

 

Ein Frauenabend ist goldwert. Da ich in der dummen Situation bin mich nicht , und das in meinem Alter, in dem klassischen Familienbild zu befinden,  verbringe ich meine Freizeit vermehrt mit Männern als mit Frauen.  Die Frauen in meinem Freundeskreis haben derzeit andere Verpflichtungen und Hobbies. Sie haben leider keine Zeit mehr für Zeltromantik, Adrenalinschübe auf dem Moped oder sonstiges…

Ich hatte es schon fast vergessen, wie es ist mit Mädels unterwegs zu sein. Dabei war es nichts spektakuläres:  Essen, trinken und dann Kino. Und es tat  soooo gut. Eine Wohltat!

Ist es verwerflich, wenn man einfach mal drauflos lästert? Sein Leid klagen kann, ohne gleich Lösungsvorschläge zu bekommen? Frust abbauen, indem man ohne Strich und Komma plappert. Hach. Immer könnte ich dies zwar nicht ertragen. Aber ohne möchte ich auch nicht sein. Mal böses Mädchen sein und lästern, schimpfen und  auf den Putz klopfen. Dabei lachen, träumen und mit einem Glas Sekt auf die Frauen  anstossen. Tolle Sache, finde ich.

 

 

Auf den Mädelsabend! Danke Euch.

Eine Reise in die Vergangenheit

Da hat sich die letzten Jahre aber mächtig viel getan. Aus schwarz wurde weiss. Der Stuhl verschwand zum Glück auch aus dem Bild. Inzwischen darf glücklich gelächelt werden . Hier habe ich einige Hochzeitsbilder aus einem Familienalbum:

 

Klasse sind jedoch die Kinderfotos. Spielende Kinder im Laufstall. Arbeitende Kinder. Kinder, die  Spass haben:

Und natürlich dürfen nicht die jungen Männer und Frauen fehlen..

 

 Es war  anders und doch irgendwie gleich…

Röntgenschutz bei Frauen

Ich bekomme ab und zu Anfragen betreffend Strahlenschutz für Frauen beim Röntgen….In meinem kleinen Aufreger Besserwisser, kann man vielleicht schon erahnen, dass es nicht immer möglich ist. Da die zu schützenden Organe im kleinen Becken liegen (beim Herrn sind sie bekanntlich ausserhalb und etwas tiefer), kann man z.B. bei einer Beckenaufnahme oder auch einer Lendenwirbelsäule keinen Schutz anwenden.Hier würde man einige Knochenstrukturen überdecken. Auch eine Bauchaufnahme muss ohne Schutz auskommen.

 

 

 

Bei Kontrollaufnahmen von Hüften, kann man es sich überlegen. Da die Lagerung und Grösseneinschätzung des Ovarienschutzes schwierig ist und es zudem diverse Messungen bezüglich effektiven Schutz gibt, wird auch hier oft darauf verzichtet. (Obwohl von oben angeordnet). Bei den meist anderen Röntgenuntersuchungen sollte ein Schutz angelegt werden.

 

 

Ich rede hier nur vom Röntgen. Nicht mit CT (= Computertomographie), Nuklearmedizin und Strahlentherpie gleichzusetzen. Da sieht es anders aus. Zudem gibt es einige andere Kriterien, die die Krankenhäuser unterschiedlich bestimmen.

Dennoch wird vor allem bei Hausärzten leider häufig ohne Schutz geröngt. Traut Euch und fragt nach!