vom Erfolg und Scheitern beim Fasten…

Überaus motiviert ging ich an meinen Fastenplan heran. So teilte ich mir die 6 Wochen Verzicht vor Ostern ein:

6 Wochen : Keine Schokolade,Kuchen,Kekse +

5 Wochen: Kein Alkohol +

4 Wochen : Kein Brot/Müsle /keine Nudeln/keinen Reis.. +

3 Wochen:  Kein Fleisch/keine Wurst +

2 Wochen: Keinen Kaffee +

1 Woche: Kein Handy, keine heisse Dusche

 

Wie ich scheiterte und was das Fasten sonst noch mit mir angestellt hat :

1.Woche:

Den Schokoladenverzicht habe ich fast durchgehalten. Nur am Betriebsausflug überredeten mich meine Arbeitskolleginnen zum Nachtisch: Eis in 3-facher Ausführung! Meine Ausrede: Tiramisu-Eis ist ja keine Schokolade. Naja. Und eine heisse Schokolade zählte ich zu den Getränken dazu…hüstel..

2.Woche:

+ Alkoholverbot: Kein Problem.

3.Woche:

+ Kein Müsli zum Frühstück.  Das Frühstück war leicht zum Ersetzen: Quark, Joghurt, Eier, Obst…da lässt sich noch ordentlich was zaubern.  In Unmengen futterte ich diverse Milchspeisen und Obst. Diesem Umstand habe ich es wohl zu verdanken, dass ich während der Grippe/Erkältungswelle eine der raren „Keimfreien“ war. Allerdings übersäuerte mein Magen ziemlich schnell.

Käse auf s Brot und das Problem wäre gelöst. Aber neiiiin. Brot ist ja tabu… Hier dann also die nächste Mogelei: Ich kaufte Grosspackungen an Wasa-Knäckebrot und belegte es dreifach, so dass dieses hauchdünne brotähnliche Gebilde unsichtbar wurde.

Ausserdem  aß ich gedankenlos bei diesem schon o.g. Betriebsausflug ein Gipfele…arrgh

Meine Stimmung sank . Müdigkeit bestimmt den Tag. Ich schob es mal auf das Wetter…

4.Woche:

+ Kein Fleisch und keine Wurst. Das wurde nun richtig kompliziert. Denn nur Salatblätter mit Tofu naschen halte ich nicht durch.  Rezepte wurden durchforstet und ich staune, was man so alles kochen kann. Aufläufe, Gemüseburger, Fisch, Suppen… So lecker habe ich schon lange nicht mehr gegessen.

Und trotzdem nahm die Müdigkeit zu.  Zudem wurde ich schnell reizbar und zickte des öfteren. Ich schob es wieder auf das Wetter und auf die überbordende Arbeit bei mieser Stimmung.

5.Woche:

+Keinen Kaffee. Das war Folter. Mein  morgendliches Ritual ,3 Kaffees zu schlürfen, wurde aufgehoben. Stattdessen fristete ich mein Dasein bei  Wasser und Tee.  Während der Arbeit blieb mir nur der neidvolle Blick in die Kaffeetassen der Arbeitskollegen…

Nun gelangte  mein psychischer Zustand an den  Rand des erträglichen.  Ich bin: müde, träge, schlecht gelaunt und nahe am Wasser gebaut. Und das 24 Stunden am Tag.

Aber irgendwie musste ich auch arbeiten. Also kommt die nächste Mogelei: entkoffeinierter Kaffee. In einer Ecke findet sich eine erst seit 2 Jahren abgelaufene halbe Packung .  Immerhin noch bräunliches Pulver , das sich mit dem verstaubten Bodum-Kaffeemacher in eine warme braune Brühe verwandeln lässt.

6.Woche:

+Kein Handy. Erstaunlich, wie schnell ich hier positives rausziehen konnte. Plötzlich hatte ich mehr Zeit. Morgens keine mails, sms und posts zur braunen Brühe mehr. Das bedeutete 15 min länger schlafen. Sehr wertvoll! Verabredungen wurden über das sogenannte Festnetz ausgemacht. Auch ganz nett.

In dieser letzten Woche wollte ich zusätzlich auch dem warmen Wasser entsagen und als Powerfrau dastehen. Stattdessen sah ich im Spiegel eine übermüdete und  kraftlose Visage, die am Rande des Nervenzusammenbruchs war. Also lies ich den letzten Teil einfach weg.

Dann kam  Ostern… Ich feierte Geburtstag mit Freunden bei Pizza, Schokolade und Sekt. Komisch. Seit diesem Tag geht es mit meiner Verfassung (und auch mit  meinem Gewicht) wieder  steil bergauf.

An was das wohl liegt? Habe ich mich mit den Mottos übernommen? Dabei habe ich sicherlich keine Defizite bei der Ernährung gehabt. Oder lag es doch nur am Wetter und an der Arbeit? (Wobei das Wetter und die Arbeit unverändert mies sind).

Fazit:

pfui:

  • Betriebsfeste sind böse.
  • Mogeleien =  Selbstverarschung = Scheitern
  • Übernommen und meine Disziplin überschätzt

 

 huis 

  • 2 kg Gewichtverlust
  • Smartphonezeiten bleiben reduziert , dadurch mehr Zeit

Das Unterfangen war eine einmalige Sache und wird  nicht mehr in dieser Art wiederholt. So!

 

 

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Martina

6 KommentareKommentar hinterlassen

    • Danke Katrin. Ein bißchen frustriert bin ich schon. Denn einen so chaotischen Plan zu schmieden…ein bisschen kurz nachdenken hätte gut getan und mir vielleicht etwas weniger Stress gebracht.
      …und zugegeben…ein klein bisschen stolz bin ich trotzdem…

  • Ich finde Dein Fazit zu kritisch. Du hast im Großen und Ganzen durchgehalten. Und, was noch viel besser ist: Du hast für alles einen Ersatz gefunden, den Du auch weiterhin nutzen kannst. Wenn Du dann noch den Fasten-Zwang weglässt, kommt bestimmt die gute Laune wieder.
    Du kannst weiterhin lecker ohne Fleisch essen oder lecker mit Fleisch.
    Und Deine kleine Kaffee-Schummelei würde ich sogar als Erschwernis betrachten, schließlich bist Du nicht auf koffeinhaltigen Tee umgestiegen.

    • Danke Griesi.
      Die gute Laune ist schon wieder da. Mit zwei Kilo weniger passt die Mopedlederhose auch wieder besser.Also doch ein grosser Nutzen. Geld für eine Neuanschaffung gespart.
      Ach ja.. Schwarztee oder grüner Tee schmeckt mir nicht besonders. Aber wusstest Du, dass es Schokopulver mit Guarana gibt? Die Versuchung war gross. Der Preis zum Glück auch

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